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Langenhagen Tag der Rennställe: 61 Gäste besuchen die Neue Bult
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Tag der Rennställe: 61 Gäste besuchen die Neue Bult
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16:00 07.04.2019
Eine Besuchergruppe schaut sich mit Trainer Dominik Moser den Rennstall an. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Langenhagen

 Der Hannoversche Rennverein hat am Sonnabend einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Galopprennsport gewährt: 61 neugierige Besucher ließen es sich nicht nehmen beim bundesweiten Tag der Rennställe Rennpferde zu beobachten, die Ställe ins Visier zu nehmen, die Trainingsmethoden kennen zu lernen und mehr über die Rennbahn zu erfahren. Künftig will der Verein die Besichtigung zusätzlich ein bis zwei Mal im Jahr anbieten.

Präsident Gregor Baum begrüßte die Pferdefans in der Garden Lounge der Rennbahn an der Neuen Bult. Lediglich sieben Gäste hätten bislang die 72 Hektar große Pferderennbahn in Langenhagen nicht besucht, erfuhr der Präsident auf Nachfrage. Alle anderen kannten bereits die Rennbahn – und etliche Pferdesportfreunde waren bereits mehrmals Gast bei Rennen in der Flughafenstadt. Ihnen fehlte bislang lediglich der Blick durch das Schlüsselloch.

Besucherin ist bei jedem Pferderennen dabei

Dazu gehörte auch Simone Weiß aus Liebenburg bei Goslar, die bei jedem Pferderennen in den vergangenen Jahren dabei gewesen ist – und auch die insgesamt neun Rennen in diesem Jahr verfolgen möchte. „Der Rundgang und die Informationen ermöglichen eine andere Sicht auf den Rennstall“, sagte Weiß, die sich seit 30 Jahren für den Galopprennsport interessiert. Die 49-Jährige reiste mit Tochter Jolina und Stallfreundin Kerstin Lutter an. Mutter und Tochter besitzen nämlich ein Pony. Die elfjährige Jolina hatte am Sonnabend Geburtstag und zog es vor, statt mit Freunden eine Feier auszurichten, Trainer Dominik Moser bei seiner Arbeit mit den wertvollen Vollblutpferden über die Schulter zu schauen – und lange Weile kam bei dem Geburtstagskind wahrlich nicht auf.

Chip liefert Daten in Echtzeit

Moser erzählte aus seinem Trainigsalltag. Er trainiert in der dritten Saison in Langenhagen und achtet sehr auf die Gesundheit der Rennpferde. Der 45-Jährige hat sich auf die Fahne geschrieben modern – das heißt, die Rennpferde nicht zu überfordern – und mit einem entsprechenden Fitnessaufbau per Chip am Sattel zu trainieren. Das sei wie bei Läufern der Gurt um die Brust, verglich der Trainer. „Ist es wie ein EKG bei Menschen?“, fragte Besucher Horst Willer wissen. Ja, antwortete Moser: „Die Ergebnisse liefern uns, wie fit das Pferd ist, welche Kraft und Schnelligkeit es besitzt.“

Insgesamt 46 Walache von 15 Besitzern betreut der Bult-Trainer Moser. „Die Pferde sollen fit und gesund auf die Bahn gehen.“ Dabei setzt Moser auch auf Cavaletti-Übungen, kleine Hindernisse. Der Knackpunkt sei der Rücken. „Bei muskulären Problemen wenden wir auch eine Massage an“, sagte Moser. Gelenke und Sehnen seien weniger anfällig bei den Galoppern.

Tierquälerei ist ein Thema

Den Aspekt der Tierqälerei wollten Grit Gerlach und Julia Litta, die aus Winsen an der Aller angereist waren, auf den Grund gehen. Es heiße immer wieder: Pferde werden bei den Rennen gequält. Beide besitzen ein Pferd und kennen Moser, der bei seinen Eltern in Visselhövede Pferde trainierte. Bei dem Stallausflug auf der Neuen Bult erfuhren beide, wie schonend die Galopper auf ein Rennen vorbereitet werden. „Der Trainer hat uns überzeugt“, sagen beide unisono. Seine Trainingsmethode sei auf jedes Pferd abgestimmt, gewährleiste genaues Augenmerk auf das jeweilige Tier, stellten die beiden Reiterinnen fest.

Dass Moser viel Wert auf Fitness und die Tatsache, dass er ein Pferd nur laufen lässt, wenn es bereit ist, legt, überzeugte auch den langjährigen Pferdesportfan Horst Willer. Erkennbar sei es am intakten Fellkleid oder an den trüben Augen. „Der Trainer hat das Auge und die Erfahrung, er sieht, wenn es einem Pferd nicht gut geht“, sagte Willer.

Unter den wissbegierigen Besuchern waren aber auch Mütter und Väter mir ihren Kindern. Jens Bornemann begleitete seine Tochter Romina. „Ich unterstütze das Hobby meiner Tochter, die seit zwei Jahren reitet“, sagte er. Ebenfalls Iris Riede mir ihrer zwölfjährigen Tochter Marielena, die bereits beim Zukunftstag die Rennbahn kennengelernt hatte, schauten hinter die Kulissen.

Präsident nennt Zahlen, Daten und Fakten

Präsident Gregor Baum informierte die Besucher vor dem Rundgang über das Gelände: Im Durchschnitt kämen rund 10.000 Besucher zu den neun Rennen pro Jahr an die Neue Bult. Seinen Angaben zufolge erwirtschaftet der Verein 3,5 Millionen im Jahr und erhält rund eine Million Euro an Sponsorengeldern – und arbeite etwas defizitär. „Deutschland ist kein Zocker-Land und ein kleines Galoppsport-Land“, sagte der Präsident zu den Besuchern. Werden auf allen Bahnen bundesweit 25 Millionen Euro jährlich bei Rennen eingesetzt, wetten Pferdefans in den USA pro Jahr für zehn Milliarden Euro und die Briten sogar für 13 Milliarden. Dafür sei Deutschland weltweit für gesunde Pferdezucht anerkannt.

Susanne Born, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Rennvereins Hannover zuständig ist, kündigte an, das bereits im Sommer ein weiterer Termin angeboten werden soll, um die Rennbahn in Augenschein zu nehmen. „Das werden wir auch ein zweites Mal 2019 wiederholen“, sagte sie.

Anschlussstelle zur A2 ist an ersten Renntagen gesperrt

Die Neue Bult startet am Ostermontag, 22. April, in die diesjährige Rennsaison. Ab 10.30 Uhr beginnt der Osterbrunch-Renntag auf dem Gelände in Langenhagen. Doch die Besucher müssen sich auf Behinderungen bei der Anreise einstellen – zumindest, wenn sie mit dem Auto kommen. Die Autobahnauf- und abfahrt Hannover-Bothfeld zur A2 in Richtung Berlin ist für den Verkehr gesperrt. Der Grund: Die Fahrbahn der L382 wird zwischen Silbersee in Langenhagen und der General-Wever-Straße in Bothfeld saniert. Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 8. April, und sollen voraussichtlich bis zum 6. Mai dauern. Die A-2-Anschlussstelle in Richtung Berlin bleibt während der Arbeiten komplett gesperrt. Die Auf- und Abfahrt zur A2 in Richtung Dortmund wird von Donnerstag, 25. April, bis zum 6. Mai geschlossen. Während der Sanierung stehen auf der L382 in beide Richtungen nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Ebenfalls von den Bauarbeiten betroffen ist der zweite Renntag am 1. Mai. An diesem Tag müssen Autofahrer auf die Anschlussstelle Langenhagen ausweichen. Von dort erreichen sie die Rennbahn über die Walsroder Straße, den Reuterdamm und die Theodor-Heuss-Straße. Ohne Einschränkungen ist indes eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich: Besucher können am Hauptbahnhof in Hannover in die Stadtbahnlinie 1 Richtung Langenhagen steigen und mit der Bahn bis zur Haltestelle „Langenhagen Zentrum“ fahren. Von dort pendeln Shuttle-Busse direkt zur Rennbahn. jsp

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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