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Neustadt Mandelsloher wünschen sich andere Südlink-Trasse
Aus der Region Region Hannover Neustadt Mandelsloher wünschen sich andere Südlink-Trasse
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16:56 14.03.2019
Elisabeth Benecke, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet, stellt das Projekt und den Findungsprozess vor. Quelle: Kathrin Götze
Neustädter Land

Viele Fragen und eine konstruktive Diskussion: So ist der Informationsabend mit Vertretern von Netzbetreiber Tennet am Mittwoch in der Aula des Gymnasiums verlaufen. Die Reihen im Saal waren mit mehr als 200 Bürgern gut besetzt.

Mehr als 200 Bürger sind zum Südlink-Infoabend im Gymnasium Neustadt gekommen. Quelle: Kathrin Götze

Seit Tennet im Februar bekannt gegeben hat, die Trasse für die Stromautobahn Südlink westlich an Hannover vorbei führen zu wollen, sind die Neustädter in Aufruhr. Diese Variante, die das Neustädter Land von Nord nach Süd kreuzt, war zuerst als die weniger wahrscheinliche gehandelt worden. Nach aktuellem Stand sprechen etliche Gründe dafür, wie Tennet-Mitarbeiterin Hanka Weidenmüller erläuterte. Auf der Alternativstrecke, die östlich um Hannover herum führt, fanden sich fast doppelt so viele schwere Hemmnisse wir Wälder, Naturschutzgebiete oder Windkraft-Vorranggebiete. Außerdem wäre die Trasse dort etwa 15 Kilometer länger, die Baukosten sechs Prozent höher.

Hanka Weidenmüller von Tennet erläutert, wie die Routenentscheidung zustande gekommen ist. Quelle: Kathrin Götze

Engestellen auf der Südlink-Route durch Neustadt

Auch die Neustadt-Route hat einige Engstellen: Viele große Freiflächen im Norden planerisch als Vorranggebiete für Windkraft vorgesehen oder schon mit Windparks bebaut. Allerdings ist wegen Einwänden der Flugsicherung aktuell ohnehin fraglich, ob weitere Windparks in der Region entstehen können. Mit diesem Hinweis der ehemaligen Mandelsloher Ortsbürgermeisterin Annegret Messerschmidt keimte bei anwesenden Mandelslohern die Hoffnung auf, die Strecke ganz im Norden etwas weiter von der Ortslage entfernt verlegen zu können. Die Trasse macht bei Stöckendrebber eine Kurve gen Osten, um die Windkraft-Standorte herum und verläuft dann recht dicht an Mandelsloh vorbei, durch eine Zone mit besonders fruchtbarem Boden – die Landwirte dort befürchten, dass die Bodenqualität leidet.

Aussiedlerhof liegt mitten im Trassenkorridor

Auch Margarete und Rolf-Dieter Becker sind besorgt: Ihr Aussiedlerhof liegt an der Mandelsloher Straße auf halber Strecke nach Brase und direkt in der Mitte des Trassenkorridors, den Tennet nächste Woche als Vorschlag an die Bundesnetzagentur einreichen will. Für den Abstand des Kabels zu Wohnbebauung gebe es keine feste Regelung, sagte Tennet-Bürgerreferentin Elisabeth Benecke. Man werde aber immer den größtmöglichen Abstand einhalten, versicherte sie. Dass von der Leitung, die Gleichstrom führen wird, keine elektromagnetische Induktion ausgeht (anders als bei Wechselstrom), schien manchem schwer zu glauben. „Sonstige elektrische Felder werden durch das Material abgeschirmt, Grenzwerte bei weitem unterschritten“, versicherte Referentin Benecke.

Uwe Sternbeck (von links), Elisabeth Benecke, ,Matthias Wantia, ... Schmidt und Hanka Weidenmüller diskutieren auf dem Podium. Quelle: Kathrin Götze

Bei Basse ist der Platz knapp

Eine Engstelle für die Planung gibt es auch bei Basse, wo zwischen Wohnbebauung und Naturschutzgebiet nur 150 Meter für die Trasse bleiben. Zwischen Mecklenhorst und Otternhagen hingegen reicht der Platz, auch neben dem Gelände, auf dem der Bund umfangreiche Neubauten für das Friedrich-Löffler-Institut plant. Und die Staatsforst am Dammkrug liegt nicht im Trassenkorridor.

Tennet-Referentin will Ortsrat Mandelsloh besuchen

Einige Besucher äußerten Zweifel an der grundsätzlichen Notwendigkeit des Projekts, andere zeigten sich unzufrieden, dass die Tennet-Mitarbeiter Detailfragen nicht beantworten konnten. Viele gingen aber zufriedener nach Hause. Dem Ortsrat Mandelsloh hat Bürgerreferentin Benecke einen Besuch zugesagt, um Fragen zur Trasse zu besprechen – einen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Tennet gibt seinen Trassenvorschlag am Freitag, 22. März, bei der Bundesnetzagentur ab, die die Unterlagen nach etwa zwei Wochen Prüfzeit öffentlich auslegt. Dann haben die Bürger zwei Monate Zeit, Stellungnahmen und Einwände zum Projekt dort einzureichen.

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Von Kathrin Götze

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