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Lehrte Feuerwache wird ein Jahr später fertig
Aus der Region Region Hannover Lehrte Feuerwache wird ein Jahr später fertig
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17:31 23.10.2018
Der Rohbau der neuen Lehrter Feuerwache steht, aber die Fertigstellung verzögert sich enorm. Quelle: Achim Gückel
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Lehrte

Wäre alles nach Plan gelaufen, würde Lehrtes Ortsfeuerwehr bereits in ihrer neuen Feuerwache arbeiten. Doch jetzt steht fest: Die Verzögerungen beim Bau des 20-Millionen-Euro-Projekts summieren sich auf rund ein Jahr. Erst im Sommer 2019 wird der erste Bauabschnitt fertig sein, im August könnte die Feuerwehr aus ihrer bisherigen Wache aus- und in die neue einziehen. Das ist jetzt in einer Sitzung des Bau- und Verkehrsplanungsausschusses deutlich geworden. Die Politiker kommentierten die Ausführungen des Projektleiters Uwe Scholz nicht. Im Rathaus lautet die Devise in Sachen neue Feuerwache „Gründlichkeit vor Tempo“.

Die Feuerwache wird von einer Arbeitsgemeinschaft unter der Führung der Carl Schuhmacher GmbH errichtet. Diese hat jetzt den neuen Bauzeitenplan ausgearbeitet. Scholz stellte ihn in der Sitzung im Detail vor und ging dabei auch auf die enormen Probleme ein, mit denen das Projekt nach dem ersten Spatenstich im Dezember 2017 begonnen hatte. Das Gelände nördlich der Schützenstraße sei nach dem Zweiten Weltkrieg „nicht unerheblich“ aufgefüllt worden, sagte er. Man habe es, bevor die Bagger kommen konnten, mit einer aufwändigen Rasteruntersuchung unter die Lupe nehmen müssen. Zu Tage kam unter anderem Hausmüll und stark mit Eisen verunreinigtes Wasser, das aufbereitet werden musste. Auch die Kampfmittelsondierung habe viel Zeit gekostet. All das verursachte Zusatzkosten in sechsstelliger Höhe.

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Aus diesem Grunde seien die wirklichen Bauarbeiten auch erst am 26. März dieses Jahres losgegangen. „Wir mussten alles vollkommen neu durchplanen“, sagte Scholz und nannte als weiteres Problem die Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft. Dadurch gebe es bei einzelnen Gewerken immer wieder Engpässe. „Man bekommt einfach keine Firmen“, erläuterte der Projektleiter.

Jetzt könne man jedoch vermelden, dass der Rohbau der neuen Feuerwache steht und der Innenausbau beginne. Hohe Priorität hätten jetzt allerdings auch die Außenanlagen, die ebenfalls vollkommen funktionstüchtig sein müssten, bevor die Feuerwehr einziehen könne. „Und damit kommen wir nun in die schlechte Jahreszeit“, warnte Scholz: „Dadurch rutschen wir mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts weit ins Jahr 2019 rein.“

Im Juli soll der Neubau jedoch bezugsfertig sein, heißt es jetzt. Dann folgen eine Probephase sowie der Einzug der Feuerwehr. Diese sei nicht ganz trivial, denn es müsse ja jederzeit die Einsatzbereitschaft der Mannschaft gewährleistet sein.

Im zweiten Bauabschnitt werde dann die alte Feuerwache abgerissen und der städtische Baubetriebshof vollständig umgestaltet. Der Rohbau dafür soll laut Scholz Ende 2019 stehen, Ende Juli 2020 soll dann auch dieser Teil des Millionenprojekts fertig sein. Scholz betonte, dass dieser Zeitplan in gemeinsamer Absprache mit allen Beteiligten erstellt worden sei. Rund 95 Prozent aller Aufträge seien bereits an Firmen vergeben: „Es sind nur noch Reste offen, etwa bei der Möblierung, der Kücheneinrichtung und bei Beschilderungen.“

Von Achim Gückel