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Neustadt Kommentar: Nach dem Virus ist vor der nächsten Infektion
Aus der Region Region Hannover Neustadt Kommentar: Nach dem Virus ist vor der nächsten Infektion
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17:44 12.09.2019
Ein Aushang am Stadtbüro weist die Bürger auf die stark eingeschränkten Möglichkeiten hin, das bürokratische Alltagsgeschäft zu bewältigen. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Auch nach einer Woche Cyberangriff auf das Rathaus geht das Leben in Neustadt seinen gewohnten Gang, hat es den Anschein. Das große Chaos ist nicht ausgebrochen, die möglichen Schäden aber auch noch nicht absehbar. Bisher ist lediglich klar, dass der Trojaner Emotet massenhaft Daten der Verwaltungsrechner verschlüsselt hat. Der Vorbote einer Erpressung? Vielleicht aber auch „nur“ einer von vielen Mechanismen, mit denen die automatisierte Schadsoftware weltweit Behörden lahm legt und bei Unternehmen Schäden in Millionenhöhe verursacht. Wenn die Stadtverwaltung, wie derzeit geplant, am Montag mit frisch desinfizierten Rechnern zum Normalbetrieb zurückkehrt, muss die Aufklärung und Information über den Virenbefall beginnen.

Neustadt kann helfen

Die Liste der unbeantworteten Fragen ist lang. Wie lange lief der Angriff bereits, bevor die Virenscanner anschlugen? Wurden womöglich sensible Daten der Bürger gestohlen? Oberbürgermeister Uwe Sternbeck hat sich am Freitag schnell dazu entschieden, offen mit dem Totalausfall umzugehen. Die transparente Aufarbeitung und Konsequenzen liegen nicht nur im Interesse der Neustädter. 2018 wurde Burgdorf als erste Kommune in Niedersachsen durch Emotet arbeitsunfähig gemacht. Der erneute Befall und die prompte Reaktion des Innenministers zeigen, wie akut das Bedrohungsszenario ist, für alle Städte. Das Neustädter Offline-Rathaus kann dabei helfen, die Reaktion auf künftige Attacken zu optimieren. Oder sie bestenfalls zu verhindern. Den eins ist klar, Niedersachsens Behörden bleiben unter Dauerfeuer. Nicht umsonst heißt es aus dem Innenministerium: „Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass jeden Tag Unternehmen und Behörden in Niedersachsen angegriffen werden.“

Zum Weiterlesen:

Von Mario Moers

Die Cyberattacke auf des Neustädter Rathaus gilt als beispielhaft für eine neue Dimension der Bedrohung. Vor Ort bedeutet der Trojanerbefall für die Bürger und Bürokraten derzeit vor allem: Analoges Arbeiten, Improvisieren und Verschieben.

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