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Neustadt Schützenfest Esperke: So wurde am Sonnabend gefeiert
Aus der Region Region Hannover Neustadt Schützenfest Esperke: So wurde am Sonnabend gefeiert
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11:40 09.06.2019
Esperkes Majestäten vor dem Festzelt am Schafstall. Quelle: Patricia Chadde
Esperke

Die Schützen feiern, die Holländer kommen und das Dorf ist geschmückt – Pfingsten in Esperke. Seit Jahrzehnten ist das so. Das Dorf im Norden Neustadts legt Wert auf seine Traditionen. So auch Anno 2019. Weil der angrenzende Sport- und Festplatz bereits für die bevorstehende Fußball-Stadtmeisterschaften vorbereitet wird, steht das Festzelt samt einladendem Biergarten direkt am Schafstall, der Residenz der Schützen. „Für so ein kleines Dorf ist hier phänomenal was los, wir kommen daher jedes Jahr sehr gerne hierher“, erklärt Schaustellerin Bettina Dietz. Sie ist mit Kinderkarussell, Schießbude sowie Angeboten wie Pfeilwerfen, Crèpes und Süßigkeiten angerückt. Gegrilltes gibt es natürlich auch, es kommt aus dem nahen Vesbeck.

Es ist schöne Tradition, dass in Esperke alle Altersklassen zusammen feiern - wie hier beim Schützenmahl im Festzelt. Quelle: Patricia Chadde

Esperker machen phänomenal was los

Doch zunächst geht alles seinen offiziellen Weg: Schützenvereinsvorsitzender Jens Ostrominski bittet Pfingstsonnabend alle Besucher ins Festzelt, das innerhalb kürzester Zeit komplett gefüllt ist. Alle sind sie da - zwischen den Schützen sitzen Kinder mit ihren Eltern, mancher ehemalige Esperker schaut vorbei und selbstredend eine Abordnung aus Dichteren in den Niederlanden. Zur dortigen „Schutterij St. Martin“ bestehen seit vielen Jahren enge freundschaftliche Beziehungen. Dieses Jahr ist kein offizielles Treffen – aber neun holländische Gäste feiern in Esperke gerne mit. Lieblingsgetränk? „Mineralwasser, aber stilles“, sagt einer der Gäste und schwenkt sein Bierglas. Neubürger wie Jule und Stephan nutzen die die gute Gelegenheit, um in die liebevoll gehegte Schützenfest-Tradition des Dorfes einzutauchen. Seit 1907 gibt es den Verein ebenso wie die Königskette, die bei jedem Fest um eine gravierte Plakette ergänzt wird. Wer das inzwischen vier Kilo schwere Prunkstück in diesem Jahr umgehängt bekommt, verrät Schützenchef Ostrominski bei der Proklamation. Ehrungen stehen ebenfalls an, denn Petra Meyer zu Hartlage und Hans-Heinrich Thies sind bereits seit 40 Jahren Vereinsmitglieder und bekommen dafür jeweils eine Urkunde.

In Esperke erhält der "Pasta" das letzte Wort vor dem Festmahl: Ela Brusermann spricht das knappe, aber treffende Tischgebet: "Herr, lass deinen reichen Segen über unsre Teller fegen". Quelle: Patricia Chadde

Gutes Auge – Piepenburg zum siebten Mal Schützenkönig

Ein gutes Auge und eine ruhige Hand zeichnen Jürgen Piepenburg aus, der bereits zum siebten Mal Schützenkönig in Esperke wird und der mit Hans-Heinrich Thies als erstem und Jörn Dierking als zweitem Ritter den passenden Hofstaat hat. Esperkes Kinderkönig heißt Tim Wiegmann, der vom ersten Preisträger Ryan Pinkel begleitet wird. Leonie Baltrusch gebührt die Ehre der Jugendkönigin. Ihr erster Ritter ist Pia Niemeyer, zweiter Ritter Benjamin Knabe und natürlich kürt Esperkes Schützenverein auch eine Damenkönigin. Diese Auszeichnung hat sich Miriam Schulz zielgenau erkämpft. Bianca Stein-Menze und Kirsten Dierking als erste beziehungsweise zweite Hofdame begleiten sie durch die tollen Tage von Esperke. Stefan Plaß macht den Hofstaat als Bürgerkönig komplett.

Lassen keinen verdursten: das Thekenteam des Esperker Schützenfestes hat "alle Gläser voll zu tun", wie es ein holländischer Gast formuliert . Quelle: Patricia Chadde

Pfingstsonntag wird weiter gefeiert

Und noch eine schöne Tradition: Bevor das Festessen mit einer Hochzeitssuppe beginnt, hat der Pastor das Wort. Ele Brusermann fasst sich mit seinem Tischgebet kurz: „Gott lass deinen reichen Segen über unsre Teller fegen“. Die Schützengemeinde nimmt das Wort wie das Mahl dankend an, genießt Suppe, Braten und Beilagen und feiert fröhlich in den Juni-Abend. Sonntag geht’s im straffen Ablauf weiter: 12 Uhr, Anreten am Zelt, 12.30 Uhr Ausmarsch zu den Königen. Abschluss des Ganzen am Pfingstmontag mit dem „Abschmücken“ – dieses mal ganz ohne Regeln, Uniform und Traditionen. Eine Sache ist allerdings anders in diesem Jahr: nach 28 Jahren als Kommandeur hat Heinrich Dorhmann sein Amt an Jan Kryszahn weitergegeben.

Nach 28 Jahren gibt Kommandeur Heinrich Dohrmann (links) sein Amt an Jan Kryszahn weiter. Quelle: Patricia Chadde

Von Patricia Chadde

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