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Neustadt Neustadt: Bordenauer Tagesmütter sammeln für die Tafel
Aus der Region Region Hannover Neustadt Neustadt: Bordenauer Tagesmütter sammeln für die Tafel
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17:02 31.03.2020
„Mir liegt es am Herzen, dass die Jüngsten eine kleine Aufmerksamkeit bekommen“, sagt die Bordenauer Tagesmutter Susanne Klein. Gemeinsam mit Nicole Scharnhorst (links) sammelt sie Nahrungsmittelspenden für Neustadts Tafelkunden. Quelle: Privat
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Bordenau / Neustadt

Susanne Klein arbeit seit mehr als 20 Jahren als Tagesmutter in Bordenau. Zuletzt sind nicht nur ihre vier erwachsenen Kinder ausgezogen. Durch die Schließung von Neustadts Kinder- und Betreuungseinrichtungen war es auch in ihrem Haus an der Alten Mühle von einem auf den anderen Tag plötzlich sehr still. „Erst habe ich aufgeräumt und am Themen-Konzept der nächsten Wochen gefeilt. Aber da ist noch viel Kraft übrig“, berichtet die ausgebildete Erzieherin. Denn vor Ostern werden im Hause Klein üblicherweise Dutzende Eier bemalt, Osternester gestaltet und Hasen gebastelt.

Krise trifft Alleinerziehende besonders hart

Als die 52-Jährige beim Lesen der Leine-Zeitung auf den Hilferuf der Neustädter Tafel stieß, hatte sie gleich den Impuls zu helfen. „Alleinerziehende trifft die Corona-Krise noch viel härter, als Leute mit einem gewissen Polster an Geld und Vorräten“, weiß Klein. Deshalb fragte sie bei Neustadts Tafel-Leiterin Ulla Paczkowski nach und erkundigte sich nach dem konkreten Bedarf. Anschließend richtete die Bordenauerin eine Whatsapp-Gruppe namens „Spende für die Tafel“ ein und bat um kleine oder große Gaben von Grundnahrungsmitteln. „Stellt die Sachen einfach vor die Tür“, empfahl Klein. Ihre Eingangstreppe ist überdacht, eine kontaktlose Spende jederzeit möglich.

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Spendenfreude übertrifft die Vorstellungen

Was dann folgte, übertraf Kleins Vorstellungen: „Am Donnerstag, 26. März, um 9.08 Uhr habe ich die Gruppe erstellt, Freitagmittag kam ich vor lauter Tüten vor der Tür schon nicht mehr ins Haus“, freut sich die Initiatorin. Schnell räumte sie den Schuppen auf ihrem Grundstück aus, um weitere Lagermöglichkeiten für Milch, Nudeln, Kaffee und Konserven zu schaffen. Denn zwischenzeitlich hatten sich mit Masseurin Maria Privitera-Axler und Tagesmutter-Kollegin Nicole Scharnhorst weitere Bordenauerinnen dem Spendennetzwerk vor Ort angeschlossen.

Auch im örtlichen Supermarkt durfte sie einen Hinweis aufhängen. „Die ganzen Schwimmer stiegen auch gleich in das Projekt ein“, würdigt Klein den Einsatz der jungen Sportler und ihrer Angehörigen – sie ist auch Trainerin im TSV Bordenau. Am Sonnabend zeichnete sich ab, dass ein Fahrzeug für den Spendentransport nicht ausreichen würde. Schnell konnte ein zweiter Wagen organisiert werden. Die Übergabe am Montag verlief dann unkompliziert. Christina Schlicker von der Tafel nahm die haltbaren Nahrungsmittel hocherfreut entgegen.

Vor Ostern an die Kinder denken

Für Montag, 6. April plant Susanne Klein ihre zweite und letzte Tour. Dabei möchte sie ihr Augenmerk vor allem auf den Nachwuchs richten: „Mir liegt es am Herzen, dass die Jüngsten eine kleine Aufmerksamkeit bekommen“. Ob Ostereier ohne Alkohol, Schokoladenhasen, Knete, Kreide, Stifte, Zeichenblock, Puzzle oder Buch – irgendwas bekommt sicher jeder zusammen“, sagt die Bordenauerin und erinnert an die Schuhkartonsammlungen in Neustadts Schulen, bei denen kleine Geschenkboxen zusammen gestellt wurden. „So groß muss es ja gar nicht werden“, findet Klein und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „ ... kann es aber“. Damit die Osterüberraschung zu den Adressaten passt, sollten vorgesehenes Alter und Geschlecht auf Tüte oder Schachtel vermerkt werden, die gerne wieder vor Kleins Tür an der Alten Mühle 18 abgestellt werden können.

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Von Patricia Chadde