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Langenhagen Stadt sucht zur Vorsicht weiter Bomben
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22:16 04.11.2014
Nach der kontrollierten Sprengung des Blindgängers befreit das Technische Hilfswerk mit schwerem Gerät die Theodor-Heuss-Straße von herumliegendem Schlamm und Stroh. Quelle: Pierre Graser
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Langenhagen

Vorsichtshalber weitet die Stadt die Suche auf der Fläche aus, teilte Stadtsprecherin Juliane Stahl gestern mit. Die Verwaltung wird dafür in den nächsten Tagen Angebote einholen. Bisher waren an der Theodor-Heuss-Straße für den Badneubau nur Bereiche sondiert worden, bei denen ausgewertete Luftbilder Verdachtspunkte ergeben hatten.

Bei den Arbeiten hatte ein beauftragtes Unternehmen in den vergangenen Tagen 69 Stellen untersucht. Zumeist fanden die Fachleute nur Schrott, etwa Nägel, Draht oder alte Maschinenteile von landwirtschaftlichen Geräten. Doch in unmittelbarer Nähe zur Theodor-Heuss-Straße stießen sie am Montagmittag in nur 1,6 Meter Tiefe auf die 500 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Wegen des beschädigten Säurezünders entschied der hinzugerufene Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD), den Blindgänger vor Ort zu sprengen.

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In der Folge mussten etwa 6300 Menschen rund um den Fundort ihre Wohnungen und Häuser bis Mitternacht verlassen. Während viele von ihnen sich für die Nacht gleich bei Verwandten oder Freunden einquartierten, suchten mehr als 500 die Mensa im Schulzentrum als Wartebereich auf. Dort sorgten die Schwestern Leonie und Jacqueline als Nachwuchskräfte der Johanniter-Unfallhilfe nicht nur für Kaffee und kalte Getränke, sondern auch für gute Laune der zumeist älteren Gäste. Sie verteilten von 18.15 bis kurz vor Mitternacht die gefüllten Becher und klagten erst kurz vorm Feierabend über müde Füße. Diese Probleme plagten jene Säuglinge nicht, die mit ihren Erzieherinnen aus dem Kinderheim Haus Irene ausziehen mussten - einige verschliefen die Evakuierung in den Babyschalen.

Die Detonation der gesprengten Bombe gegen 23.30 Uhr indes, über Stunden sehnsüchtig erwartet, nahmen die wenigsten bewusst wahr - dafür aber die danach sofort einsetzende Aufbruchstimmung. Und so leerte sich die Mensa innerhalb von 30 Minuten komplett.

Von Sven Warnecke und Antje Bismark

Sven Warnecke 07.11.2014
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