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Lehrte Teufel auch!
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00:15 15.05.2017
Von Achim Gückel
Luther-Szenen in der St.-Antonius-Kirche: Rethmars Pastor Hans-Jürgen Pabst (links) spielt den mitunter hadernden Reformator, Sehndes Pastor Uwe Büttner den  selbstgefälligen Teufel. Quelle: Achim Gückel
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Immensen

Der Teufel ist ein ziemlich durchtriebener Kerl. Sein Lachen ist leise und höhnisch, beim Kartenspiel gewinnt er immer, und das Wirken Luthers beobachtet er mit fieser Freude. Ein Aufrüher ist da offenbar am Werk, meint der Teufel. Einer, der den Menschen Freiheit im Glauben predigt, der Durcheinander und Unfrieden unter den Christenmenschen herbeiführen wird, der dem Bösen geradezu in die Hände spielt. Wie wunderbar, denkt sich der Teufel und schaut schräg und stechend unter seinem schwarzen, breitkrempigen Hut hervor.

Der Teufel, den spielt an diesem Abend mit verschmitzer Freude Uwe Büttner, Pastor in Sehnde. Neben ihm steht Luther. Der ist eifrig und überzeugt von seinem Tun, aber mitunter auch etwas fahrig und eine Nummer zu klein neben dem selbstgefälligen Teufel. Hans-Jürgen Pabst, Pastor aus Rethmar, spielt den Luther. Er wirft mit dem Tintenfass auf den Teufel, er ringt um jeder Formulierung bei der Bibelübersetzung, er strahlt ebenso Demut wie Überzeugung für sein Werk aus.

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"Teufel nochmal" heißt das szenische Spiel, dass Büttner und Pabst in der Immenser Kirche aufführen. An ihrer Seite spielen Holger Söchtig, Ursula Löwensen, Angelika Ude, Karl-Heinz Reinsch und Eva-Maria Pabst die Nebenrollen als Kirchenleute, Konfirmandin, Melanchthon sowie Katherina von Bora. Sie machen das mit Spaß und ernten vom Publikum nach dem einstündigen Spiel viel Applaus.

Schon zweimal ist die Szenenfolge, welche von Dietrich Mendt geschrieben und immer wieder aktualisiert worden ist, zu sehen gewesen - in Haimar und in Sehnde. Mehr Aufführungen seien im Lutherjahr noch nicht geplant, sagt Büttner. Möglicherweise komme aber noch die eine oder Anfrage aus Gemeinden des Kirchenkreises Burgdorf. Gerne zeige man "Teufel nochmal" auch noch anderswo.

Lange Zeit sieht der Teufel mit seiner Hoffnung auf Zwietracht und Chaos wie der vermeintliche Gewinner bei der metaphysischen Konfrontation mit Luther aus. Doch als der Reformator auf dem Sterbebett seinen demütigen Ruf gen Himmel schickt "Wir sind Bettler, das ist wahr", verzweifelt indes der Teufel. "Bettler? Bettler hat er gesagt? Dagegen kann ich nicht", ringt er um Worte und ist dann doch der wahre Verlierer.

Der ungewöhnliche Luther-Abend endete dann im Immenser Gemeindehaus übrigens recht weltlich - mit Schmalzbroten und dem offiziellen Luther-Bier aus einer kleinen Brauerei in Thüringen. Pastor Pabst hatte Letzteres eigens aus Göttingen geholt.

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