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Lehrte Der Süden entscheidet die Dorffehde für sich
Aus der Region Region Hannover Lehrte Der Süden entscheidet die Dorffehde für sich
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18:24 30.05.2019
Transport und Übergabe des Gummirings mit einem zwischen die Beine geklemmten Pylon erfordern Geschicklichkeit. Quelle: Thomas Böger
Sievershausen

In vielen Dörfern wird im Sommer regelmäßig ein Fest gefeiert. Doch in Sievershausen feiern seit 15 Jahren gleich zwei Dörfer – scheinbar gegeneinander, aber letztlich doch eindeutig miteinander. Das Norddorf tritt dabei in verschiedenen Disziplinen gegen das Süddorf an, die Grenze markiert die John-F.-Kennedy-Straße, die sich von West nach Ost quer durch die Ortschaft zieht. Bisher hatten beide Mannschaften jeweils siebenmal bei der Dorffehde genannten Veranstaltung die Nase vorn, aber jetzt hat das Süddorf mit einem achten Sieg die Führung übernommen.

Nach dem fünften Wettbewerb kann der Sievershäuser TSV-Vorsitzende Jörg Schwieger den zweiten Punkt für sein Süddorf verbuchen. Quelle: Thomas Böger

Beim ersten Kräftemessen hatte sich zunächst der Norden an die Spitze gesetzt: Mit 127 Besuchern hatte er zwei Gottesdienstteilnehmer mehr als der Süden mobilisieren und im Strafraum des Sportplatzes am Schmiedeweg versammeln können. Das sei nach dem Vorjahr erst zum zweiten Mal so gewesen, erläutert Jörg Schwieger, Vorsitzender des örtlichen Sportvereins TSV, der die Austragung der Fehde organisiert. Davor sei das „immer eine sichere Sache für uns“ gewesen, sagt der Süddörfler Schwieger. Er vermutet einen Zuwachs im Norddorf durch das Baugebiet Kirchlahe, glaubt aber, dass die beiden Dorfhälften trotzdem etwa gleich viele Einwohner haben.

Auch das Fußballduell entschied der Norden mit 2:1 Punkten für sich: Sowohl seine Kinder- als auch die Jugendmannschaft gewannen, nur bei den Erwachsenen konnte sich der Süden durchsetzen. Beim Spiel ohne Grenzen wechselte der Erfolg hin und her. Die Süd-Kinder erwiesen sich als die geschickteren Transporteure von Marschmallows, die sie mit einem Zahnstocher aufpieksen und von einer Schale zur nächsten beförderten. Doch schon beim nächsten Spiel baute der Norden seine Führung wieder aus. Dabei mussten sich für jede Mannschaft fünf Erwachsene einen kleinen Pylon zwischen die Beine klemmen, ihn um eine fünf Meter entfernte Stange herumtragen und dann einen über dem Pylon hängenden Gummiring auf den des nächsten der fünf Staffelläufer hinübergleiten lassen – ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen.

Die Dorffehde zwischen den roten Süd- und den blauen Norddörflern hat sich in 15 Jahren zu einem großen Familienfest entwickelt. Quelle: Thomas Böger

Im Laufe des Nachmittags holte der Süden auf, sodass die Entscheidung im letzten Spiel fallen musste. Dabei wurden die Spieler im wörtlichen Sinne nass gemacht: Jeweils zwei mussten einen vollgesogenen Schwamm zwischen ihren Stirnen zu einem Eimer befördern und dort auswringen. Unter viel Gelächter und Gejohle gelang das den Süddörflern ein bisschen besser, sodass sie die Fehde am Ende mit 6:5 für sich entschieden. „Aber eigentlich ist es total egal, wer gewinnt“, meinte der sogenannte Ortsbürgermeister des blaugewandeten Süddorfs, Walter Behrens. „Der Spaß gewinnt, die Dorfgemeinschaft gewinnt“, stimmte ihm sein im roten Trikot auftretender Amtskollege aus dem Norden, Ulli Pröve, zu. Beide sind seit Beginn der Fehde dabei.

Auch wenn es zwischen den Dorfhälften keinen wirklichen Streit gibt, so frozzelt man sich doch gern gegenseitig an. „Das zieht sich durch das ganze Jahr“, berichtete Schwieger. Ob beim Karneval oder der Jahresversammlung des TSV – „wir hauen uns da immer was um die Ohren“. „Und beim Bäcker drängle ich mich natürlich vor, wenn da Süddörfler vor mir stehen“, scherzte Pröve – schließlich liegt die Bäckerei im Norden.

Von Thomas Böger

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