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Neustadt Archäologen graben am Schloss Landestrost
Aus der Region Region Hannover Neustadt Archäologen graben am Schloss Landestrost
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14:10 27.02.2019
Am Mittwoch sind zahlreiche Bodenspuren gekennzeichnet, die Baggerarbeiten gehen mit archäologischer Begleitung langsam weiter. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Erdschichtungen, Mauerreste, Stufen im Gelände: Eine tiefe Grube am Schloss Landestrost ruft bei Passanten und historisch interessierten Neustädtern größte Neugier hervor. Sie ist die erste sichtbare Vorbereitung auf den geplanten Abriss und Neubau des maroden Westflügels.

Raum für Haustechnik wird unterirdisch angelegt

In dem Anbau aus den späten Fünfziger Jahren ist nämlich auch die Haustechnik für das Schloss untergebracht, wie Anja Römisch von der Stiftung Kulturregion erläutert. Vor dem Abriss müssen also die Anlagen neu untergebracht werden. Dafür soll im Eingangsbereich ein unterirdischer Raum geschaffen werden, um den Gesamteindruck des denkmalgeschützten Gebäudes nicht zu stören. Deshalb fällt die Grube ziemlich tief aus, in der die Archäologen nun zunächst die historischen Spuren sichern. Die Fachleute vor Ort hüllen sich in Schweigen. Die Auswertung werde wohl längere Zeit in Anspruch nehmen, sagt Stiftungsgeschäftsführerin Römisch. Ganz spektakuläre Funde seien wohl eher nicht zu erwarten.

Überreste aus 13. Jahrhundert im Hügel nebenan

Einen solchen machten die Forscher im Herbst 2017 bei einer Testgrabung am Hügel neben dem Westflügel. Dort fanden sich Überreste einer alten Burg aus dem 13. Jahrhundert. Bezirksarchäologin Ute Bartelt geht davon aus, dass es sich um Spuren des früheren Anwesens der Grafen von Wölpe handelt. Diese verlegten im 13. Jahrhundert ihren Familiensitz nach Neustadt.

Die jetzt freigelegten Mauerreste stammen nach Informationen dieser Zeitung wohl eher aus welfischer Zeit, und zwar um 1500. Die Welfen hatten die Grafschaft übernommen, nachdem das Adelsgeschlecht von Wölpe um 1310 erloschen war. Sie hatten den landesherrlichen Sitz beibehalten und weiter ausgebaut – bis ihre Burg 1563 zum Großteil abbrannte. An deren Stelle ließ Herzig Erich II. dann 1573 bis 1584 sein Schloss Landestrost bauen.

Archäologen begleiten Bauarbeiten am Schloss

„Der gesamte Hügel ist ja historischer Grund“, sagt Römisch. Da werde auch auf der zukünftigen Baustelle jeder Schritt archäologisch begleitet, die Funde gesichert, Spuren dokumentiert. Die nötigen Zeiten werden jeweils mit eingeplant.

Für den geplanten Neubau, einen schlichten Verwaltungsbau, wie Römisch sagt, warte man nun auf die Baugenehmigung. Er wird größer als der bisherige Westflügel, der mitsamt Fahrstuhltrakt und Katharinensaal abgerissen werden soll. Als Mieter sind die Volkshochschule Hannover-Land sowie das Amtsgericht gesetzt, das im Neubau zwei Nebenstellen unterbringen will.

Von Kathrin Götze

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