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Neustadt Wassersportler wünschen sich bessere Zugänge zum Steinhuder Meer
Aus der Region Region Hannover Neustadt Wassersportler wünschen sich bessere Zugänge zum Steinhuder Meer
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08:00 08.11.2019
Wassersport ist Thema bei der Steinhuder-Meer-Konferenz im Schloss Landestrost. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Wenn es um Wassersport auf dem Steinhuder Meer geht, gibt es nicht nur Konflikte mit dem Naturschutz zu regeln, sondern auch solche zwischen den Sportlern. Das zeigte sich bei der Steinhuder-Meer-Konferenz am Freitag im Schloss Landestrost. Wie stellt man sicher, dass sich alle an Regeln halten? Müssen Surfer und Kitesurfer weiter in gekennzeichneten Bereiche bleiben? Und wie viel Nutzung verträgt das Meer eigentlich?

Wasserstand und Entschlammung waren ausgeklammert

Allerhand Fragen galt es in den einzelnen Arbeitsgruppen zu klären. Und das, obwohl die großen Themen Wasserstand und Entschlammung schon vorab ausgeklammert worden waren. „Diese Themen werden an anderer Stelle behandelt“, sagte Stefanie Uhlig von der Region Hannover. Auch auf die Frage des Surfers Serge Linnekuhl nach Möglichkeiten, das Winterbefahrensverbot zu lockern, winkten viele alt gediente Konferenzteilnehmer ab. Für eine solche Änderung müsste die gesamte Steinhuder Meer- und Dümmer-Verordnung aufgeschnürt und neu verhandelt werden, erläuterte Naturpark-Ranger Hendrik Holte am Rande der Konferenz. Die Landespolitiker aus der Region signalisieren immer mal wieder, sich darum kümmern zu wollen.

Der Austausch hat sich bewährt: Bereits zum neunten Mal hat die Naturparkverwaltung zur Steinhuder-Meer-Konferenz eingeladen. Im Austausch lassen sich viele Probleme lösen, so die Erfahrung. Diesmal ging es um Wassersport.

App für Wassersportler angedacht

Dennoch kann der Naturpark auch mit kleinen Schritten attraktiver werden und besser funktionierten. Eine App für Wassersportler, in der etwa Karten, Regeln und Wetterwarnungen, aber auch Events und Tipps angezeigt würden, das wäre so etwas. „Wir müssen auch kommunizieren, dass man Steine oder Betonbrocken unter Wasser beim Amt für regionale Landentwicklung melden kann, damit sie entfernt oder mit Bojen markiert werden“, sagte Uhlig. Danach hätten besonders in den trockenen Sommern viele Wassersportler gefragt.

Zwischen Vereinen und ortsansässigen Wassersportlern laufe die Kommunikation schon recht gut, hieß es. Nun müsse man noch Wege finden, auch Touristen und Sportler von auswärts mit einzubeziehen. Ob dazu eine einheitliche Beschilderung gut wäre oder eine ganz andere Lösung gefunden werden müsse, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Nachwuchs kommt per „Boat-Sharing“

Um Nachwuchs zu werben, hätten sich Leihboote und andere Geräte bewährt, berichtete Matthias Apitz aus einer der Arbeitsgruppen. Da kam die Frage auf, ob Vereine für solche Anschaffungen zum „Boat-Sharing“ Fördergeld bekommen könnten. Zeitgemäß wäre auch eine Möglichkeit, mittels Tracking zurückgelegte Wege auch auf dem Wasser aufzuzeichnen und im Internet zu teilen, sagte Apitz’ Kollegin Michaela Weinberg – so etwas gibt es für Laufwege schon länger.

Besserer Zugang zum Wasser gefragt

Um den Zugang zum Wasser zu erleichtern sollte geprüft werden, ob Schwimmstege auf dem Steinhuder Meer zugelassen werden könnten, hieß es. Insgesamt wünschen sich Besucher mehr Zugänge zum Wasser. Auch die Badeinsel in Steinhude sowie Surfer- und Badestrand am Nordufer könnten attraktiver gestaltet werden, sagt Weinberg.

Wichtig sei zudem, Zuständigkeiten zu klären, zu kommunizieren und den Austausch vor Ort zu organisieren, berichtete Doreen Juffa aus ihrer Arbeitsgruppe. Mit gemeinschaftlichen Müllsammelaktionen könne man Leute zusammenbringen und Kinder einbinden. Um Regeln am Meer zu kommunizieren sei gewünscht, dass Naturpark-Mitarbeiter wie Ranger Holte in Vereinsversammlungen kommen. Möglich sei auch, dass sich Vereine mit einer „Blauen Flagge“ für vorbildliches Verhalten zertifizieren lassen könnten.

Touristiker wollen neue Zielgruppen erschließen

Barrierearme Infrastruktur ist auch aus Sicht der Touristiker wichtig, wie Willi Rehbock von der Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT) und Ulrike Franke von der Beratungsagentur BTE erläuterten. „Die Gäste werden älter“, sagte Franke. Um neue Zielgruppen zu erschließen, brauche es neue Angebote. Auch Digitalisierung gehöre dazu. „Die Gäste wollen online buchen, sich informieren und ihre Erlebnisse und Fotos teilen“, sagte Franke.

Zusätzlich zu den bisher beworbenen Bereichen Natur, Kultur und Aktivitäten wollen die Touristiker auch das Thema Genuss setzen – dabei gehe es um Gastronomie, regionale Produkte und auch um Gesundheits- und Wellnessangebote, sagte Rehbock. Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit seien bei allen Überlegungen immer im Hinterkopf dabei.

Nächster Tag der Parke im Scheunenviertel

Der „Europäische Tag der Parke“ soll am 21. Juni 2020 in Steinhude stattfinden, wie Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt bei der Region Hannover, während der Steinhuder-Meer-Konferenz ankündigte. Dann gelte es, das 20-jährige Bestehen des Scheunenviertels zu feiern – und der Naturpark-Infoscheune. Das historische Scheunenviertel aus dem 18. Jahrhundert wurde zur Expo 2000 wieder mit Leben erfüllt. Die Ausstellung in der Naturpark-Scheune werde in Kürze moderner gestaltet, sagte Papenfuß weiter. So sei ein Nachtraum und eine Sitzecke mit Büchern geplant – und man werde wohl auch einige interaktive Ausstellungselemente installieren.

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Von Kathrin Götze

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