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Lehrte Notaufnahme: Patienten müssen häufiger auf andere Kliniken ausweichen
Aus der Region Region Hannover Lehrte Notaufnahme: Patienten müssen häufiger auf andere Kliniken ausweichen
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17:20 30.07.2019
Die Notaufnahme des Lehrter Krankenhauses war in den vergangenen Jahren nicht immer verfügbar. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Lehrte

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Krankenhauses Lehrte war in den vergangenen drei Jahren immer wieder mal zeitweise abgemeldet. In solchen Fällen wurden die Kranken zu anderen Kliniken geschickt. Das ist das Ergebnis eines Berichts des Klinikums Region Hannover auf eine Anfrage des Lehrter CDU-Regionsabgeordneten und Fraktionschefs Bernward Schlossarek.

17.500 Patienten im Jahr behandelt

Laut dem Bericht der Region Hannover wurden von 2017 bis 2019 jährlich durchschnittlich 17.500 Patienten in der Notaufnahme des Lehrter Krankenhauses behandelt und betreut. Obwohl die kassenärztliche Vereinigung an mehreren Tagen wöchentlich Sprechstunden in Lehrte anbiete, suchten auch außerhalb dieser Zeiten „Patienten die ZNA auf, die auch von niedergelassenen Ärzten oder vom Arzt-Bereitschaftsdienst hätten behandelt werden können“, heißt es wörtlich.

Die Notaufnahme des Lehrter Krankenhauses war in den vergangenen Jahren nicht immer verfügbar. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Von 2017 bis 2019 hat es in Lehrte immer wieder Abmeldungen der Notaufnahme gegeben. Manchmal über einige Stunden, ein anderes Mal auch mehr als einen Tag lang. Genaue Zahlen über die Häufigkeit und Dauer der Abmeldungen liefere der Bericht der Region Hannover jedoch nicht, so Schlossarek verärgert.

Innere Medizin und Chirurgie betroffen

Die Gründe für die Abmeldungen seien unterschiedlich und jahreszeitlich schwankend, heißt es in dem Schreiben weiter. Mal sei eine temporäre Überlastung der Grund gewesen, mal habe es keine Isolationsmöglichkeiten für Patienten mit ansteckenden Krankheiten gegeben – oder das Bettenhaus sei überbelegt gewesen. In Lehrte seien von der Abmeldung die zuständigen Fachbereiche Innere Medizin und Chirurgie betroffen gewesen. Eine Häufung in der Inneren Medizin finde sich dabei vor allem „im Frühjahr und im Herbst – bedingt durch Infektionswellen wie Grippe oder Noroviren“, so die Region Hannover in ihrem Bericht.

Seit vielen Jahren sei zu beobachten, dass unabhängig vom Krankenhausträger „in den verschiedenen Kliniken die Notaufnahmen und auch einige Fachabteilungen aufgrund personeller und technischer Engpässe regelmäßig gezwungen sind, sich bei der Rettungsstelle abzumelden, obwohl dies überhaupt nicht vorkommen sollte“, erklärt der CDU-Politiker Schlossarek. Lehrte sei da kein Einzelfall.

Mit der Einführung der webbasierten Software Ivena sei es nun möglich, die Abmeldedaten genau zu erfassen, erklärt Schlossarek. Ziel sei es, mithilfe der Daten einschätzen zu können, wie stark die Notfallversorgung der Einwohner im Osten der Region von den Abmeldungen betroffen sei.

Schlossarek hat eine solche Situation im Lehrter Krankenhaus auch selbst erlebt. „Vor etwa zwei bis drei Jahren stand ich mit meiner schwerkranken Mutter im Krankenhaus in Lehrte, und es hieß, die Klinik sei abgemeldet“, erinnert er sich. Er habe das damals unfassbar gefunden. Ein weiterer Anlass für seine aktuelle Anfrage sei die neue Personaluntergrenzen-Verordnung, die Abmeldungen ab einer bestimmten Personalgrenze vorschreibt.

Region: Versorgung jederzeit gewährleistet

Die Regionsverwaltung verweist in dem Bericht darauf, dass „die Notfallversorgung jederzeit gewährleistet ist“. Die jeweiligen Regionskrankenhäuser würden auch bei der Meldung von Versorgungsengpässen Patienten, die vom Rettungsdienst eingeliefert würden, aufnehmen und versorgen. Diese müssten dann allerdings weitere Wege zu anderen Häusern in Kauf nehmen, bemängelt Schlossarek: „Das kostet teils wichtige Zeit.“ Er sei enttäuscht, dass genaue Zahlen zum Abmeldeverhalten in der Stellungnahme der Region Hannover nicht geliefert wurden. „So kann man das gar nicht einordnen oder mit anderen Kliniken vergleichen“, sagt er.

Überrascht und schockiert war Schlossarek über die Antwort auf seine Frage zu gewalttätigen Übergriffen im Lehrter Klinikum. So etwas kommt in anderen Kliniken schon länger vor – etwa wenn es den Patienten nicht schnell genug geht oder wenn Alkohol im Spiel ist. Eine Häufung der Fälle sei zwar nicht festzustellen, schreibt die Region Hannover, „wohl aber eine Veränderung in der Bereitschaft zur Eskalation sowohl bei den Patienten als auch den Angehörigen“. Schlossarek will deshalb an dem Thema dranbleiben. „Das ist eine wichtige Sache, die weiter beobachtet werden muss“, sagt er.

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Von Patricia Oswald-Kipper

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