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Langenhagen Anwohner leiden wegen technischer Mängel
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Anwohner leiden wegen technischer Mängel
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00:16 22.09.2018
Seit mehr als einem Jahr müssen die Mieter an der Virchowstraße mit Unannehmlichkeiten leben. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Viele Mieter der Mehrfamilienhäuser an der Virchowstraße sind nach eigenen Angaben „am Ende“. Seit Mai letzten Jahres müssen sie sogenannte Modernisierungsarbeiten über sich ergehen lassen. Diese gehen einher mit Lärm, Schmutz und vielen anderen Unannehmlichkeiten. Und in letzter Konsequenz wohl auch mit einer satten Mieterhöhung. Doch diese Arbeiten verlaufen nicht immer ganz fachgerecht, moniert eine Frau, die dort seit mehr als 20 Jahren lebt, nunmehr aber wie viele andere Mieter auch, nicht mehr namentlich in Erscheinung treten möchte. Das gipfelte etwa darin, dass Schornsteine, die als Entlüftung für die Warmwasserthermen ursprünglich gedient hatten, von den beauftragten Bauarbeitern fälschlicherweise abgerissen wurden. In der Folge leben die Menschen in den Langenhagener Mietwohnungen des Unternehmens Vonovia ohne Backofen mit Zwei-Platten-Kocher sowie provisorischer Therme. Bis heute.

Inzwischen haben sich viele Mieter juristischen Beistand eingeholt, klagen gegen den Vermieter und haben bereits Kürzungen bei den monatlichen Zahlungen vorgenommen. Doch die Misere sollte nun ein Ende finden. Allerdings hat der Energieversorger Enercity es jüngst abgelehnt, vorerst die notwendigen Hausanschlüsse dafür zu tätigen.

Mängel verhindern den Hausanschluss

Zwar seien von Enercity alle Hausanschlussleitungen verlegt worden, heißt es von Unternehmenssprecher Carlo Kallen auf Anfrage. Er meint damit die Leitungen bis zum Gebäude. „Aber aufgrund von Mängeln beziehungsweise nicht eingehaltenen technischen Normen zur elektrischen Hausinstallation müssen seitens des Eigentümers noch Nacharbeiten erfolgen“, teilt er weiter mit. Erst wenn diese fach- und normgerecht beendet würden, könne die Elektroinstallation sicher ans Netz angeschlossen werden, stellt er in Aussicht. Gleiches gelte für die „zukünftige Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern“. Diese wurde von Wechselstrom auf leistungsstärkeren Drehstrom umgestellt. „Die vorgefundene Installation ist noch nicht abnahmefähig und weist Mängel auf“, betont Kallen. Denn es seien Kabel und Anschlüsse nicht fachgerecht verlegt worden. „Aus Sicherheitsgründen konnte die Anlage so nicht in Betrieb gehen“, lautet sein Urteil.

Das bestätigt dann auch Vonovia-Sprecherin Bettina Benner im Gespräch mit dieser Zeitung. Und sie wiederholt auch, dass „wir die Unannehmlichkeiten unserer Mieterinnen und Mieter zutiefst bedauern.“ Zudem würde mit Hochdruck an der Fertigstellung der Modernisierungen gearbeitet, „sodass die Provisorien für unsere Mieter sehr bald ein Ende finden“. Und weiter: „Wir wollen, dass unsere Mieter sich schnell wieder wohlfühlen. Wir können gut verstehen, was diese Umstände für unsere Mieter bedeuten.“

Vonovia beschäftigt auch „Nachunternehmer“

Gleichwohl dementiert sie bei der Auswahl der Handwerksbetriebe weniger auf die fachliche Qualifikation – als vielmehr auf den Preis geachtet zu haben. „Das gelegentlich Nachunternehmer beauftragt werden, ist in der Branche nicht unüblich. Wir prüfen detailliert, welche Firmen wir für welche Maßnahmen beauftragen. Das entscheidende Kriterium dieser Prüfung ist die fachliche Eignung“, sagt sie.

Enercity bestätigt angesichts der vorgefundenen technischen Mängel wohl eher das Gegenteil. Genau wie viele Mieter, die immer wieder im Gespräch mit dieser Zeitung darüber geklagt hatten, wie die Arbeiten der Handwerker an der Virchowstraße erledigt würden und sprachen offen von „Pfusch am Bau“. So funktioniert aktuell auch die Klingel in einigen der Häuser nicht mehr. Beschwerden hätten nichts genutzt, heißt es. „Aber das ist wohl ein kleineres Übel“, sagt eine Anwohnerin aus dem Erdgeschoss süffisant, die nunmehr für ihre Mitbewohner den Türöffner mimt.

Doch Vonovia hat auf Anfrage auch gute Nachrichten für ihre Mieter parat: So werden aktuell die etwa von Enercity angemahnten Nachbesserungsarbeiten nun erledigt. Da ihrem Unternehmen keine weiteren Mängel bekannt seien, sollen noch in dieser Woche die endgültigen Geräte gegen die provisorischen Warm-Wasser-Bereiter ausgetauscht werden, kündigt Benner etwa an.

Vonovia prüft Forderungen auf Mietminderung

Allerdings haben in der Zwischenzeit viele entnervte, auch verzweifelte Anwohner mit Hilfe von Mieterschutzvereinen oder mit auf eigene Kosten selbst beauftragten Juristen Mietminderungen geltend gemacht. „Wir sind mit den Kunden im Gespräch“, bestätigt Benner auf Nachfrag dann auch. Und es wurden bereits „einigen Kunden eine Mietminderung gewährt“. Auf die übrigen wolle Vonovia „zugehen und ihnen gleichermaßen eine Entschädigung zukommen lassen“, heißt es von der Unternehmenssprecherin weiter. „Wir können uns für die Unannehmlichkeiten nur entschuldigen.“

Wie Benner weiter auf Nachfrage betont, hat ihr Unternehmen „in den letzten Jahren in der Region Hannover in etwa 50 Projekte circa 80 Millionen Euro investiert.“ Der Großteil dieser Projekte laufe nach Plan. Sie räumt aber auch ein, dass es in der Bauphase für die Mieter durchaus zu Beeinträchtigungen durch Lärm und Schmutz kommen könne. „Das können wir leider nie vollständig verhindern.“ Und weiter: „Die Schwierigkeiten in der Virchowstraße sind durch eine Problematik bezüglich der Schornsteine entstanden, dessen Folge weitere Bauarbeiten waren. Das war auch für uns eine Herausforderung.“

Von Sven Warnecke

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