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Lehrte Früheres Ehepaar steht wegen Prügelei vor Gericht – Sohn als Zeuge sitzt selbst in Haft
Aus der Region Region Hannover Lehrte Früheres Ehepaar steht wegen Prügelei vor Gericht – Sohn als Zeuge sitzt selbst in Haft
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14:58 08.08.2019
Das Amtsgericht Lehrte verhandelt den Fall eines damaligen Ehepaares, das sich im Foyer des Gerichts geprügelt hat. Quelle: Oliver Kühn
Lehrte

Das Amtsgericht Lehrte verhandelt derzeit einen Fall, in dem es um eine Prügelei unter seinem eigenen Dach geht. Ein damaliges Ehepaar und die neue Frau des Mannes waren vor zwei Jahren bei einem Sorgerechtsstreit um ihren damals 15-jährigen Sohn im Foyer an der Schlesischen Straße aufeinander losgegangen. Dazu soll auch der heute 17 Jahre alte Sohn aussagen. Dieser hatte im Januar in Lehrte für Schlagzeilen gesorgt: Der Jugendliche hatte einen 20-Jährigen in der Südstraße fast umgebracht und verbüßt wegen versuchten Totschlags eine mehrjährige Freiheitsstrafe in der Jugendstrafanstalt Hameln.

Verstörende Szenen im Gerichtsfoyer

Es müssen verstörende Szenen gewesen sein, die sich vor zwei Jahren im Foyer des Amtsgerichts abgespielt haben. Weil der Ex-Mann seine neue Frau mitbrachte, eskalierte die Situation. Wie Zeugen berichteten, schlug die Ex-Frau ihrer Nachfolgerin nach einem kurzen Wortgefecht ins Gesicht. Daraufhin entstand eine Rangelei, bei der sich die beiden Kontrahentinnen ineinander verkeilten. Der Ehemann der Attackierten sei dazwischen gegangen und habe seine Ex-Frau von hinten festgehalten. Im weiteren Verlauf des Kampfes habe sich die Frau zu Boden sacken lassen. Daraufhin soll ihr Ex-Mann sie mehrmals getreten haben.

Sowohl die heute 34-jährige Angreiferin aus Lehrte als auch ihr Ex-Mann mussten sich nun vor Gericht verantworten, die Frau für leichte, der Mann für schwere Körperverletzung. Die Anklage gegen die Frau wurde aber nach kurzer Verhandlungszeit mit zwei weiteren Anklagen verrechnet und in diesem Prozess fallen gelassen. So blieb nur noch die Anklage gegen den 37-jährigen Mann bestehen.

Zeugen bestätigen Vorwürfe

Der Angeklagte äußerte dann seine Version der Geschehnisse. Seine Ex-Frau habe sich, nachdem sie sich zu Boden fallen ließ, an seinem Bein festgekrallt. Um sich von ihr zu befreien, habe er nur sein Bein hin und her geschüttelt, was für die Zeugen im Foyer wohl wie ein Zutreten ausgesehen habe. Doch das bestritten die beiden Sozialarbeiter, die aufgrund des Sorgerechtsstreits im Gericht anwesend waren und den Streit beobachtet hatten. „Nachdem die Frau zu Boden ging, hat der Mann mehrmals mit mittelmäßiger Kraft auf sie eingetreten. Mein Kollege hat sofort den Wachtmeister geholt“, sagte eine 32-jährige Sozialarbeiterin vor Gericht aus. Der Justizvollzugsbeamte trennte die beiden Parteien schließlich.

Auch die damalige Anwältin der Angreiferin bestätigte diese Aussage. „Sie war danach richtig weggetreten und blutete aus der Nase, nachdem der Wachtmeister den Streit aufgelöst hatte.“ Die 34-jährige Angreiferin dagegen, die in diesem Fall das Opfer war, konnte die Tritte gegen sich nicht bestätigen. Sie habe im Verlauf der körperlichen Auseinandersetzung den Überblick verloren. Sie habe aber seit diesem Tag fast durchgängig Kopf- und Rückenschmerzen und belegte ihre Verletzungen durch ärztliche Atteste.

17-jähriger Sohn als Zeuge aufgerufen

Die beiden Aussagen beschrieben den Tathergang auf sehr ähnliche Weise und belasteten dadurch den Angeklagten, urteilte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Wir haben unabhängige Zeugen, die den Tathergang übereinstimmend gegen den Angeklagten darstellen.“ Doch der Verteidiger des 37-jährigen Angeklagten wollte es damit nicht auf sich beruhen lassen. Er beantragte, den Sohn des Angeklagten als zusätzlichen Zeugen aufzurufen, der während des Streits neben seiner Mutter und Stiefmutter gestanden habe.

Der 17-Jährige sitzt wegen versuchten Totschlags in der Jugendstrafanstalt Hameln ein. Er hatte sein 20-jähriges Opfer am 5. Januar mit einem spitzen Gegenstand dermaßen brutal auf den Kopf geschlagen, dass die Ärzte ihm nur mit einer Notoperation das Leben retten konnten und er einige Wochen im künstlichen Koma lag. Amtsgerichtsdirektor Robert Glaß unterbrach deshalb die Verhandlung, der Sohn soll nun bei der Fortsetzung am 27. August aussagen.

Von Philipp Bader und Oliver Kühn

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