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Neustadt Die Alpe strömt jetzt über Kiesbetten
Aus der Region Region Hannover Neustadt Die Alpe strömt jetzt über Kiesbetten
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00:18 24.08.2018
Wurzelstubben dienen als Unterstand für Fische. Quelle: Haase
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Laderholz

Wegen der fehlenden Regenfälle steht das Wasser im Bachlauf der Alpe derzeit am Messpunkt bei Laderholz derzeit 20 Zentimeter tiefer als normal und damit auf einem absoluten Niedrigstand. Trotzdem entsteht noch Strömung, und das erfreut Anke Willharms, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Fischotterschutz in Hankensbüttel und zuständig für das sogenannte Aller-Projekt: „Es zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen wirken.“

Ziel des nun nach sechs Jahren auslaufenden Aller-Projekts war es, im Einzugsgebiet des Flusses wieder ein Netz von naturnahen Gewässern und Lebensräumen zu entwickeln. Dazu zählt auch die Alpe, die aus dem Neustädter Land kommend bei Rethem in die Aller mündet. Sie wurde im vergangenen Jahrhundert aus Gründen der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit und des schnellen Wasserablaufes verlegt und ausgebaut. „Das Profil des Bachlaufs war dadurch zu breit und zu tief“, erläutert Willharms.

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Diesen Zustand hat die Aktion Fischotterschutz zusammen mit Partnern wie dem Unterhaltungsverband Alpe-Schwarze Riede und dem Naturschutzbund (Nabu) Neustadt in zwei Bereichen geändert. Wie schon im vergangenen Jahr in einem weiter südlich gelegenen Abschnitt wurden im Gewässerlauf auf 120 Metern Länge Kiesbetten angelegt und Wurzelstubben eingesetzt. 5000 Euro hat die diesjährige Aktion gekostet. Von ihr sollen Kleinlebewesen wie Bachflohkrebse, Fischarten wie Bachschmerlen, Forellen und Neunaugen und als Folge möglicherweise auch Eisvögel oder Fischotter profitieren. „Kiesbetten sind Lebensräume und Laichgründe, Wurzelstubben dienen als Unterstand für Fische und bieten mit ihrem Totholz Nahrung für Köcher- oder Eintagsfliegen“, erläutert Willharms.

Landwirt Jan Schnepel, der als Flächeneigentümer das Projekt unterstützt hat, ist ebenso zufrieden wie Friedrich Andermann, Geschäftsführer es Unterhaltungsverbandes. Er weist noch auf einen anderen Umstand hin: „Die Nitratbelastung der Alpe ist niedrig.“ Messungen im Frühjahr hätten einen Höchswert von 10,2 Milligramm pro Liter an der Baumühle bei Dudensen ergeben. Bis zur Mündung seien die ermittelten Werte kontinuierlich auf 2,47 Milligramm abgesunken. „Das liegt deutlich unter dem Nitratwert von 11 Milligramm, der für Fließgewässer empfohlen wird“, erklärt Andermann.

Von Bernd Haase

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