Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Zwei Landwirte kooperieren erfolgreich
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Zwei Landwirte kooperieren erfolgreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 31.05.2017
Die Schulenburger Landwirte Björn Wilhelms (38, links) als Ackerbauer und Fleischrindzüchter Jörg Döpke (45) haben einen nahezu geschlossen Produktionskreislauf gestaltet. Quelle: PATRICIA CHADDE
Schulenburg

Jörg Döpkes 120 Mutterkühe und sechs Deckbullen stehen winters im Kaltstall des Schulenburger Landwirts. "Den haben wir vor zwei Jahren neu gebaut", berichtet der 45-Jährige, dessen Hofstelle in der Dorfstraße seit ungezählten Generationen existiert. "10 Grad gefällt den Wiederkäuern besser als 30 Grad", erläutert Döpke die Vorlieben seines Fleckviehs, welches in diesen Tagen angesichts des mächtig sprießenden Grases wieder auf die Weide gekommen ist.

Während Döpke und sein Nachbar Björn Wilhelms zuletzt noch durch die Stallgasse stiefelten, ließen sich die Tiere beim Futtern der Grassilage nicht groß ablenken. Nur der stattliche Deckbulle, ein Fleischrind der Rasse Limousin und vor drei Jahren Sieger der Auktion in Tarmstedt, trieb ein weibliches Tier durch das Stroh. "Ach, sie ist bullig" stellte Wilhelms mit fachkundigem Blick auf eine paarungsbereite Kuh fest. Döpke lässt weibliche und männliche Rinder zusammen, auch die Kälber bleiben bei der Mutter. Falls es dem Nachwuchs zu turbulent wird, können sich die "Kleinen"  durch einen schmalen Durchlass namens "Kälberschlupf" in den ruhigeren Stallbereich verziehen.

Dass die Stall-Atmosphäre völlig entspannt ist, fällt in der Regel erst auf, wenn sich das leise Tuckern des Hoftrucks nähert. Mit lautem Muhen wird dann Mitarbeiter Franky (23) von den Fleischrindern begrüßt. Die Tiere wissen aus Erfahrung: Sind sie selbst im Stall und nähert sich dieses Geräusch, wird ein neuer Silagerundballen angeliefert. "Heusilage ist der Klassiker, Maissilage das Leckerli", erklärt Björn Wihelms.

Während sich Jörg Döpke auf die Zucht von Fleischrindern spezialisiert hat, die im Winter im Stall und während der Vegetationszeit auf den Weiden in Schulenburg, Resse oder Brelingen grasen, betreibt sein Nachbar Björn Wilhelms vor allem Ackerbau. Von der Zusammenarbeit haben beide Vorteile: mit der Kuhmist-Strohmischung aus Döpkes Kaltstall düngt Wilhelms seinen Ackerboden, dafür nutzt Döpke bei der Ernte anfallendes Stroh als Einstreu. "Wir helfen uns gegenseitig", erläutert Björn Wilhelms enge Kooperation, welche schon ihre Väter pflegten.

"Mit unserem Wohnort Schulenburg haben wir Glück, was die Stimmung angeht", so Wilhelms. Hier wird es toleriert, wenn Landwirte mit großen Gespannen durch die schmalen Straßen fahren. Die öffentliche Meinung, die Entwertung des Berufsstandes, zehrt dagegen am Gemüt der beiden modern aufgestellten Landwirte. "Ich würde mich freuen, wenn Kindergärten und Schulklassen mal vorbeikommen und sich vor Ort darüber informieren, wie regionale Nahrunsgmittelproduktion heute abläuft", lädt Döpke ein.

Vivi Schörder, Schülerin der Sekundarstufe II, hat dieses Interesse bereits gezeigt: "Sie sollte ein Referat über den Wandel der Landschaft schreiben und fragte mich ohne Umschweife: wachsen oder weichen?", so Jörg Döpke. Zusammen mit seiner Frau Ulrike (43), die als Pferdzüchterin von Hannoveranern spezialisiert ist, haben sich Döpkes für Konzentration und Wachstum entschieden. Ob die Ausrichtung zukunftsfähig bleibt und eines ihrer Kinder mal die Nachfolge antreten möchte, wird sich zeigen. In jedem Fall haben sich Björn Wilhelms und Jörg Döpke mit ihrer Kooperation, den kurzen Wegen und ihrem Verwertungskreislauf zukunftsfähig aufgestellt.

Von PATRICIA CHADDE

Der Seniorenbeirat Langenhagen will sich gegen stimmberechtigte Ratspolitiker in seinen Reihen wehren. Das Gremium wird darüber am Dienstag öffentlich debattieren. Es reagiert damit auf den Streit um eine entsprechende Beteiligung am Beirat für Menschen mit Behinderungen.

Rebekka Neander 31.05.2017

Für die im September anstehende Bundestagswahl sucht die Stadt wieder Freiwillige. Für die 35 Langenhagener Bezirke müssen sich 280 Ehrenamtliche melden. Ihnen winkt zum Dank ein Erfrischungsgeld in Höhe von 35 Euro. Wahlvorsteher und Schriftführer erhalten wegen der Verwantwortung gar zehn Euro mehr.

Sven Warnecke 31.05.2017

Insgesamt 116 offensichtlich nachgemachte Sweatjacken der Firma Naketano hat die Polizei am Sonnabend gegen 14.45 Uhr an mehreren Verkaufsständen auf einem Flohmarkt an der Theodor-Heuss-Straße beschlagnahmt.

Roman Rose 31.05.2017