Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Neustadt Angehende Arzthelferinnen registrieren Nachfrage nach Organspendeausweisen
Aus der Region Region Hannover Neustadt Angehende Arzthelferinnen registrieren Nachfrage nach Organspendeausweisen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 12.07.2019
Valeria Zikalo (von links), Flurija Cuni und Ayleen Goldschald. Die Auszubildenden zur Medizinischen Fachangestellten beraten ihre Patienten zum Organspendeausweis. „Es gibt viele Fragen“, sagt Valeria. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Für die angehende Arzthelferin Ayleen Goldschald (22) ist klar, dass sie ihre Augen behalten will – auch nach dem Tod. „Ich will schließlich noch etwas sehen, wenn ich irgendwo ankomme“, sagt die junge Frau und zeigt ihren Organspendeausweis. „Nicht die Augen“, steht darauf. Die Auseinandersetzung mit dem Dokument, derzeit Gegenstand bundesweiter Debatten zur Organspende, gehört für Goldschald und ihre Mitschülerinnen aus der Klasse der Medizinischen Fachangestellten an der Berufsbildenden Schule Neustadt (BBS) zum Arbeitsalltag. „Patienten sprechen uns häufig auf den Ausweis an, vor allem, wenn er wieder Thema in den Medien ist“, sagt sie.

Hier bekommen Sie den Organspendeausweis

Den Organspendeausweis zum Selbstausdrucken gibt es im Internet als Vorlage zum Herunterladen auf www.organspende-info.de. Auf der Internetseite kann der Ausweis auch als Plastik-Scheckkarte bestellt werden.

In Neustadt gibt es den kostenlosen Organspendeausweis unter anderem in der Königs Apotheke, Königsberger Straße 43.

In dieser Woche etwa hat Axel Haverich, Leiter des Transplantationszentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), öffentlichkeitswirksam gefordert, für Organspenden die sogenannte Widerspruchslösung zu forcieren. Die beschreibt eine Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Ginge es nach Spahn, würde der Organspendeausweis in seiner heutigen Form obsolet. Statt die Bereitschaft zur Spende individuell zu erklären, wünschen sich Haverich und Spahn, dass grundsätzlich jeder Mensch Spender ist, solange er nicht widerspricht.

Großer Informationsbedarf

Wenn solche Forderungen Schlagzeilen machen, steigt der Informationsbedarf in den Arztpraxen. Das merken auch die Auszubildenden. „Leider ist für die Beschäftigung mit den ethischen Fragen, die mit diesem Thema verbunden sind, im Ausbildungsprogramm der Medizinischen Fachangestellten kaum Platz vorgesehen“, sagt Juliana Söker, Gesundheitslehrerin an der BBS. Vor diesem Hintergrund arrangiert sie seit einigen Jahren gemeinsam mit dem Religionslehrer Dirk Heuer eine Exkursion in die MHH. Fachleute erklären den Azubis dort die neuesten technischen Entwicklungen. Wie lässt sich eine Herzklappe heute transplantieren? Auf welche Entwicklungen können Dialyse-Patienten hoffen? Die ethischen Fragen werden im Religionsunterricht von Heuer besprochen. „Vor Jahren sprach mich eine Auszubildende an und beklagte sich, dass sie gar nichts über Organspende lernt“, sagt Heuer. Obwohl die angehenden Gesundheitsfachkräfte immer wieder mit den Grenzfragen des Lebens konfrontiert sind, finden ethische Diskurse fast ausschließlich in seinem Unterricht Platz.

Die angehende Arzthelferin Valeria Zikalo (25) hat seitdem immer mehrere Organspendeausweise in ihrem Portemonnaie dabei. „Nach dem Unterricht habe ich mit vielen Patienten gesprochen. Es gibt viel Aufklärungsbedarf“, sagt Zikalo. Würde der Bundestag tatsächlich ein Gesetz verabschieden, das die Spende obligatorisch macht, würde sie vermutlich ihren Widerspruch geltend machen. Auch Zikalo will ihre Augen behalten und nach dem Tod „nur unter Narkose“ spenden. Auch solche Wünsche können auf dem Organspendeausweis notiert werden.

Von Mario Moers

Die Früchte hängen schwer an den Ästen der Zwergsträucher, ihre Farbe ist von Grün in Blau übergegangen. Im Neustädter Land können die Selbstpflücker nun wieder Heidelbeeren ernten.

05.07.2019

Zahlreiche Schlüssel fand die Polizei bei einem Einbrecher, der Anfang Juni in Gartenlauben an der Nordstraße eingestiegen war.

05.07.2019

Autofahrer in Borstel müssen sich ab Donnerstag, 11. Juli, zwei Tage lang auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Die Borsteler Straße wird saniert.

05.07.2019