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Neustadt Ausschuss schiebt Grundschul-Entscheidungen erneut auf
Aus der Region Region Hannover Neustadt Ausschuss schiebt Grundschul-Entscheidungen erneut auf
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15:42 12.09.2019
Schulleiterin Nicole Ortelt appelliert an die Politiker, eine Entscheidung zum Schulstandort Mandelsloh oder Helstorf zu treffen. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Nach langer Debatte haben Neustadts Schulpolitiker am Mittwoch zwei wichtige Entscheidungen einmal mehr aufgeschoben. Weder zur Bildungslandschaft West, noch zur Zukunft der Grundschule Mandelsloh-Helstorf gibt es eine. Das Thema Bildungslandschaft West, bei dem es um die Zukunft der Michael-Ende-Schule und des benachbarten Horts geht, ist diesmal auf Betreiben von UWG-Sprecher Willi Ostermann mit dem Hinweis, der Ortsrat habe es ja nicht beraten, vertagt worden.

Ortsratssitzung fällt auf CDU-Betreiben aus

Dafür hatte in der Vorwoche Kernstadt-Ortsbürgermeister Johannes Laub (CDU) gesorgt. Er bemängelte, die Tagesordnung sei nicht mit ihm abgesprochen gewesen. Nun kann das Thema, das bereits mehr als ein Jahr lang auf dem Tisch liegt, wieder nicht vom Rat auf den Weg gebracht werden. „Das kann Schwierigkeiten geben“, sagte Bürgermeister Uwe Sternbeck am Rande der Sitzung. Es gebe dringenden Sanierungsbedarf an der Turnhalle, auch im Schulgebäude müsse etwas passieren.

Union ist mit Informationspolitik nicht zufrieden

Hintergrund der stetigen Aufschübe ist, dass die CDU mit der Informationspolitik von Schule und Stadtverwaltung nicht zufrieden ist, wie Fraktionssprecher Sebastian Lechner sagt. Die Schule habe ihr sogenanntes Phase-null-Konzept, das Grundlage für die künftige Raumplanung sein soll, ohne Beteiligung der Eltern erarbeitet, bemängelt Lechner, der auch ein Kind dort zur Schule schickt. Große Fragezeichen gebe es beispielsweise zu „offenen Lernlandschaften“, für die ein neuer Trakt gebaut werden soll. „Wir wissen nicht was dahinter steckt, das Konzept ist uns nicht vorgestellt worden“, bemängelt Lechner. Die Notwendigkeit, die Sporthalle zu sanieren, sehe auch die CDU.

Auch Familienzentrum-Plan steht in der Kritik

Doch auch über die Idee, im Gebäude der ehemaligen Förderschule nebenan ein Familienzentrum unterzubringen, ist die CDU wenig begeistert, wie Lechner weiter ausführt. „Am Ahnsförth herrscht morgens ohnehin Verkehrschaos“, sagte er, „das wird doch schlimmer, wenn da noch Kindergartenkinder dazu kommen.“ Mit dem Neubaugebiet am alten Hüttengelände würden neue Familien sich vor allem südlich der Landwehr ansiedeln, dort sei ein Familienzentrum besser aufgehoben, meint Lechner. In der Ausschusssitzung betonte allerdings der Erste Stadtrat Maic Schillack, als Kämmerer rate er vom Bau neuer Gebäude ab.

Der Ortsrat müsse das Thema dringend debattieren, bevor das Projekt auf den Weg gebracht werde, meint Lechner. Auch die Stadtverwaltung habe zu wenig Transparenz in dem Verfahren gezeigt. Er hoffe, dass man mit dem neuen Bürgermeister Dominic Herbst nach dessen Amtsantritt zügig zu einer Lösung komme.

Für Mandelsloh/Helstorf steht die Entscheidung ebenfalls aus

Auch zur Zukunft der Grundschule Mandelsloh-Helstorf gibt es noch keine Entscheidung. Schulleitung, Eltern, Lehrer und Politik ringen seit Jahren um eine mögliche Zusammenlegung der Schule an einem Standort. Eine Projektgruppe, die seit dem vergangenen Herbst nach Lösungen sucht, habe nicht zielführend arbeiten können, hieß es. Die Stadtverwaltung schlug jetzt vor, sie aufzulösen.

Standortfrage belastet auch Kollegium

Ein neues Raumkonzept für die Schule an einem gemeinsamen Standort sollte vom Schulausschuss initiiert und begleitet werden. In einer Sitzungsunterbrechung beschlossen CDU, Grüne und UWG gemeinsam, dass eine Steuerungsgruppe aus Schul- und Kindergartenleitungen mit je zwei Vertretern aus Lehrer- und Elternschaft das Konzept ausarbeiten solle – Lehrer und Eltern jeweils aus Helstorf und Mandelsloh. Auf Grundlage dieses Konzept werde man sich dann für einen Standort entscheiden, hieß es. Schulleiterin Nicole Ortelt bat inständig darum, die Standortentscheidung nicht weiter herauszuzögern – die offene Frage belaste auch das Kollegium schwer, sagte sie.

Schneerener Konzept auf den Weg gebracht

Eine Entscheidung hat der Schulausschuss immerhin getroffen: Für die Waldschule Schneeren soll ein Konzept zur Erweiterung und Sanierung erarbeitet werden. Dabei wird es auch um die nachmittägliche Betreuung gehen – und um die Frage, ob eine Sanierung oder ein Neubau kostengünstiger ausfällt. Die Helstorfer Ratsfrau Ute Bertram-Kühn (FDP) merkte an, hier sehe man, dass es nicht immer die richtige Entscheidung sei, kleine Schulen zu schließen. Das war vor einigen Jahren in Schneerens Nachbarort Mardorf geschehen, Bertram-Kühn spielt aber auf die mögliche Schließung des Standorts Helstorf an. Da gab ihr Dominic Herbst Contra, Grünen-Fraktionssprecher und designierter Bürgermeister: „Wir stehen zu der Entscheidung, zukunftsfähige Grundschulen zu schaffen und auszubauen, die auch stabil zweizügig sind.“

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Von Kathrin Götze

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