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Lehrte Neue Ausstellung: Wie der Künstler Markus Hutter in der Galerie Alltägliches in Szene setzt
Aus der Region Region Hannover Lehrte Neue Ausstellung: Wie der Künstler Markus Hutter in der Galerie Alltägliches in Szene setzt
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14:11 18.11.2019
Die skulpturalen Abbildungen von Verpackungen, die der Künstler Markus Hutter in Zement angefertigt hat, entfalten dadurch eine architektonische Wirkung. Quelle: Susanne Hanke
Lehrte

Die aktuelle Ausstellung des Künstlers Markus Hutter in der Städtischen Galerie eröffnet eine ganz neue Perspektive auf alltägliche Dinge. Hutter lenkt unseren Blick auf Verpackungsmaterialien, denen er durch das Ausgießen in Zement ihren architektonischen Charakter enthüllt.

Plastikverpackungen, Spanschachteln oder Körbe zeigen ihre Strukturen, Linien werden sichtbar und ihr inneres Gerüst der Stabilität. Er drehe es um, beschreibt Hutter den Prozess, so werde der Innenraum sichtbar. Der Umweltaspekt durch die Benutzung von Plastikmüll, stecke zwar auch in seiner Arbeit, aber er wolle dies ohne den erhobenen Moralfinger tun, sagte der Künstler am Freitag. Hutter, der nach seiner Ausbildung zum Steinbildhauer Bildende Kunst in Kassel studierte, stammt aus der Schweiz und lebt jetzt in Hannover. Er arbeitet als freier Künstler und Kurator.

Die Gemälde von Markus Hutter spielen mit Perspektive und bestechen durch ihren transluziden Farbauftrag. Quelle: Susanne Hanke

Für die Ausstellung in der Galerie Lehrte hat Hutter einen extra großen Tisch konzipiert auf dem er nebeneinander seine Modelle von Verpackungen präsentiert, die durch die verschiedenen Formen und Größen an ein futuristisches Stadtmodell erinnern. Als Kontrast zu der reduzierten Farbgebung des Zementes, die Hutter als „rotzig“ bezeichnet, vermitteln seine Gemälde an den Wänden der Galerie eine transzendente Stimmung. Durch den Farbauftrag in vielen dünnen Schichten entsteht eine lichtdurchlässige Atmosphäre denen Hutter durch diagonale Linien Perspektive verleiht.

Geistige Nahrung für die Betrachter

Der Künstler spielt jedoch wiederum mit dem Blick des Betrachters und folgt seinen eigenen Gesetzen, die von der exakten Zentralperspektive abweichen. Die Gemälde würden an Gewebe erinnern, amorphe Formen wirkten wie eingewebt, erläuterte Lehrtes Kulturmanagerin Julienne Franke. Der Titel der Ausstellung „Unser täglich Brot“ steht im Zusammenhang mit Objekten, die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln dienen, die wir alltäglich zu uns nehmen. Sie würden an Sandkuchen erinnern und die spielerische Komponente hervorheben, sagte Franke. Hutter gelinge es, die Funktion alltäglicher Gegenstände bewusst zu betrachten – damit biete er den Betrachtern sozusagen geistige Nahrung.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie ist bis 19. Januar täglich – außer montags und sonnabends – von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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Von Susanne Hanke

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