Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Neustadt Streit um Mandelsloher Baugebiete
Aus der Region Region Hannover Neustadt Streit um Mandelsloher Baugebiete
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:21 22.02.2019
Günter Hahn (links) und Tillmann Zietz werben für das Baugebiet Steinhagen. Quelle: Kathrin Götze
Anzeige
Mandelsloh

Dieses Problem hätte man sich in Mandelsloh noch vor wenigen Jahren gewünscht: Zwei Baugebiete stehen zur Auswahl, beide nahe dem Ortskern, für beide stehen schon Investoren bereit. Doch der Ortsrat ist sich nicht einig, wo zuerst gebaut werden soll. Nach einer knappen Entscheidung in der jüngsten Sitzung für das vorgeschlagene Baugebiet Wiekfeld, am Einkaufszentrum und hinter dem Friedhof, werben Ortsbürgermeister Günter Hahn (UWG) und sein Stellvertreter Tillmann Zietz (CDU) jetzt entgegen dem Ortsratsvotum für das Baugebiet Steinhagen. Ein Mitglied der CDU hat sich bei der Abstimmung überzeugen lassen, mit SPD und Pirat für den Vorschlag Wiekfeld zu stimmen, die Abstimmung ging 6:5 aus.

Das Gebiet Wiekfeld liegt hinter Einkaufszentrum, Seniorenheim und Friedhof. Quelle: Kathrin Götze

Gebiet Steinhagen lässt sich besser erschließen

Das Gebiet, das sich vom ehemaligen Stuke-Hof gegenüber dem Richtung Süden bis zum Steinhagen erstreckt, sei deutlich besser verkehrlich zu erschließen, sind Hahn und Zietz überzeugt. Die Hannoversche Volksbank Projektentwicklung hat einen Vorschlag für die Bebauung vorgelegt. „Dort kann eine ringförmige Erschließungsstraße von Anfang an geplant werden, dann weiß jeder woran er ist“, sagt Hahn. Das Plangebiet Wiekfeld hingegen liegt hinter Geschäftsgebäuden und Friedhof, der Pastor-Simon-Weg ist zur Erschließung viel zu schmal. Wer dorthin will, müsste die Zuwegung von der Wiklohstraße am westlichen Ortsausgang nutzen und über den Bürgermeister-Thies-Weg fahren.

Das Baugebiet Wiekfeld ist Favorit der SPD im Ortsrat Mandelsloh. Quelle: Grafik: Amparo Llorens-Gracia

Das findet SPD-Fraktionssprecherin Wiebke Osigus nicht weiter schlimm. Für sie und ihre Mitstreiter im Ortsrat ist wichtiger, dass das Wiekfeld deutlich dichter an Schule und Kindergarten gelegen ist – ein Vorteil, den auch die Planer der Stadtverwaltung hervorheben. Ihr sei es auch wichtig, dass im Bebauungsplanentwurf der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) neben dem Wohngebiet auch ein kleines Mischgebiet geplant sei. „Das ist doch gut für die Entwicklung in Mandelsloh“, sagt Osigus. Im Ortsrat seien noch etliche Fragen zu dem Gebiet offengeblieben, doch die würden sich im weiteren Planungsverfahren klären lassen, meint sie. „Das war ja erst einmal ein Grundsatzbeschluss.“

CDU und UWG im Ortsrat Mandelsloh sprechen sich für das Baugebiet Steinhagen aus. Quelle: Grafik: Amparo Llorens-Gracia

Eine Entwicklung von Geschäftsflächen wäre auch auf dem ehemaligen Bauernhof gegenüber des Geschäftszentrums möglich, den sich Investor Dirk-Wilhelm Rahlfs gesichert hat und der nördlich an Gebiet Steinhagen angrenzt. Dort könnten weitere Einkaufsmöglichkeiten entstehen, etwa ein weiterer Supermarkt, ein Drogeriemarkt oder eine Imbissstube, meinen Hahn und Zietz. Für sie ist auch wichtig, dass im Bereich Steinhagen gut 50 Häuser Platz hätten, am Wiekfeld nur rund 40.

Entscheidung liegt beim Rat

Die letzte Entscheidung liegt beim Rat der Stadt, der das Thema am 18. März behandeln soll; am 11. März nimmt der Bauausschuss die Situation unter die Lupe. Bis dahin werden die Mandelsloher Akteure viel Überzeugungsarbeit in ihren jeweiligen Ratsfraktionen leisten. „Das ist eine unglückliche Situation“, findet Ortsbürgermeister Hahn. Schließlich haben SPD und CDU eine Zusammenarbeit vereinbart, wollen im Rat möglichst geschlossen abstimmen.

Lange waren Mandelslohs Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt, weil ein landwirtschaftlicher Betrieb in der Ortsmitte wirtschaftete, Entwicklung war nur außerhalb der Emissionszonen denkbar. Nun ist der vorherige Eigentümer gestorben, der Erbe will den Betrieb dort nicht weiterführen. Gemeinsam mit Helstorf ist Mandelsloh vom Rat als „kooperierendes Kleinzentrum“ benannt, das mehr Baugrundstücke schaffen darf als kleinere Dörfer mit weniger Infrastruktur. Die Entwicklung in beiden Dörfern soll aber abgestimmt werden – auch in Helstorf ist aktuell ein Baugebiet in Planung.

Von Kathrin Götze

Dietmar Fenske hat seinen Posten als Vorsitzender des Modelleisenbahnclub Neustadt nach mehr als 20 Jahren zur Verfügung gestellt. Er wolle zukünftig seine Kraft mehr im familiären Umfeld bündeln, sagte er.

19.02.2019

Janet Breier unterstützt seit Februar Annette Holaschke bei ihrer Tätigkeit als Koordinatorin der Begegnungsstätte Silbernkamp. Die Personalie führt auch zu geänderten Sprechzeiten.

19.02.2019

Was tun, wenn beim Waldspaziergang mit dem Hund ein Wolf auftaucht? Ein Kursus der Volkshochschule Hannover-Land soll Hundehaltern mehr Sicherheit geben.

19.02.2019