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Neustadt Bürgermeister ehrt Friedhelm Kirchhoff: Er rettete eine Familie vor dem Flammentod
Aus der Region Region Hannover Neustadt Bürgermeister ehrt Friedhelm Kirchhoff: Er rettete eine Familie vor dem Flammentod
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19:01 13.09.2019
Ehrung im Neustädter Rathaus. Friedhelm Kirchhoff (Mitte) wird für seinen mutigen Einsatz von Bürgermeister Uwe Sternbeck (von links) und Stadtbrandmeister Robert Krenz gewürdigt. Kerstin Kirchhoff (hinten) und ihr Sohn Sven kamen mit ins Rathaus. Bernd Kadolph-Jensen und seine Partnerin Antje Kühler waren in dem Haus, dessen Brand Kirchhoff bemerkte. Quelle: Mario Moers
Neustadt/Dudensen

Diese Nacht wird keiner der Beteiligten je vergessen. Als im vergangenen Sommer das Holzhaus der Gärtnerei Kadolph in Dudensen in Flammen aufging, wäre beinahe eine Familie ums Leben gekommen. Dass Bernd Kadolph-Jensen, seine Partnerin Antje Kühler und die zwei Kinder an diesem Wochenende nach Monaten zurück in ihr neues Haus ziehen können, verdanken sie einem aufmerksamen Nachbarn. Friedhelm Kirchhoff war in der Nacht auf dem Heimweg von einem Freund, als er ein ungewöhnliches Knacken auf dem Grundstück der Gärtnerei hörte. Für das, was er daraufhin geleistet hat, wurde er jetzt von Bürgermeister Uwe Sternbeck und Stadtbrandmeister Robert Krenz im Rathaus gewürdigt. „Nicht jeder hätte so viel Mut bewiesen wie Sie“, zollte Sternbeck dem Dudenser Familienvater Respekt für seinen Einsatz.

Es war keine Grillparty

„Zuerst dachte ich, da wird vielleicht gegrillt“, erinnert sich Kirchhoff. Aber da waren Zweifel. Seiner Intuition folgend schaute der Hobby-Feuerwehrmann doch lieber nach. „Als ich um das Haus ging, sah ich plötzlich die Flammen“, erzählt er. Geistesgegenwärtig begann Kirchhoff, gegen Fenster und Tür zu schlagen. Er schnappte sich einen Ast, der aber abprallte. Gleichzeitig rief er so laut um Hilfe, das auch seine Frau merkte, dass dort etwas nicht stimmt. Das energische und mutige Schlagen und Rufen des Nachbarn weckte irgendwann auch die drei Personen im brennenden Haus aus dem Tiefschlaf. „Wir waren extra früh zu Bett gegangen“, sagt Bernd Kadolph-Jensen.

Als die Feuerwehr anrückte, wollte Kirchhoff sich noch in die Uniform werfen. Doch seine Kameraden merkten schnell, dass er selber unter Schock stand. „Ich hatte noch einen Feuerlöscher holen wollen, aber da ging nichts mehr“, weiß er heute.

Das Haus am Edelhofweg musste abgerissen werden. (Archiv) Quelle: Markus Holz

Die Bilder bleiben im Kopf

Brandermittler stellten später fest, dass wahrscheinlich ein technischer Defekt an einem Sicherungskasten das Feuer verursacht hatte. „Materialermüdung hat vielleicht ein Kabel gebogen“, sagt Kadolph-Jensen. Sein Sohn, der damals mit in dem Haus war, war nicht zur Ehrung mitgekommen. Er will abschließen mit dem Erlebten. „Manchmal kommen die Bilder wieder hoch, wenn der Kamin knackt, oder die Sirene heult“, sagt Kadolph-Jensens Lebensgefährtin Antje Kühler.

Tragisch: Anfang August brannte es erneut in einer Lagerhalle der Gärtnerei. Diesmal traf es zum Glück nur eine Baumaschine. Stadtbrandmeister Krenz weist in dem Zusammenhang auf die örtlichen Angebote hin, die Opfer von traumatischen Erlebnissen in Anspruch nehmen können und sollten. „Es ist in vielen Fällen auch noch nach Jahren möglich und sinnvoll, sich helfen zu lassen“, sagt er.

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Von Mario Moers

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