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Langenhagen Wird aus RKS eine Oberschule?
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Wird aus RKS eine Oberschule?
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00:15 13.05.2017
Von Rebekka Neander
Soll auch die Robert-Koch-Realschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden? Das Kollegium der Realschule spricht sich für eine künftige Oberschule aus. Quelle: Neander (Archiv)
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Langenhagen

Exakt 32 Schüler haben sich am ersten Anmeldetag bei der Realschule für den  kommenden Sommer eingetragen. "Das wäre eine einzige Klasse." Dabei wird es nicht bleiben, da ist sich Rektor Thomas Kelber zwar sehr sicher. Gleichwohl aber zeige auch dieses Jahr, wohin die Tendenz für die Realschule führe: nach unten. Die Zeiten einer stabilen Vier-Zügigkeit seien vorbei. Bestätigt wurden Kelbers wiederholte Mahnungen zuletzt auch durch die stadtweite Befragung von Eltern zur Wahl der weiterführenden Schule für ihre Kinder.

Die SPD geht deshalb auf Distanz zu dem in längst vergangenen Koalitionszeiten mit den Grünen formulierten Prüfauftrag an die Verwaltung, ob denn aus der RKS nicht eine Gesamtschule werden könne. "Die Elternbefragung hat diese Prüfung vorweggenommen", sagte dazu SPD-Fraktionschef Marc Köhler jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Der neue Antrag (208/2017) spricht eine klarere Sprache: Aus der Realschule soll eine neue Gesamtschule werden mit eigener Oberstufe. "Diese kann aber auch gemeinsam mit der IGS-Süd gestaltet werden, damit keine Gesamtschule einen Attraktivitäts-Nachteil hat", ergänzte SPD-Schulexperte Wolfgang Kuschel. Wo diese dann räumlich angesiedelt werden soll, müsse geprüft werden. "Das hängt von den konkreten Flächen ab", sagte Anja Sander, die für die SPD im Bildungsausschuss sitzt. "Eine Positionierung an der IGS-Süd könnte aber vielleicht helfen, den weiterhin spürbaren Image-Nachteil der Schule auszugleichen", räumte Kuschel ein.

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Eigentlich wollte die SPD diesen Antrag im Juni im Bildungsausschuss vorstellen. Doch ein Vorstoß von RKS-Rektor Thomas Kelber während einer stadtinternen Schulbesichtigung vor einigen Tagen bringt diesen Zeitplan jetzt gehörig durcheinander. Demnach habe sich das Kollegium der Realschule darauf verständigt, die Umwandlung der Real- in eine Oberschule mit gymnasialem Zweig und eigener Oberstufe voranzutreiben. Kelber bestätigte diese Äußerung jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung. "Das war gar nicht als Bombe gemeint gewesen", stellte Kelber rückblickend klar, will die allgemeine Überraschung, die seine Äußerung ausgelöst hat, indes nicht bestreiten. "Aber wir müssen konkrete Dinge ja auch benennen."

Die Gründe für diese bislang nie erwähnte Möglichkeit einer Oberschule will Kelber am Donnerstag, 11. Mai, in dem zweiten Runden Tisch zur künftigen Schullandschaft in Langenhagen erläutern. "Das Kollegium hat sich einstimmig für ein integratives System ausgesprochen", berichtete Kelber vorab dieser Zeitung. "Und mit nahezu einstimmiger Mehrheit hat es ein Votum für das System der Oberschule gegeben." Dabei gehe es dem Kollegium unter anderem um die Möglichkeit, weiterhin klare, vergleichbare Aussagen über die Leistung der Schüler treffen zu können. Anstelle der sogenannten Lernentwicklungsberichte der Gesamtschulen werden an Oberschulen weiterhin Zensuren vergeben.

Zudem, sagt Kelber, biete die Oberschule verhältnismäßig flexible Elemente des dreigliedrigen Schulsystems sowie der Kooperativen Gesamtschulen. Eine Kombination aus langer gemeinsamer Beschulung und einer erst später einsetzenden Differenzierung sei an der Oberschule mit gymnasialem Zweig sehr wohl möglich. Nachteil gegenüber der Gesamtschule bleibe hingegen die im Vergleich schlechteren Besoldungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte. "Nur das wäre für mich als Schulleiter noch immer ein Grund, der für die IGS spricht."

Thomas Böger 13.05.2017
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