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Lehrte Zukunft des Klinikums: Streit und Infoabend
Aus der Region Region Hannover Lehrte Zukunft des Klinikums: Streit und Infoabend
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17:18 21.12.2018
Die Diskussion um die Zukunft des Lehrter Krankenhauses wird immer heftiger. Quelle: Archiv
Lehrte

Die Debatte um die Zukunft des Lehrter Krankenhauses steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Das Klinikum Region Hannover (KRH), zu dem auch das Lehrter Haus gehört, lädt zu einer Informationsveranstaltung im Kurt-Hirschfeld-Forum ein. Am 16. Januar wolle man den Beschluss zum Erhalt des Krankenhauses öffentlich erläutern, Zusammenhänge mit der Krankenhausplanung des Landes herstellen und mögliche Missverständnisse ausräumen, heißt es in einer Pressemitteilung des KRH. Das Klinikum Lehrte sei „gesetzt“.

Gleichzeitig kommt von Lehrtes CDU-Chef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens erneut heftige Kritik. Der KRH-Aufsichtsratvorsitzende, Regionspräsident Hauke Jagau (SPD), habe „Lehrte ans Messer geliefert“ und die „Lehrter Interessen entgegen der Beschlüsse der Regionsversammlung verdealt“. Der Christdemokrat bezieht sich dabei auf ein Ergebnis von Gesprächen des Lehrter Bürgermeisters Klaus Sidortschuk (SPD) mit einem Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium, über deren Ergebnisse das Stadtoberhaupt jetzt die Ratsmitglieder in Kenntnis gesetzt habe. Darin heiße es, dass nach der Umsetzung der Beschlüsse des Krankenhausplanungsausschusses, der dem Ministerium zuarbeitet, „kein richtiges Krankenhaus der Grund- und Realversorgung“ mehr in Lehrte bestehe, zitiert Deneke-Jöhrens.

„Ganz klare Positionierung“ für Lehrte

In der Mitteilung des KRH-Aufsichtsrats klingt das anders. Die Infoveranstaltung am Mittwoch, 16. Januar, ab 17.30 Uhr im Lehrter Forum habe einen einfachen Hintergrund: Man wolle eine „ganz klare Positionierung“ des KRH und seines Eigentümers, also der Region, zum Erhalt des Standortes Lehrte deutlich machen. Diese Position sei jüngst in einer Sitzung des Aufsichtsrats bekräftigt worden. Auch die Koalitionspartner SPD und CDU in der Regionsversammlung hatten in dieser Woche den Erhalt des Klinikums an der Manskestraße beteuert. Er ist im Koalitionsvertrag ausdrücklich festgeschrieben.

Allerdings habe es oft „verwirrende Berichterstattung“ zur Krankenhausplanung im Osten der Region Hannover gegeben, heißt es in der Mitteilung des KRH weiter. Das habe zu Irritationen geführt. Von unterschiedlichen Seiten sei immer wieder der Eindruck vermittelt worden, dass es Unsicherheiten um die Zukunft des Lehrter Krankenhauses gebe. Um Klarheit zu schaffen, wolle man nun den Lehrtern Informationen aus erster Hand geben. Dazu werden am 16. Januar die KRH-Geschäftsführung, das Direktorium der Lehrter Klinik sowie Hauke Jagau zur Verfügung stehen.

Deneke-Jöhrens bezieht sich in seiner Kritik nun auf die Ansage, dass das Lehrter Klinikum laut aktueller Planung doch keine Aufwertung durch eine altersmedizinische Abteilung erhalten soll. Lehrter Ratspolitiker aus verschiedenen Lagern sehen das als eine Art Todesurteil für das Haus an.

CDU-Chef: „Bürgermeister war zu lange untätig“

Der Lehrter CDU-Chef schießt sich in seiner Kritik nun insbesondere auf Sidortschuk und Regionspräsident Hauke Jagau ein. Sidortschuk ruft er in einem öffentlichen Brief sarkastisch den Satz „willkommen in der Wirklichkeit“ zu. Er sei zu lange untätig gewesen. Bereits im April hätten sich hingegen CDU-Landtagsabgeordnete mit einem Staatssekretär des Sozialministeriums getroffen und die Lage erörtert. Schon damals sei deutlich geworden, dass es schlecht um die Zukunft des Lehrter Krankenhauses stehe. Im Detail habe man spätestens im September bescheid gewusst.

Auf Seiten der Lehrter SPD habe man die Sache aber wohl nicht ernst genommen und „blind auf den Genossen Herrn Regionspräsident Jagau vertraut“. Sidortschuk werfe sich nun mit seiner Kontaktaufnahme mit dem Sozialministerium, die am 11. Dezember erfolgt sei, „hinter den fahrenden Zug“. Deneke-Jöhrens’ Brief gipfelt in dem Vorwurf, entweder habe sich Sidortschuk „vorher um gar nichts gekümmert oder er ist von seinen Genossen belogen worden“. Auf jeden Fall habe das Lehrter Stadtoberhaupt „komplett versagt“ und die „anderen Lehrter SPD-Granden“ hätten „entweder geschlafen oder der Bevölkerung bewusst Sand in die Augen gestreut“. Auch von Beschwichtigungsversuchen des SPD-Ratsfraktionschefs Bodo Wiechmann spricht Deneke-Jöhrens. Jagau habe Lehrte „verraten und verkauft“, wage es aber „gegen alle Fakten zu behaupten, dass unser Krankenhaus immer noch zukunftssicher ist“.

Zeit zu schade für Jagaus Besuch in Lehrte?

Deneke-Jöhrens zweifelt nun auch daran, dass es sinnvoll ist, Jagau nach Lehrte zu bitten. Das war erst kürzlich vom Rat der Stadt so beschlossen worden. Der Regionspräsident hatte seine Anwesenheit in der nächsten Lehrter Ratssitzung Ende Januar bereits zugesagt. Deneke-Jöhrens meint allerdings, es sei eigentlich die Zeit zu schade für solch einen Besuch. Es sei denn, Jagau bringe einen Staatssekretär oder die Sozialministerin mit.

Deneke-Jöhrens’ heftige Wortwahl wirft auch ein Schlaglicht darauf, was die lokale politische Landschaft in Lehrte beherrschen wird: Ende Mai ist Bürgermeisterwahl in der Stadt.

Von Achim Gückel

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