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Neustadt Kalte Nahwärme: Leinenetz arbeitet an Quartierskonzept
Aus der Region Region Hannover Neustadt Kalte Nahwärme: Leinenetz arbeitet an Quartierskonzept
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16:41 22.07.2019
Roland Rebers von der Leinenetz Gesellschaft (links) und Ingo Schlei von den Stadtwerken Neustadt gehören zu einem Team, das sich mit innovativen Energie- und Vertriebskonzepten beschäftigt. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Eigentlich sei es noch viel zu früh, um darüber zu sprechen, sagen Roland Rebers und Ingo Schlei. Doch nachdem in den Debatten der Ratsausschüsse um Klimaschutz immer mal wieder das Stichwort „kalte Nahwärme“ fiel, geben der Bereichsleiter Vertrieb und Kundenservice der Leinenetz Gesellschaft (LNG) und der Energieberater der Stadtwerke Neustadt einen Einblick in ein Zukunftsprojekt, das möglicherweise schon mit dem Baugebiet Westlich Heidland umgesetzt werden könnte.

Nahwärmenetz mit niedriger Temperatur

Kalte Wärme? Was so widersinnig klingt, könnte ein Weg sein, um neue Wohngebiete mit wenig Energieeinsatz zu heizen. „Energy Sharing“ nennt Rebers, was künftig in einem Quartierskonzept umgesetzt werden könnte. Viel Energie braucht man bei den neuen Häusern ja nicht mehr, um sie warm zu bekommen“, sagt Rebers. Statt einer Tiefenbohrung in wärmere Erdschichten reicht für die kalte Nahwärme denn auch ein Kollektorfeld rund 1,50 Meter unter einer Wiese am Rand des Baugebiets aus. Bei dieser Tiefe rechnet man damit, dass frostfrei eine konstante Temperatur von 8 bis 15 Grad Celsius herrscht. „Das reicht für ein kaltes Nahwärmenetz aus“, sagt Rebers. Durch ein Leitungsnetz wird die Grundtemperatur über ein spezielles Fluid im Wohngebiet verteilt, und in jedem Haus wird dann über eine hocheffiziente Wärmepumpe die fehlende Energie zugeführt. „Für eine Fußbodenheizung brauchen Sie vielleicht 35 Grad, für das bisschen Duschen vielleicht 50“, sagt Rebers. Und alle Bewohner könnten sich das Netz teilen.

Konzept muss Investoren überzeugen

Voraussetzung ist, dass das Konzept die Investoren überzeugt. Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Neustadt (GEG) und die Hannoversche Volksbank Projektentwicklungsgesellschaft (HVP) treiben die Entwicklung des Baugebiets voran, das in den nächsten Jahren von der Siemensstraße nach Norden über das alte Hüttengelände wachsen soll. „Wenn es dazu kommt, wäre es das absolute Pilotprojekt“, sagt Rebers. Für Niedersachsen sowieso, und auch bundesweit gibt es kalte Nahwärmenetze bislang nur im kleineren Maßstab. Ob die Idee auch für die 40 Einfamilien- und zwölf Mehrfamilienhäuser geeignet ist, die allein im ersten Bauabschnitt entstehen sollen, muss sich noch zeigen. „Grundsätzlich stehen wir innovativen Konzepten aufgeschlossen gegenüber“, sagt Sven Kanngießer, Geschäftsführer der GEG. Doch ein Konzept für das Baugebiet müsse technisch und wirtschaftlich überzeugen. „Wir haben ja eine Verantwortung gegenüber unseren gemeinsamen Kunden“, sagt Kanngießer. Rebers und Schlei sehen das ebenso.

Vordenker kommen aus verschiedenen Bereichen

Fotovoltaik, Carsharing und E-Mobilität sind weitere Bereiche, mit denen sich die Vordenker der LNG beschäftigen – all das hätten zumindest die Politiker gern auch in neuen Wohngebieten umgesetzt. Außer Schlei und Rebers gehören dem Team etwa zehn Profis verschiedener Fachrichtungen an, vom Kaufmann bis zum Netzingenieur. In der LNG bündeln die Energieversorger aus Garbsen und Neustadt Infrastruktur und Netzgeschäft. Zum 1. Januar 2020 soll die Gesellschaft zum Netzbetreiber für Strom, Gas und Wasser in beiden Städten werden. Rebers hat am 1. Juni als Bereichsleiter Vertrieb und Kundenservice bei der LNG angefangen. Der 48-Jährige Familienvater ist Geologe und Kaufmann.

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Von Kathrin Götze

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