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Lehrte Drobel-Hinterhof wird offiziell zum Szenetreff
Aus der Region Region Hannover Lehrte Drobel-Hinterhof wird offiziell zum Szenetreff
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16:30 11.02.2019
Thomas Tschirner von der Drobel zeigt den Hinterhof, der nun zum Szenetreffpunkt werden soll. Quelle: Archiv / Achim Gückel
Lehrte

Die Finanzierung steht, die Erwartungen an diesen ungewöhnlichen Schritt sind groß: Die Stadt bekommt einen offiziellen und von öffentlichem Geld finanzierten Treff für Suchtkranke. Der sogenannte Szenetreffpunkt entsteht auf einem Innenhof hinter den Räumen der Drogenberatung Lehrte (Drobel) an der Bahnhofstraße. Er soll dafür sorgen, dass die Drogenkranken wieder näher an den Ort der Suchtprävention heranrücken und dass sie sich von anderen Stellen im Stadtgebiet zurückziehen, wo ihre Anwesenheit als Problem wahrgenommen wird.

Die Idee, den Szenetreffpunkt im Hinterhof zu etablieren, ist schon fast zwei Jahre alt. Seinerzeit hatten sich Drogen- und Alkoholabhängige regelmäßig auf einem Bahngelände direkt gegenüber der Drobel getroffen. Das störte zwar viele Passanten und Anwohner, die Verantwortlichen bei der Drogenberatung sahen aber auch Vorteile – etwa wenn es zu Konflikten und gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, bei denen die Drobel-Mitarbeiter zügig einschreiten konnten.

Illegaler Szenetreff auf Bahngelände

Dann sperrte die Bahn den illegalen Szenetreffpunkt, und die Nutzer zogen sich an andere Stellen im Gebiet der Innenstadt zurück – etwa hinter des Rathaus, in die Nähe der Ausgabestelle der Lehrter Tafel, wo es wiederum Konflikte gab. Thomas Tschirner, Leiter der Drobel, gab damals zu Protokoll, dass man nun „wieder mit mehr ordnungswidrigen und gesundheitsgefährdenden Situationen in der Szene“ rechnen müsse.

Doch dann stockte das Vorhaben mit dem Szenetreff, weil zwischenzeitlich ein Umzug der Drobel an eine andere Stelle in der Innenstadt zur Debatte stand. Damit wäre der Treff im Hinterhof gestorben gewesen. Aus dem Umzug wurde nichts, nun kam das Thema in einer Sitzung des Lehrter Sozialausschusses wieder auf die Tagesordnung.

Insgesamt 16.000 Euro Zuschuss

Dabei bekräftigten die Kommunalpolitiker, dass der bereits bewilligte und im städtischen Haushalt eingeplante Zuschuss von 10.000 Euro für den Betrieb des Szenetreffs nun fließen soll. Weitere gut 6000 Euro kommen von der Region Hannover. Damit seien alle Kosten gedeckt, heißt es.

Das Geld wird im Wesentlichen benötigt, um eine Betreuung für die Gäste im Hinterhof-Treff an der Drobel zu gewährleisten. Dafür sollen zwei Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis beschäftigt werden. Tschirner gab im Sozialausschuss auch zu Verstehen, dass ein Großteil der Suchtkranken, für die der Szenetreff dienen soll, das Projekt befürwortete. In einer Umfrage hätten sich 80 Prozent von ihnen dafür ausgesprochen.

Einjährige Probephase

Tschirner betonte, dass es sich bei dem Szenetreff zunächst um einen „Versuchsballon“ handele. Das Projekt sei vorerst auf ein Jahr befristet. Man wolle schon nach sechs Monaten, also nach dem Sommer, ein erstes Fazit ziehen. Laut Tschirner soll das Rauchen und Alkohol trinken im Szenetreff ausdrücklich erlaubt sein, nicht aber der Handel mit Drogen. Der Treff soll über die bisherigen Drobel-Öffnungszeiten von wochentags 7.30 bis 11 Uhr geöffnet sein. Die Zeiten werde man an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.

„Es können dort alle Suchtkranken hinkommen“, sagte Tschirner. Auch einen aus Spenden finanzierten Automaten mit Produkten der Gesundheitsvorbeugung werde man in dem Innenhof installieren. Damit könne man Krankheiten aktiv vorbeugen. Und den Fußweg und den Bereich vor der Drobel an der Bahnhofstraße werde man von der Kundschaft freihalten, versicherte er.

Von Achim Gückel

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