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Langenhagen Schützenfest: Die Kaiserin feiert beim König im Garten
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Schützenfest: Die Kaiserin feiert beim König im Garten
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00:18 28.05.2019
König Robert Grellmann und Gattin Katrin spendieren der Schützengesellschaft die Radieschenernte. Quelle: Patricia Chadde
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Altenhorst/Hainhaus

Am 25. und 26. Mai wird Schützenfest gefeiert. Das ist beim Schützenverein Hainhaus, Maspe, Twenge und Altenhorst seit Jahrzehnten Tradition. „Wir steuern auf unser Hundertjähriges zu“, sagt der Vorsitzende Günter Reiche erfreut und lässt den Ehrgeiz erkennen, das die Schützen bis zum 100. Geburtstag 2021 auf jeden Fall durchhalten werden.

Reiche sitzt Sonnabendnachmittag in einem Zelt an einer Biertischgarnitur, vor sich einen Teller mit Käsebroten. Deftige Wurstspezialitäten, saure Gürkchen und Kaltgetränke werden ebenfalls gereicht. Vor dem Zelt spielt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Rössing, im Zelt klimpern die Orden und Ketten an den Jacketts der zielgenauen Schützen.

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Altersdurchschnitt liegt bei 60

„Bei uns sind Mitgliederzahl und Altersdurchschnitt identisch“, scherzt eine Schützin, die an Reiches Tisch vorbeikommt. Das wäre 70. „Nee, der Altersdurchschnitt liegt eher bei 60“, ist sich Reiche sicher. Immerhin ist Sophie Burgmüller zum zweiten Mal Jugendkönigin geworden, auch wenn sie beim Schießen alleine antrat. Und der Schützenkönig ist ein Import. „Unser Robert stammt aus Berlin, Katrin erbarmte sich seiner“, berichtete Scheibenkieker Martin Beißner beim Aufhängen der Königsscheibe in Reimform. Angenagelt werden durfte Robert Grellmanns Königscheibe am Neubau jedoch nicht, denn die Wärmedämmung der Hausfassade toleriert keine Löcher. „Man muss eben flexibel sein“, findet Reiche und lässt keine Anzeichen von Stress erkennen. „Das ist das Leben. Immer offen bleiben und Lösungen finden“. Die Königsscheibe baumelt jetzt am Haken, der in die hölzerne Dachverkleidung geschraubt wurde.

Scheibenübergabe, Ehrungen und Schnittchen

Nach Scheibenübergabe und Ehrungen stapften die Schützen über den englischen Rasen von König Robert Grellmann, denn er hat alle zum Imbiss eingeladen. Radieschen und Petersilie aus Grellmanns Hochbeet sind als Garnitur auf den Schnittchen gelandet. „Ich bin ein Hainhäuser Kind“, sagt Katrin Grellmann über den Trubel und hatte überhaupt kein Problem damit, dass sich ihr gepflegter Eigenheimgarten für zwei Stunden in den örtlichen Schützenfestplatz verwandelt. Ihre Freunde schenken Getränke aus, der Musikzug spielt, besser könnte die Stimmung nicht sein.

Die zweite Königin und amtierende Kaiserin strahlt ebenfalls. Edeltraut Dreyfuß, genannt Egi, hatte die Schützengesellschaft vor ihrem Haus begrüßt, Likör ausgeschenkt und war dann mit zum König marschiert, wo auch die Ehrungen zelebriert wurden.

Party in der Maschinenhalle von Hof Dusche

Uwe Burgmüller tritt an Reiches Tisch. „Hee, du hast mich vergessen! Ich habe die Wesphal-Lange Kette geschossen“, sagt Burgmüller und reißt das schwere Schmuckstück in die Höhe. „Oh stimmt“, sagt Reiche und ergänzt: „In der Zeitung standest du aber drin.“ Sonnabendabend wird in der Maschinenhalle von Hof Dusche Party gemacht, Sonntag ab 12 Uhr gibt es ein Festessen. Dann wird Günter Reiche auch Uwe Burgmüller mit einem „Gut Ziel“ offiziell die Ehre erweisen.

Günter Reiche ist Vorsitzender des Schützenvereins Hainhaus, Maspe, Twenge und Altenhorst Quelle: Patricia Chadde

Nachgefragt bei Günter Reiche: „Wir wollen eigenständig bleiben“

Sie haben 70 Mitglieder und trainieren in Kaltenweide. Ist der Beitritt in diesen Schützenverein eine Option?

Günter Reiche: „Nein, wir wollen eigenständig bleiben. Nur wenige Schützenvereine können die hohen Auflagen für Schießstände erfüllen und haben die erforderliche Finanzkraft. Heute ist es normal, sich irgendwo einzumieten. Halb Hannover schießt beispielsweise in Langenforth.

Wird es die Feiern rund ums Schützenfest zukünftig geben?

Günter Reiche: „Unser Mitglied Lars Dusche stellt uns seine Maschinenhalle für Feier und Festessen zur Verfügung. Das ist großartig. Die Einkehr nach dem Ausmarsch halten wir bewusst schlicht und überschaubar. Uns geht es um Geselligkeit und dafür finden wir immer eine Lösung“.

Was ist ihr nächstes Etappenziel?

Günter Reiche: „Im Jahr 2021 werden wir hundert Jahre alt. Für diese Feier sammeln wir Ideen, danach sehen wir weiter.“

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Von Patricia Chadde