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Neustadt Cross-Skating in Mardorf:  Auf dicken Rollen gegen das Inliner-Trauma
Aus der Region Region Hannover Neustadt Cross-Skating in Mardorf:  Auf dicken Rollen gegen das Inliner-Trauma
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00:33 17.05.2018
Bremsen lernen ist gar nicht so einfach - und sorgt für Lacher unter den Kursteilnehmern. Quelle: Julia Engelmann
Mardorf

 Der Schock hatte gesessen: Die tollen neuen Inliner vom Flohmarkt untergeschnallt: „Ach, das kann man auch 20 Jahre später noch.“ Plötzlich fuhren die Schuhe los und ich landete sehr unsanft auf dem Hinterteil. Seitdem hatte ich das Thema Rollschuhe für erledigt gehalten. Bis mir am Steinhuder Meer ein bunter Trupp mit dicken Luftreifen an den Füßen und langen Stöcken in den Händen entgegenkam: Cross-Skating nennt sich der neue Trendsport, der auch mit Skilanglauf viel gemeinsam hat. Im Vorbeirollen rufen mir die fröhlichen Skater eine Internetseite zu: www.rolldichfit.de. 

Wie es der Zufall will, bietet Trainer Jörg Affeldt kurz darauf einen Anfängerkurs in Mardorf an. Nichts wie hin. Ein Sport für Erwachsene: Zur fröhlichen Kleingruppe gehören außer mir mit meinen 47 Jahren noch Vera, 32, Carsten, 56, und Ludger, 62 – um alle gut begleiten zu können hat Jörg seine Frau Romy mitgebracht. Die beiden Sachsen sind mit Sorgfalt, Geduld und Humor gesegnet – das ideale Trainerpaar.

Auch Materialkunde gehört zum Kurs: Cross-Skating-Trainer Jörg Affeldt zeigt die verschiedenen Stock-Modelle. Quelle: Kathrin Götze

Die Roller werden über die Schuhe an die Beine geschnallt, an der Wade ist die Bremse montiert, die auslöst, sobald ich das Knie strecke. Sehr beruhigend. Die ersten Rollversuche sind trotzdem aufregend, obwohl wir nach den Vorübungen schon bestens auf das leicht kipplige Gefühl am Fuß vorbereitet sind. Helm, Knie- und Ellenbogenschützer gehören zur Ausrüstung, für den Kurs wird alles gestellt, was man nicht selbst hat.

Roll-Dich-Fit-Trainer Jörg Affeldt zeigt den Kursteilnehmern eine Übung mit Stöcken. Quelle: Julia Engelmann

„Niemals rückwärts rollen, das kann böse enden“, schärft Jörg uns ein, „Hacken zusammen, macht ein V.“ Das klappt tatsächlich. Um vorwärts loszurollen reicht es, leicht in die Knie zu gehen. Wird alles zu schnell, die Wade strecken, schon setzt die Bremse sanft auf dem Reifen auf. In eleganter Hocke rollt Jörg mit einem Stück Kreide über den Weg, malt uns eine Linie, die für die nächsten Stunden unser Maß der Dinge wird: Wer die Hinterräder entlang dieser Linie aufsetzt, ist  auf dem richtigen Weg. 

Und es klappt: Schritt für Schritt lösen sich die verkrampften Beine, die Übungsfahrten machen schon ohne die stützenden Stöcke Spaß. Als wir sie schließlich benutzen dürfen, wächst das Sicherheitsgefühl noch. „Das sieht ja so leicht aus“, ruft uns eine Radfahrerin im Vorbeifahren zu. Inzwischen spüre ich Muskeln, von denen ich vorher nichts wusste – zum Beispiel etwa 20 Stränge in der Fußsohle. 

Immer wieder bleiben Passanten stehen, betrachten uns mit unseren eigentümlichen Rollern unter den Füßen und den langen Stöcken in den Händen. Jörg bringt uns bei, wie man die spitzen Stützen beiseite hält, damit Radfahrer ungestört passieren können. Zwei Schritte, einmal mit den Stöcken schieben, so komme ich langsam aber sicher in Schwung. Und mag erst wieder aufhören, als mir die Knie von der ungewohnten Bewegung weich werden. 

Neugierige Radfahrer halten an und schauen beim Training zu. Quelle: Julia Engelmann

Verein ist bundesweit unterwegs

Vom gemütlichen Ganzkörpertraining der Einsteiger bis zum sportlichen Bergkraxeln und Straßenrennen der Profis ist die Cross-Skating-Gemeinde breit aufgestellt. Bundesweit agiert der Verein RollDichFit e. V., der auf seiner Webseite rolldichfit.de reichlich Informationen vereint: Kurse und Ausfahrten, Lauf- und Biathlonwettkämpfe gehören zum Sportgeschehen. Auch der Verbund zertifizierter Trainer stellt sich dort vor und gibt Übungstermine bekannt. Bei einer Ausfahrt zum Saisonstart im April haben die Cross-Skater auch die Wege am Steinhuder Meer für sich entdeckt. Mit den dicken Luftreifen lassen sich auch die Schotterwege bewältigen, Landschaft und Leute gefielen den Sportlern so gut, dass es anschließend hieß: „Wir kommen wieder!“

Von Kathrin Götze

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