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Lehrte Konfirmanden ziehen auf Kreuzweg durch die Stadt
Aus der Region Region Hannover Lehrte Konfirmanden ziehen auf Kreuzweg durch die Stadt
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14:01 22.02.2018
An Station 1 bereiten die Kreuzwegteilnehmer symbolisch Jesus den Weg nach Jerusalem mit Tüchern, die sie vor ihm auf den Weg legen. Quelle: Sandra Köhler
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Lehrte

 Diese Aktion ist außergewöhnlich: Seit einigen Jahren schicken die evangelischen Kirchengemeinden Matthäus und Markus ihre Konfirmanden auf einen Kreuzweg, der den traditionellen Vorstellungsgottesdienst ersetzt. Er führt einmal quer durch die Stadt, von einem Gotteshaus zum anderen. Er führt zu insgesamt sieben Stationen – und hinter der Aktion stecken viel Arbeit und Logistik. Am Sonntagvormittag waren nicht nur die knapp 60 Konfirmanden der zwei Gemeinden dabei, um die Leidensgeschichte Jesu Christi nachzuerleben, sondern auch viele Gemeindemitgliede, Eltern und Verwandte. 

Beginnend in der Matthäuskirche am Markt wanderten insgesamt sechs Gruppen, geführt von sogenannten Guides, über Osterstraße, Ostring, Germaniastraße, Schützenplatz, die Straße Am Stadtpark und die Steinstraße zum Markuskirche. Wer wollte, konnte, ganz zeitgemäß, die Route sogar per QR-Code über Google Maps auf sein Mobiltelefon laden. Nicht nur das Kirchenzentrum am Markt und die beiden Kirchen der in der Konfirmandenarbeit kooperierenden Gemeinden waren Stationen des Kreuzwegs, sondern Sondern auch die Nikolauskirche im alten Dorf, das Fachwerkhaus iM Stadtpark, die Städtische Galerie an der Zuckerpassage und die Friedhofskapelle.

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Im E-Werk der Stadtwerke schenkten Ehrenamtliche wie Markus-Kirchenvorsteherin Katrin Telschow-Don und Monika Schneider, die für eben jenes Amt in Matthäus kandidiert, Kaffee und Getränke aus. „Es ist toll, dass so viele Eltern die  Kreuzwegstationen besuchen“, sagte Telschow-Don. Zusätzlich zu den Konfirmanden waren mehr als 30 Ehrenamtliche im Einsatz, dazu die Hauptamtlichen der Kirchengemeinden.

„Das alles ist eine Wahnsinnslogistik“, sagte Matthäus-Pastorin Gesa Steingräber-Broder. Sie gab den Gruppen nicht nur einen Segen mit auf den Weg, sondern auch die Anregung, die Geschehnisse der Passion Jesu in einen Bezug zum eigenen Leben zu setzen: „Finde ich mich darin wieder, was hat das mit meinem Leben zu tun?“ Wie zu Beginn im Kirchenzentrum am Markt mit dem Einzug in Jerusalem gab es an fast jeder Station eine szenische Umsetzung des entsprechenden Bibeltextes. Mal spielten allein die Konformanden die Handlung vor, mal wurden alle Besucher mit einbezogen. So etwa in der Friedhofskapelle, wo sie als Gefolgsleute von Soldaten den dort am Kreuz hängenden Jesus verhöhnen sollten. 

Passend zum ersten Abendmahl  reichten die Jugendlichen Brot und Weintrauben, in der Städtischen Galerie konnten die Besucher die Gewissensfrage des Pilatus nachvollziehen, indem sie ihre guten und schlechten Taten aufschrieben. Im Fachwerkhaus wanderten eigene Ängste auf Kreuze, die bis zum Abschluss in der Markuskirche mitgenommen wurden. Dort endete der Kreuzweg  mit dem Lied „Christ ist erstanden.“ 

Von Sandra Köhler