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Lehrte Dorffehde steht im Zeichen des Klimaschutzes
Aus der Region Region Hannover Lehrte Dorffehde steht im Zeichen des Klimaschutzes
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00:15 29.05.2017
Beim Windbeutel-Wettessen dürfen die Teilnehmer auf keinen Fall ihre Hände benutzen. Quelle: Katja Eggers
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Sievershausen

Bei der 14. Auflage der nicht ganz ernst gemeinten Dorffehde kämpften die beiden Dorfhälften diesmal nicht nur gegeneinander, sondern auch gemeinsam für den Klimaschutz. Vom Eröffnungsgottesdienst über die Spiele ohne Grenzen bis hin zu allerlei Mitmachaktionen zog sich das Thema Klimaschutz wie ein roter Faden durch den ganzen Tag. Denn der TSV hatte dazu passende Spiele vorbereitet. Von TSV-Chef Jörg Schwieger erfuhren die Teilnehmer und Zuschauer jede Menge Wissenswertes rund um Müllvermeidung, Lebensmittelabfälle, Windenergie, Wassereinsparung und Altkleiderrecycling.

"Pro Jahr werden in Deutschland 17 Milliarden Einweg-Plastikflaschen verbraucht, das sind 500.000 Tonnen Müll", erklärte TSV-Chef Jörg Schwieger etwa vor dem Flaschendrehen. Bevor die Kinder beim Windbeutel-Wettessen die vor ihnen liegenden Sahneteilchen ganz ohne Zuhilfenahme der Hände vertilgen mussten, betonte Schwieger, dass die Windenergie zu den umweltfreundlichsten, saubersten und sichersten Energieressourcen gehört. Passend zum Spiel Wassertransport mahnte der TSV-Chef, künftig mit dem Warmwasserverbrauch sparsamer umzugehen. "Warmwasser ist einer der größten Energiefresser in privaten Haushalten", erklärte Schwieger.

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Die vierjährige Ela und ihr Bruder Theo (6) aus Altwarmbüchen probierten mit den sogenannten Naturonauten Lili Löwenmaul und Claudius Immergrün selbst gebaute Solarzellen aus. Papa Gregor Dehmel war von dem neuen Konzept ganz begeistert. "Die Spiele ohne Grenzen waren an sich schon immer toll, den Wettbewerb jetzt noch dem Thema Klimaschutz zu widmen, finde ich super", sagte Dehmel.

Kerstin Pawils freute sich, dass bei der Dorffehde verstärkt auf die Abfallvermeidung geachtet wurde. Die Bratwurst wurde direkt im Brötchen, Pommes auf essbaren Schalen und Steaks auf echten statt auf Papptellern serviert. "Das spart Verpackungsmüll, und die echten Messer schneiden auch viel besser als die aus Plastik", sagte Pawils.

Mit dem Konzept der Dorffehde im Zeichen des Klimaschutzes hatte der TSV auch die Jury des Ideenwettbewerbs "Klima(s)check für Sportvereine" überzeugt und sich prompt das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro gesichert. Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, überreichte Schwieger nach den Spielen einen symbolischen Scheck.

"Dem Verein ist es gelungen, ganz ohne erhobenen Zeigefinger aufzuzeigen, was man alles für den Klima- und Umweltschutz tun kann", sagte Ruth Märtin von der Klimaschutz- und Energieagentur. Mit dem Preisgeld will der TSV im Verein nun unter anderem alte Leuchtmittel gegen effiziente LEDs austauschen.

Nach dem gemeinsamen Streiten für den Klimaschutz endete die Dorffehde am Ende ebenfalls einvernehmlich. Norddorf und Süddorf trennten sich 6:6 unentschieden.

Von Katja Eggers