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Lehrte Party auf der Streuobstwiese: Naturprojekte feiern zehnten Geburtstag
Aus der Region Region Hannover Lehrte Party auf der Streuobstwiese: Naturprojekte feiern zehnten Geburtstag
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17:57 03.09.2019
Zu ernten gibt es für Horst-Günter Gnest (von links) Dieter Schmidet, Karin Meisinger, Bernd Rose und Willy Goronczy in diesem Jahr nicht viel auf der Streuobstwiese, obwohl die Mitglieder des Stadtmarketing-Arbeitskreises Natur erleben die Bäume regelmäßig gewässert haben. Quelle: Thomas Böger
Lehrte

Streuobstwiese, Heilpflanzengarten, Ackerlehrpfad: Ohne die Projekte des Arbeitskreises Natur erleben des Lehrter Stadtmarketings wäre die Stadt um Einiges ärmer. Vor zehn Jahren hat der Arbeitskreis seine Projekte erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun soll das groß gefeiert werden – und zwar am Regionsentdeckertag mit einem Fest auf der Streuobstwiese.

Nach der Gründung des Stadtmarketingvereins im Jahr 2005 bildeten sich zunächst fünf Arbeitskreise (AK). Der AK III machte sich unter Leitung von Willy Goronczy umgehend an die Arbeit von fünf Projekten. Das größte war die Anlage einer Streuobstwiese. „Man hat uns zunächst ein Grundstück auf dem Grabeland hinter den Tennisplätzen angeboten“, erzählt Gründungsmitglied Dieter Schmidt. Doch dann stellte die Stadt schließlich die 1,5 Hektar große Fläche am Hohnhorstweg gegenüber dem Gelände des FC Lehrte zur Verfügung. Gepachtet wurde sie vom Naturschutzbund (Nabu), der mit dem Stadtmarketing einen Kooperationsvertrag abschloss.

Finanzierung war zunächst nicht einfach

Für die Finanzierung seien sie von Verein zu Verein gelaufen. „Aber überall sind wir rausgeflogen“, berichtet Schmidt. Erst als über einen Förderverein die damalige Lotto- und Umweltstiftung (heute Bingo-Umweltstiftung) ins Boot geholt werden konnte, ging es richtig los. Zunächst wurden 64 Bäume gesetzt, heute stehen 171 Exemplare vieler verschiedener Sorten auf der Wiese, die von Schafen kurz gehalten wird. Jeder Baum hat einen Paten, der ebenso auf einem an einen Ast gehängten Schild zu lesen ist wie die Obstsorte. Die Paten mussten 75 Euro zahlen, dafür dürfen sie 15 Jahre lang ernten. „Freie Bäume gibt es nicht mehr“, sagt Goronczy.

Auf einer Schautafel an der Streuobstwiese ist die Lage jedes einzelnen Obstbaums eingetragen. Quelle: Thomas Böger

Inzwischen ist in das Projekt viel Geld geflossen. Förderungen und Spenden erbrachten zusammen rund 35.000 Euro. Dafür wurden Bäume und Schafzäune angeschafft sowie Infotafeln aufgestellt. Teuer war vor allem die Bewässerungsanlage, für die ein Brunnen gebohrt und Leitungen zu jedem einzelnen Baum gelegt werden mussten. „Ohne das Wasser wären letztes Jahr alle Bäume vertrocknet“, meint Bernd Rose, der für den Nabu in dem AK mitarbeitet, der inzwischen umbenannt wurde in Natur erleben.

Die „Kräuterhexen“ betreuen den Heilpflanzengarten

Ein weiteres Projekt ist der Heilpflanzengarten auf dem Gelände des Krankenhauses. „Anfangs haben wir die Pflanzen in der Natur gesammelt“, schildert Karin Meisinger den Beginn des Vorhabens, das auf Initiative des inzwischen gestorbenen Apothekers Wilhelm Nieschlag zustande kam. Aus dem zunächst einen Beet sind acht geworden, die außer Meisinger und Margaretha Ehlvers noch von sechs weiteren „Kräuterhexen“ betreut werden. Dazu treffen sie sich jeden Montag. Außerdem bieten sie monatliche Führungen an, die von vielen Gruppen besucht werden, vor allem von Kindergärten und Schulen. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir den AK Natur erleben haben und dass da viel mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird“, lobt der Stadtmarketingvorsitzende Udo Gallowski.

Der Ackerlehrpfad im Süden der Stadt wurde ebenfalls vom AK angelegt. Unterstützung bekam er dabei von der Real- und der Hauptschule sowie von der Schülerfirma des Gymnasiums. Auch die Ratsmitglieder Hans-Joachim Denecke-Jöhrens und Wilhelm Busch sowie Landwirt Heiner Klußmann engagierten sich dafür. An einer rund zwei Kilometer langen Strecke informieren Tafeln über verschiedene Getreidesorten ebenso wie über den Rübenanbau und die Aufgaben der Landwirte. In einem weiteren Projekt wurden Schautafeln zu einer Zeitreise von der Eiszeit bis heute aufgestellt.

QR-Codes an den Obstbäumen

Die Digitalisierung geht auch am AK Natur erleben nicht vorbei. Unter Federführung von Horst-Günter Gnest wurden die Tafeln des Ackerlehrpfads ebenso wie die Schilder an den Obstbäumen mit QR-Codes ausgestattet, über die man weitere Informationen abrufen kann. Außerdem hat der Arbeitskreis eine eigene Internetseite mit der Adresse www.qrsml.de angelegt. Er ist aber weiterhin auch über die Seite des Stadtmarketings www.stadtmarketing-lehrte.dezu erreichen.

Buntes Programm am Entdeckertag

Das zehnjährige Bestehen seiner Projekte wird der Stadtmarketing-Arbeitskreis Natur erleben beim Regionsentdeckertag am Sonntag, 8. September, mit einem Fest auf der Streuobstwiese am Hohnhorstweg feiern. Von 12 bis 17 Uhr gibt es dort ein buntes Programm, an dem sich außer mehreren Umweltverbänden unter anderem auch die Initiative Fridays for Future und die Schülerfirma New Energy des Gymnasiums Lehrte beteiligen. Auch Führungen über die Streuobstwiese, durch den Heilkräutergarten und zu den Tieren im benachbarten Grabeland sowie Lesungen der Kräuterhexen in einem Märchenzelt sind vorgesehen. Für Musik sorgen ab 15 Uhr die Musikschulen Kalinka und Ostkreis Hannover.

Von Thomas Böger

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