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Lehrte Gymnasium bietet erstmals Schüleraustausch mit Israel an
Aus der Region Region Hannover Lehrte Gymnasium bietet erstmals Schüleraustausch mit Israel an
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00:17 08.06.2019
Bereiten gemeinsam den Schüleraustausch mit Israel vor: Silke Brandes (von links), Lehrer Klaus Perk, Stadtjugendpflegerin Tara Esdaile und Sachgebietsleiterin Elenor Algner-Habermann. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

 Das Lehrter Gymnasium setzt ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung. In Kooperation mit der Stadt bietet die Schule erstmals einen Schüleraustausch mit dem Gymnasium Atidim in Israel an. Unter dem Motto „Freunde finden, Frieden sichern“ fliegen 15 Elftklässler in den Herbstferien für eine Woche nach Tel Aviv. Ein Gegenbesuch soll nach den Herbstferien stattfinden.

Israel und Deutschland verbinde eine besondere Geschichte. Schwelender Rassismus, Antisemitismus, ethnisch begründete Konflikte und Fremdenfeindlichkeit seien jedoch keine Geister der Vergangenheit, sondern würden die Gesellschaft in beiden Ländern auch heute noch charakterisieren. „Mit dem Austausch wollen wir gegensteuern – wer sich kennt schießt nicht aufeinander“, betont Schulleiterin Silke Brandes.

Besuche in Jerusalem und Bethlehem

Unter der Überschrift „Worin sind wir gleich – was unterscheidet uns“ sollen die Teilnehmer die Geschichte und aktuelle politische Situation des jeweiligen Gastlandes kennenlernen. Geplant sind Workshops, Plenumsdiskussionen und Ausflüge. Die Jugendlichen aus Lehrte kommen in Gastfamilien unter – genau wie der Gegenbesuch aus Israel. Zur Vorbereitung des Projektes ist für die Schüler die Teilnahme an einer Arbeitsgemeinschaft verpflichtend.

In Israel werden Lehrtes Gymnasiasten am Schulunterricht teilnehmen, die Städte Jerusalem und Bethlehem sowie eine Holocaust-Gedenkstätte besuchen. Auch ein Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Hanna Tidhar ist geplant. Tidhar ist Gründerin und Generaldirektorin der Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte Dialog. Die Einrichtung organisiert interkulturelle Begegnungen und gestaltet Jugendaustausche, Fortbildung und Gruppenreisen.

Bewusstsein für Vielfalt schaffen

Von Dialog war seinerzeit auch die Anfrage gekommen, ob sich das Lehrter Gymnasium einen Austausch mit Israel vorstellen könne. „Wir haben sofort zugesagt“, berichtet Brandes. Um für den Austausch Fördergeld zu bekommen, hat die Schule die Stadt mit ins Boote geholt. Dort war man von der Idee der deutsch-israelischen Begegnung ebenfalls begeistert. „Wir als Verantwortliche für die Jugendpflege in der Stadt Lehrte wollen gemeinsam auf die heutige Vielfalt in beiden Gesellschaften hinweisen und ein Bewusstsein für das Leben in Vielfalt schaffen“, erklärt Elenor Algner-Habermann, Sachgebietsleiterin bei der Stadt.

Schüler zahlen 300 bis 500 Euro für Austausch

Der Bund fördert das Projekt einmalig mit 14.000 Euro. Für weitere Reisen müsse Fördergeld dann immer wieder neu beantragt werden, erklärt Lehrer und Koordinator Klaus Perk. Pro Schüler beläuft sich der Förderanteil auf 400 Euro, der Eigenanteil liegt zwischen 300 und 500 Euro. Die Bundeszuschüsse hat das Gymnasium auch deshalb beantragt, damit nicht nur Schüler finanziell gut gestellter Eltern an der Reise teilnehmen können.

Reise gilt als sicher

Brandes und Perk schätzen die Israel-Reise als sicher ein. Vom Auswärtigen Amt liege derzeit keine Reisewarnung für Tel Aviv vor. „Eine 100-pozentige Sicherheit gibt es nicht, ein Restrisiko gehen wir ein“, sagt Brandes. Dass man in Israel nicht etwa Krisengebiete wie den Gazastreifen oder die Golanhöhen besuche, verstehe sich aber von selbst. Um sich persönlich ein Bild zu machen, reist die Schulleiterin in den Sommerferien selbst nach Israel. „Alle, die schon mal dort waren, sagen mir, dass das ein tolles und sehr besonderes Land ist“, betont Brandes.

Auch Partnerschaften mit Italien, Frankreich und Polen

Das Lehrter Gymnasium sieht es als eine wichtige Aufgabe an, sich auch international zu öffnen. Seit mehr als 30 Jahren besteht eine Partnerschaft mit dem Lycée Flaubert im französischen Rouen. Durch die Städtepartnerschaft zwischen Lehrte und Trzcianka pflegt die Schule zudem einen regelmäßigen Austausch mit Polen. Darüber hinaus gibt es eine Schulpartnerschaft mit Italien und für bilinguale Klassen Sprachexkusionen nach Hastings in England.

Seit dem 27. Mai 2016 darf sich das Gymnasium zudem „Europaschule in Niedersachsen“ nennen. In dieser Funktion verfolgt die Schule unter anderem das Ziel, die europäische Idee durch internationale Projekte zu einem selbstverständlichen Teil des Schulalltags werden zu lassen.

Die Begegnung mit Israel, die das Gymnasium in den Herbstferien erstmals für seine Elftklässler anbietet, ist der vierte länderübergreifende Schüleraustausch.

Von Katja Eggers

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