Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lehrte NDR dreht Film im Haus des einstigen Ahltener Ortsbürgermeisters
Aus der Region Region Hannover Lehrte NDR dreht Film im Haus des einstigen Ahltener Ortsbürgermeisters
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
07:40 24.05.2019
Filmdreh in Ahlten: Die Schauspieler Claudia Michelsen (von links), Michael Wittenborn, Eleonore Weisgerber und Karin Hanczewski nehmen für eine Gartenszene in der Hollywoodschaukel Platz. Quelle: Katja Eggers
Anzeige
Ahlten

Die Ortschaft Ahlten ist demnächst im Fernsehen. Genauer gesagt wird es das Haus von des ehemaligen und im Januar verstorbenen Ortsbürgermeisters Kurt Grefe sein, den die Ahltener bis heute liebevoll „König Kurt“ nennen. Ein Team des Norddeutschen Rundfunks (NDR) dreht in Grefes früherem Eigenheim am Wiesenweg derzeit ein Familiendrama. Es trägt den Arbeitstitel „Auf dem Grund“ und wird voraussichtlich im nächsten Jahr im Ersten gezeigt.

In „König Kurts“ Haus geht es wuselig zu

In Grefes Haus und Garten ist es am Donnerstag entsprechend wuselig zugegangen. Neben den vier prominenten Hauptdarstellern Claudia Michelsen („Tatort“, „Honig im Kopf“), Michael Wittenborn („Der große Bellheim“, „Wir sind die Neuen“), Eleonore Weisgerber („Praxis Bülowbogen“, „Ein Winter auf Mallorca“) und Karin Hanczewski („Tatort“, „Alarm für Cobra 11“) tummeln sich dort an Drehtag 13 auch etliche Kameraleute, Maskenbildner, Beleuchter und Toningenieure. Fenster und Türen sind mitunter abgeklebt. Vor dem Haus stehen Lastwagen mit viel Equipment. „Unser Filmteam besteht aus rund 50 Leuten“, erklärt Regisseur Thorsten M. Schmidt.

Anzeige

Nach einem Haus wie jenem von Grefe habe man gezielt gesucht. „Es sollte leer stehen und ein typisches Siedlungshaus aus den Siebzigerjahren sein“, erklärt Schmidt. Grefes Haus steht nach dessen Tod laut Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler derzeit in mehreren Online-Immobilienportalen zum Verkauf. „Der Kontakt lief über einen Makler“, erzählt der Regisseur.

Das Ahltener Haus ist zentraler Schauplatz des Films

Das Haus des einstigen und mittlerweile verstorbenen Ortsbürgermeisters Kurt Grefe ist derzeit Kulisse für Dreharbeiten eines NDR-Teams. Quelle: Katja Eggers

Der NDR hat das Haus für seine Dreharbeiten gemietet und dessen Inneres mit Inventar und Möbeln aus dem eigenen Fundus bestückt. „Es überwiegen die typischen Braun- und Grüntöne“, sagt Produzentin Anja Föringer. Lediglich der Teppichboden und einige Wände seien geblieben, wie sie sind.

Das Haus ist in dem Familiendrama laut Schmidt der zentrale Ankerpunkt der Handlung. Gedreht wird dort bis zum 7. Juni an insgesamt 22 Tagen. Zu den weiteren Drehorten gehören diverse Wohnungen, ein Sportbad und ein idyllischer Baggersee. „Ursprünglich wollten wir am Würmsee bei Burgwedel drehen, aber das ging wegen der dort brütenden Rohrdommeln nicht“, berichtet Schmidt.

„Ich glaube, Ahlten ist richtig schön“

Schauspielerin Michelsen ist vor allem der Dreh im Baggersee in Erinnerung geblieben. „Im Wasser war es sehr, sehr kalt“, erzählt die Darstellerin am Set. In Ahlten fühle sie sich hingegen sehr wohl. „Ich glaube, Ahlten ist richtig schön. Ich habe nur leider noch keine Zeit gehabt, mir die Umgebung näher anzuschauen“, gesteht die Schauspielerin. Schmidt lobt zudem die kurzen Wege. „Von Hannover nach Ahlten brauchen wir nur 20 Minuten“, sagt der Regisseur. Für das Catering hat der NDR laut Koehler das nur wenige Hundert Meter entfernte Schützenheim gemietet.

Für die Ortsbürgermeisterin sind die Dreharbeiten ein Highlight. Koehler schaut am Donnerstag spontan am Set vorbei und staunt vor allem über die große Filmcrew und das viele Equipment. „Wahnsinn, was da für ein Aufwand betrieben wird“, meint sie. Immer wieder ist sie zudem von Anwohnern gefragt worden, was im Wiesenweg los sei. „Für Ahlten sind die Filmarbeiten schon etwas ganz Besonderes, das gibt es nicht alle Tage“, betont Koehler. In Grefes Garten wird sie denn auch ein wenig melancholisch. „In der alten Hollywoodschaukel habe ich früher oft mit Kurt gesessen.“

Darum geht es in dem TV-Film

Für das in Ahlten gedreht Familiendrama mit dem Arbeitstitel „Auf dem Grund“ gibt es noch keinen konkreten Sendetermin. Der Film wird voraussichtlich im nächsten Jahr im Ersten gezeigt. Im Fokus der Handlung stehen die Schwestern Anne und Miriam sowie ihre Eltern. Am Geburtstag ihrer Mutter findet Anne im Keller ihres Elternhauses ein Glas mit übermalten Kieselsteinen. Sofort werden Erinnerungen wach. In ihrer Vergangenheit, im Jahr 1984 ist irgendetwas Schlimmes passiert. Es ist so schlimm gewesen, dass Anne bis heute Angststörungen hat und nicht in einem See baden kann. Als ehemalige Profischwimmerin, die heute den Nachwuchs trainiert, hat sie seinerzeit sogar bei Olympia versagt. In Annes Familie wurde jedoch nie über das belastende Erlebnis gesprochen.

„Der Film handelt von einem Familiengeheimnis, das 35 Jahre lang totgeschwiegen wurde und sich am Ende aber lüftet“, fasst Schauspielerin Claudia Michelsen, die in dem Film Anne spielt, die Handlung zusammen.

Von Katja Eggers

Anzeige