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Neustadt Biografie über bedeutenden Theologen erschienen
Aus der Region Region Hannover Neustadt Biografie über bedeutenden Theologen erschienen
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07:06 14.06.2019
Eberhard Doll (mittig) überreicht Biografie über den Neustädter Theologen Friedrich Dedekind an den Bürgermeister Uwe Sternbeck. Das Buch liegt auch bei Hans-Erich Hergt im Museum für Stadtgeschichte zur Ansicht aus. Quelle: Marleen Gaida
Neustadt

Anfang des 16. Jahrhunderts, als Neustadt vorwiegend aus Ackerland bestand und etwa 600 Einwohner zählte, da lebte ein gewisser Friedrich Dedekind (1524/1525 – 1598) in der Region. Ein späterer Theologe und Schriftsteller, der durch sein in lateinischer Sprache verfasste Satire „Grobianus, von groben Sitten und unhöflichen Gebärden“ in Europa bekannt wurde.

Eberhard Doll hat 15 Jahre an Biografie geschrieben

Das jetzt mehr über das Lebens des bedeutenden Neustädter Theologen, der von 1553 bis 1575 Pastor an der Liebfrauenkirche war, bekannt wird, liegt vor allem an dessen umtriebigen Biografen Eberhard Doll. Der 81-Jährige ist Autor des Buches „Der Theologe und Schriftsteller Friedrich Dedekind“ von 2018, an dem er insgesamt 15 Jahre geschrieben hat. Doll: „Dedekind schrieb mit dem Grobianus das Gegenstück zum Knigge. Er hatte die schlechten Sitten unter den Studenten gesehen und bildete einen Club des schlechten Benehmens. Auf satirische Art und Weise wurde den Bürgern so die schlechten Manieren vorgehalten.“

Hans-Erich Hergt freut sich über eine Ausgabe im Museum für Stadtgeschichte, das zufälligerweise gegenüber der einstigen Wirkstätte Dedekinds liegt. Hergt findet das Leben Dedekinds ebenfalls spannend und sagt: „Dedekind hat zum Beispiel im Grobianus das schlechte Benehmen extrem dargestellt, um so den Spiegel vorzuhalten.“ Zudem sei er ein Unterstützer der Reformation gewesen und habe die Jugend in sogenannten Schuldramen von der protestantischen Lehre überzeugen wollen, weiß Doll zu berichten.

Dedekind findet sich auch in Sternbecks Leben wieder

Dedekinds Werk wurde in viele verschiedene Sprachen übersetzt und spielt auch noch heute eine zentrale Rolle im Germanistikstudium im Fachgebiet spätes Mittelalter. Bürgermeister Uwe Sternbeck hat am Donnerstag, bei einer offiziellen Übergabe des Buches, einige Anekdoten zu berichten, denn für Sternbeck hat dieses Geschenk auch eine private Komponete: Sternbecks Sohn behandelte in seinem Studium den Grobianus und hätte auf die Frage seines Vaters, ob er Dedekinds Werk kennen würde, mit einem selbstverständlichen „na klar“ geantwortet. Zudem wanderte der Sohn genauso wie Dedekind nach Lüneburg ab, wo der Autor bis zu seinem Tod am 27. Februar 1598 als Pastor in der dortigen Michaeliskirche tätig war und Sternbecks Sohn aktuell lebt und auch Gemeindemitglied ist.

Den Mediävisten, den Mittelalterkundlern, wohlbekannt, ist der als ruhiger und friedfertiger Zeitgenosse beschriebene Autor in Neustadt völlig unbekannt. Das soll sich jetzt aber nach Meinung des Bürgermeisters ändern: „Dedekind hat für die Zeitgeschichte in Neustadt eine große Bedeutung. Neben Hölty und Scharnhorst ist es die dritte wichtige Person für die Stadt.“ Die 624-seitige Biografie über den Theologen Dedekind wird zukünftig in der Stadtbibliothek auszuleihen sein, und sie lädt dazu ein, in die Welt des späten Mittelalters und in die der Reformation einzutauschen.

Von Marleen Gaida

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