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Neustadt Neue Treffpunkte sollen in Borstel und Mardorf entstehen
Aus der Region Region Hannover Neustadt Neue Treffpunkte sollen in Borstel und Mardorf entstehen
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00:20 09.06.2019
Mitglieder der Initiative "Wir für Borstel - Dorf. Gemeinschaft. Haus." bei einem Treffen. Quelle: privat
Borstel/Mardorf

In Borstel kommt etwas in Bewegung: Rund 70 engagierte Einwohner des 800-Einwohner-Dorfes entwickeln ein Konzept für ein Dorfgemeinschaftshaus. Denn in Borstel gibt es keinen soziokulturellen Dorfmittelpunkt mehr. „Es fehlt ein Haus, in dem Familienfeiern oder Veranstaltungen stattfinden können“, konstatieren die Mitglieder einer Initiative, die das jetzt ändern will.

„Als wir im Jahr 2000 nach Borstel zogen, gab es einen Laden, einen Bäcker und zwei Gaststätten“, sagt Sabine Müller, die im Projekt mitarbeitet, „heute habe ich keine Einkaufsmöglichkeit mehr und das Glasbierhaus mit Kneipe und Saal steht leer.“ Um zu verhindern, dass sich Borstel zu einem Schlafdorf entwickele, habe sich im März die Initiative „Wir für Borstel – Dorf. Gemeinschaft. Haus“ gegründet. Bei der Auftaktveranstaltung fanden sich fünf Arbeitsgruppen zusammen, die unterschiedliche Themen bearbeiten. Schon im Januar hatten sich zahlreiche Borsteler im Glasbierhaus getroffen und den Plan gefasst, das Haus zu erhalten.

Im Glasbierhaus stimmen im Januar zahlreiche Borsteler über ihr Ziel ab, das Traditionshaus für die Dorfgemeinschaft zu erhalten. Quelle: Susann Brosch

Als erstes wollen die Initiatoren über Standort und Größe eines Dorfgemeinschaftshauses nachdenken – „ergebnisoffen“, wie es heißt. Ob das sanierungsbedürftige Glasbierhaus mit seinem großen Saal ein geeignetes Objekt ist, darüber wollen sie in Kürze alle Borsteler befragen. Dafür spreche, dass viel Dorfbewohner mit diesem Ort positive Erinnerungen verknüpfen: Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten wurden im Saal gefeiert, die Kneipe war jahrzehntelang der Treffpunkt im Dorf, Tanzveranstaltungen zu Ostern und Weihnachten waren weit über das Neustädter Land hinaus bekannt.

Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe wollen in den nächsten Tagen im Dorf von Haus zu Haus gehen, um den Bedarf bei den Dorfbewohnern abzufragen: Was ist gewünscht? Ein Kiosk? Ein Café? Was fehlt an Infrastruktur? „Wir brauchen eine breite Meinung aus dem Dorf, um zu sehen, welche Projekte wir weiterverfolgen müssen“, sagt Clemens Scharnhorst, Sprecher der Arbeitsgruppen. Wer Lust hat, mitzuarbeiten – gerne auch aus anderen Dörfern –, kann sich bei ihm per E-Mail an clemens.scharnhorst@gmx.net melden. Spenden, auch Sachspenden wie Flipcharts, Papier und Stifte, sind der Gruppe willkommen.

Mardorfer Initiative plant Begegnungszentrum in der Schule

Jennifer Frenzel-Schmidt (von links), Anna Igelmann-Kirk und Frerk Grüßing stellen das Projekt Freiwind vor, das sie gemeinsam mit Gesa Plogmann und weiteren Mitstreitern in der ehemaligen Grundschule Mardorf verwirklichen wollen – auch ein Begegnungszentrum gehört dazu. Quelle: Kathrin Götze

Auch in Mardorf gibt es eine Initiative für einen neuen Dorftreffpunkt: Der Verein Natürliche Neugier, der mit seiner Initiative Freiwind in der alten Grundschule im Sommer eine Freie Schule eröffnen will, will das Gebäude darüber hinaus auch als Begegnungszentrum etablieren.

Dort sollen am Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien Angebote oder Projekte für alle Altersklassen geboten werden: Nähkurse, Malangebote, Töpfern, Sprachkurse, Mutter-Kind-Kurse, Musikunterricht, Kleidertauschbörsen, Workshops und anderes seien denkbar, sagt Vereinssprecherin Anna Igelmann-Kirk. Mit den Einnahmen des Sporthallenbauvereins, der über Jahrzehnte für eine Turnhalle im Dorf gesammelt hat, wird überdies im Untergeschoss des Schulgebäudes ein Sportraum entstehen. Dieser kann nicht nur von Vereinen, sondern auch von Privatpersonen gemietet werden. „Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme bezüglich Ideen und Interesse zur Mitarbeit“, sagt Igelmann-Kirk. Auch sie ruft auf, die Initiative mit Spenden zu unterstützen. Informationen finden sich auf der Website www.freiwind-mardorf.de

Das Thema Dorftreffpunkt hat aktuell Konjunktur in Neustadts Dörfern: Kürzlich hat die Dorfwerkstatt Bordenau ihre Begegnungsstätte eröffnet, in Wulfelade wird das Dorfgemeinschaftshaus saniert, und in Mandelsloh soll ein Treffpunkt in der Schulmensa entstehen.

Von Kathrin Götze

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