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Langenhagen Werstoffinseln in der Stadt werden vollgemüllt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Werstoffinseln in der Stadt werden vollgemüllt
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00:16 04.01.2019
An der Desbrocksriede können Anwohner kaum an die Papiercontainer gelangen - obwohl darin noch reichlich Platz ist. Quelle: Gabriele Gerner
Langenhagen

Die öffentlichen Müllsammelplätze in Langenhagen sorgen immer wieder für Unmut. Die Wertstoffinseln, so heißen sie korrekt, sind im wahrsten Sinne des Wortes vollgemüllt – mit illegal entsorgtem Abfall. Vor den Containern für Altpapier, Altglas und Altkleider häufen sich ausrangierte Sofas und Matratzen sowie achtlos verstreuter Restmüll. An einigen Orten gibt es inzwischen sogar Ratten.

Die Wertstoffinsel an der Klusriede ist fast täglich von Unrat übersäht – so schildern es die Anwohner. „Teilweise kommt man an die Glas- und Papiercontainer gar nicht heran, weil so viel Müll davor liegt“, sagt eine Frau, die gerade Glasflaschen in die Behälter wirft. Restmüll, ohne Tüte einfach auf die Straße geworfen, gehöre genauso zum üblichen Bild auf diesem Platz wie Sperrmüll. „Als ich eine Zeit lang hier jeden Morgen gegen 4 Uhr früh vorbeifuhr, konnte ich ganz häufig sehen, wie Leute mit Autos vorfuhren und ihren Müll hier abluden – und zwar nicht in die Container“, sagt sie empört.

An der Wertstoffinsel in der Desbrocksriede sieht es ähnlich aus. Dennoch hält Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung nichts von der Idee, den Standort aufzugeben – zumindest nicht ohne adäquate Alternative. „Jetzt, wo der Aldi hier wieder eröffnet hat, kommt vielleicht eine stärkere soziale Kontrolle zurück“, sagt sie. Hochachtung hat sie vor den Mitarbeitern, die jeden Tag den illegal entsorgten Müll entfernen und den Platz wieder sauber machen. Dass dies täglich nötig ist, macht sie jedoch wütend.

Fassungslos ist auch der ehemalige Ortsbürgermeister Detlef Euscher. „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagte er bei der Einwohnerfragestunde in der Ortsratssitzung Godshorn. Er beschreibt damit die Situation an den Müllcontainern auf dem Parkplatz des Hallenschwimmbads in Godshorn. Auch dort landen Glas und Papier nicht nur in den dafür vorgesehen Behältern, sondern vielfach auch daneben. Papier und Styropor fliegen herum, Möbel und diversen Unrat wird dort häufig abgestellt. Auch dort räumen täglich städtische Mitarbeiter auf und machen den Platz wieder sauber. Sogar Ratten wurden dort gesichtet.

Die Stadt Langenhagen und der Abfallentsorger Aha bestätigen die Probleme. „Wir sind einem Hinweis aus der Bevölkerung nachgegangen und haben eine Fachfirma damit beauftragt, am Parkplatz des ehemaligen Hallenfreibads in Godshorn Ratten zu bekämpfen“, sagt Stadtsprecherin Juliane Stahl. Beide Plätze – sowohl an der Klusriede als auch am ehemaligen Schwimmbad – würden täglich von montags bis freitags von Aha-Mitarbeitern gereinigt, so Aha-Pressesprecher Stefan Altmeyer.

Doch jeden Tag tauchen die Probleme aufs Neue auf – trotz Hinweisschildern mit den Regeln zur fachgerechten Müllentsorgung und trotz der Warnung, dass Zuwiderhandlungen mit Geldbußen bis zu 5000 Euro geahndet werden würden.

Videoüberwachung ist keine Option

„Ist es nicht möglich dort eine Videokamera zu installieren?“, fragte Euscher in der Ortsratssitzung. „Nein“, heißt es von Seiten Aha auf Nachfrage dieser Zeitung. „Videoüberwachung ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht als Aufzeichnung ... möglich“, sagt Altmeyer. Diese sei allein der Polizei vorbehalten. Lediglich eine Direktüberwachung mittels Personal am Monitor in Echtzeit sei erlaubt. Dabei würden die Aufnahmen simultan übertragen werden und müssten zeitgleich beobachtet werden. Die Kosten für Installation, Hardware, Software und externe Dienstleister seien erheblich und könnten nicht von Aha getragen werden.

Stichprobenkontrollen und Mängelmelder

Die Stadt versucht, mit verstärkten stichprobenartigen Kontrollen den Müllsündern auf die Schliche zu kommen. Gemeinsam mit Aha ist die Verwaltung sich einig, dass Hinweise aus der Bevölkerung das wichtigste Mittel seien, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Die effektivste Hilfe ist und bleibt die Unterstützung durch die Bevölkerung“, sagt Stahl. Wer widerrechtlich entsorgten Müll entdeckt, kann dies auf https://maengelmelder.langenhagen.de mitteilen. Die Stadt geht jeder Meldung auf diesem Portal nach und meldet öffentlich einsehbar den Bearbeitungsstand des geschilderten Problems.

Hier können Sie Ihren Müll entsorgen

Aha ermöglicht die kostenlose Entsorgung von Abfällen an insgesamt 21 Wertstoffhöfen, 660 Wertstoffinseln mit Containern und 55 Grüngut-Annahmestellen in der Region Hannover. Außerdem gibt es die kostenfreie Sperrmüll-Abfuhr. Informationen zu Entsorgungsmöglichkeiten für Altglas, Altkleider und Altpapier in Wohnortnähe gibt es im Internet auf www.aha-region.de. Anrufer können sich zudem an die kostenlose Service-Hotline Telefon (0800) 9991199 wenden. Die nähsten Aha-Wertstoffhöfe befinden sich in der Mecklenheidestraße 73 in Hannover und an der Straße Auf der Haube in Bissendorf. ger

Widerrechtliche Müllentsorgung und ihre Folgen

Wer Müll oder Wertstoffe auf Straßen oder Wertstoffinseln liegen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, möglicherweise sogar eine Straftat. Beides wird mit Geldbußen und in Extremfällen auch mit Haftstrafen geahndet. Kleinigkeiten wegzuwerfen, so genanntes Littering, kostet 15 Euro Bußgeld, ein wilder Sperrmüllhaufen wird bei Ersttätern mit 75 Euro plus Entsorgungskosten geahndet.

Sechs Teams aus jeweils zwei Mitarbeitern kümmern sich um die Sauberhaltung der Aha-Werstoffinseln im Umland von Hannover. Jeder Müllablageplatz wird mindestens zwei Mal wöchentlich gereinigt. Dabei werden die widerrechtlich gelagerten Abfälle entsorgt, darunter auch sperrige Gegenstände wie Sessel oder Sofas. Jährlich müssen nach Angaben von Aha auf den Wertstoffinseln rund 1000 Tonnen Abfälle entsorgt werden, was zu erheblichen Zusatzkosten führt. ger

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