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Neustadt Warmeloher treffen sich am Spritzenhaus
Aus der Region Region Hannover Neustadt Warmeloher treffen sich am Spritzenhaus
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12:38 27.12.2018
Beleben den Treffpunkt: Uwe (von links) und Beate Stummeyer mit Enkelin Zoe, Jens Fabich, Friedrich-Wilhelm Zwitters, Thomas Meyer zu Hartlage und Dieter Behrends. Quelle: Patricia Chadde
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Warmeloh

Das örtliche Spritzenhaus, erbaut 1889, hat 129 Jahre später keine Bedeutung im Brandschutz mehr, aber eine wichtige Funktion für die Dorfgemeinschaft. Es ist der Treffpunkt, an dem jedes neue Jahr begrüßt wird. Nachdem sich die Einwohner zuvor viele Jahrzehnte lang zu Silvester auf der Straße zugeprostet hatten, zieht es sie jetzt immer an das kleine Backsteingebäude am südlichen Ortsrand. So wird es auch diesmal in der Nacht zum Neujahrstag sein.

„Unser Spritzenhaus hat sich zu einem süßen, kleinen Dorfgemeinschaftshaus gemausert“, freut sich Uwe Stummeyer. Zum achten Mal wollen die Warmeloher an Neujahr hier zusammen kommen, wobei sich im Laufe der Jahre eine Reihenfolge etabliert hat. „Erst stößt man zu Hause mit der Familie an, dann wird bei Northes am Langen Felde geböllert und anschließend geht es hier her“, wie Beate Stummeyer erläutert.

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Dann kann jeder noch mal den stattlichen Tannenbaum bewundern, der Dank des Einsatzes landwirtschaftlicher Geräte, wie einem Teleskoplader, aus einem Privatgarten zum Dorfplatz gebracht wurde und seit dem 1. Dezember dank funkelnden Lichterketten erstrahlt. „Die Tanne steckt einen Meter tief in der Erde“, berichtete Friedrich-Wilhelm Zwitters, dessen Bruder Hans-Ulrich ebenso wie Dieter Behrends, Jens Fabich, Hans-Michael und Thomas Kuban sowie Thomas Meyer zu Hartlage zum harten Kern der Helfergruppe zählen.

Nach dem geselligen Treffen in der Neujahrsnacht wird übrigens mittags gemeinsam aufgeräumt und anschließend gemütlich gegrillt. „In Warmeloh muss am ersten Tag des Jahres niemand in der Küche stehen und brutzeln. Den Grill-Imbiss haben wir von den Abendstunden einfach in die Mittagszeit verlegt“, schildert Jens Fabich die unkomplizierte Nahrungsmittel-Versorgung des Ortes.

Die Idee, sich am Spritzenhaus zu treffen, gibt es erst seit acht Jahren. Die Dorfgemeinschaft hat das historische Gebäude ins Herz geschlossen und hält es in Schuss. Ein neues Dach liegt schon drauf, zum 130. Geburtstag im kommenden Jahr sollen noch die Fugen der Ziegelmauern erneuert werden. Das einzig komplizierte ist dabei der Inhabername des wenige Quadratmeter großen Gebäudes: Es ist der „Realverband Teilungs-und Verkoppelungsinteressentschaft Warmeloh“.

Von Patricia Chadde