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Neustadt Brückenbau: Region und Stadt versuchen zu schlichten
Aus der Region Region Hannover Neustadt Brückenbau: Region und Stadt versuchen zu schlichten
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20:51 14.04.2019
Die Region lässt ab den Osterferien bis zum Herbst die Brücke am Ortseingang Scharrel erneuern. Quelle: Kathrin Götze
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Scharrel

Die Straßensperrung wegen Sanierungsarbeiten an der Brücke über dem Fluss Neue Auter sind noch keine vier Tage im Gange und schon ist die Wut der Bürger groß. Ihr Vorwurf an Region und Stadt lautet: Zu kurzfristig seien die Scharreler über den Beginn der Baumaßnahmen informiert worden und wegen der eingerichteten Umleitung sei die Umweltbelastung hoch.

So schreibt Maren Preuß in einem Brief an diese Zeitung: „Auch im Sinne der Bürger von Metel, Averhoy, Basse und Suttorf kann es nicht gewollt sein, dass wir diese Umwege fahren müssen. Ich bin nun zwei Tage diese Strecke gefahren und abgesehen von dem doch sehr maroden Zustand der Straße zwischen Averhoy und Basse, ist das Verkehrsaufkommen groß. Es sind noch Ferien und ich mag nicht daran denken, wie es nach Ostern aussehen wird“, erklärt die Scharrelerin.

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Stadt und Region bieten Parkplätze vor Brücke an

Bei Stadt und Region bleibt man gelassen, versucht aber auch auf die Belange der Scharreler einzugehen. So hat Verkehrskoordinator Benjamin Gleue in Abstimmung mit der Region Hannover, die für die Ausführung der Bauarbeiten zuständig ist, versprochen Parkplätze vor der Brücke für etwa acht bis zehn Autos einzurichten. Sollten diese nicht ausreichen, werde man die Parkfläche erweitern. Den Wunsch nach Nutzung der Wirtschaftswege, kann er den Bürgern aus Sicherheitsgründen nicht erfüllen. Gleue erklärt warum Pkws hier nicht passieren dürfen: „Der Wirtschaftsweg ist rund 2,50 bis drei Meter breit, sodass ein im öffentlichen Nahverkehr eingesetzter Bus die vorhandene Asphaltfläche komplett einnimmt.“ Und weiter: „Busse haben eine Maximalbreite von 2,55 Metern. Um zu vermeiden, dass der Wirtschaftsweg beschädigt wird, müssen diese den Weg also möglichst mittig befahren. Bei Gegenverkehr ist das nicht möglich.“ Jürgen Pieper hat für die Regelung kein Verständnis, auch die Parkplatz-Lösung sieht er kritisch. Pieper schreibt: „Parkplätze für zehn Pkw vor der Baustelle? Wer schleppt mir die Einkäufe, wie zum Beispiel Trinkwasserkisten, nach Hause?“

Stadt hält zehn Kilometer mehr Fahrtweg für verkraftbar

Gleue versteht den Ärger, sagt aber auch: „Negative Auswirkungen sind bei Baumaßnahmen immer unvermeidbare Umwege und Umleitungen. Aus Scharrel in Richtung Hannover sind es rund zehn Kilometer mehr Fahrweg, das ist für Anwohnerinnen und Anwohner ärgerlich, aber im vorliegenden Fall begründbar und vertretbar.“

Zu den Vorwürfen, die Region Hannover hätte die Bürger zu kurzfristig informiert, sagt Conrad Vinken, Leiter Team Infrastruktur Straße der Region: „Die Baumaßnahme wurde mehrmals im zuständigen Ortsrat Otternhagen und anderen Gremien der Stadt Neustadt besprochen. Direkte Anlieger sind aufgrund des Eingriffes in ihre Grundstücke direkt beteiligt worden, die Pressemitteilung eine Woche vor der Maßnahme gehört zu der üblichen Informationspolitik der Region Hannover, da frühzeitigeres Informieren in Vergessenheit gerät.“

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich noch bis November andauern.

Von Marleen Gaida