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Lehrte Volkstrauertag: Flüchtlinge als Redner?
Aus der Region Region Hannover Lehrte Volkstrauertag: Flüchtlinge als Redner?
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16:26 26.11.2018
Der Volkstrauertag am Mahnmal in Lehrte. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Gottesdienst, Kranzniederlegung, eindringlich mahnende Worte: Die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag haben zumeist sehr traditionelle Formen. Achim Rüter, Vorsitzender des Lehrter DRK, schlägt nun vor, diese Formen aufzubrechen. Denn mittlerweile erreiche die Veranstaltung zum Mahn- und Gedenktag viele Menschen nicht mehr. In einer Mitteilung schlägt Rüter vor, „Menschen oder Gruppen, die heutzutage Terror, Verfolgung, Flucht und Gewalt persönlich erfahren mussten“, einzuladen oder zu Wort kommen zu lassen. Damit meint der DRK-Chef insbesondere Flüchtlinge, die in Lehrte leben.

Die Stadtverwaltung, die die Gedenkfeier am Mahnmal neben der Matthäuskirche organisiert, reagiert wohlwollend auf Rüters Ansinnen. „Wir sind offen für Gespräche. Über gute Vorschläge können wir uns gern unterhalten“, sagt Fabian Nolting, Pressesprecher der Stadt.

Rüter betont, dass das DRK Lehrte schon seit vielen Jahren stets mit einer Abordnung an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag teilnehme. „In all den Jahren haben Redner immer wieder aus aktueller und persönlicher Sicht bewegend gesprochen“, sagt er. Und mit Blick auf die globale Entwicklung habe der Gedenktag auch unverändert seine Berechtigung. Doch den Blick allein auf die Kriege der Vergangenheit zu richten, reiche nicht mehr aus. Das sei ein „Auslaufmodell“ meint Rüter: „Wir können tief dankbar sein, dass wir so lange in Frieden leben. Was uns verloren geht, ist der Bezug zum Frieden auf dem gesamten Globus.“

Der DRK-Vorsitzende schlägt nun vor, den Volkstrauertag in Lehrte mit einer konfessionsübergreifenden Veranstaltung zu feiern, an der auch konfessionsfreie Gemeinschaften aktiv teilnehmen. So könne es gelingen, mit den Feierlichkeiten wieder mehr Menschen anzusprechen, auch aus verschiedenen Altersgruppen.

Rüter untermauert auch seine Idee, Flüchtlinge mit einzubinden: „Bei uns in Lehrte haben Menschen aus verschiedenen Krisengebieten eine Zuflucht gefunden. An diesem Tag können auch sie den Verlust von Angehörigen oder Freunden betrauern und ihrem Wunsch nach Frieden Ausdruck geben.“ Derzeit lebten mehr als 1000 geflüchtete Menschen in der Stadt. Für das Rote Kreuz sei es im Übrigen „eine Mission“, für Frieden und Völkerverständigung einzutreten, betont Rüter. Das werde auch am Runden Tisch deutlich, der Flüchtlingshilfe in der Kernstadt, die das DRK ins Leben gerufen hat.

Und noch etwas erwähnt Rüter. An der Gedenkfeier am Lehrter Ehrenmal nähmen immer weniger Menschen teil, die Delegationen aus Vereinen würden immer kleiner. 50 bis 60 Personen seien es in diesem Jahr nur noch gewesen. Auch beim DRK werde es zunehmend schwierig, eine Abordnung zusammenzustellen. Und in diesem Jahr hätten beim Roten Kreuz in der ersten Reihe drei Ehrenamtliche gestanden, die aus Syrien und dem Irak stammten.

Der Volkstrauertag geht auf eine Initiative des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge von 1919 zurück, um der deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Seit 1925 wird der Gedenktag regelmäßig begangen, seit 1952 stets zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag. Heute erinnert er an alle Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. Beispiele, dass die Gedenkfeier in heutiger Zeit auch von Flüchtlingen mitgestaltet wird, gibt es bereits, etwa in der Wennigser Ortschaft Bredenbeck.

Von Achim Gückel

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