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Neustadt Stolpersteine erinnern an vertriebene Juden
Aus der Region Region Hannover Neustadt Stolpersteine erinnern an vertriebene Juden
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15:57 14.09.2018
Gunter Demnig hat bereits in der Marktstraße Stolpersteine verlegt Jetzt kommt er wieder nach Neustadt. Quelle: Susanne Döpke
Neustadt

16 Stolpersteine, die an das Schicksal früherer jüdischer Bewohner erinnern, hat der Berliner Künstler Gunter Demnig bereits in der Innenstadt verlegt. Am Dienstag, 25. September, werden sieben weitere hinzukommen. Die Aktion ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die der Arbeitskreis Regionalgeschichte anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht am 9. November 1938 organisiert hat und die auch am 4. November an der Straße Zwischen den Brücken die Einweihung des Mahnmals für die Opfer der Judenvernichtung beinhaltet.

In Neustadt haben Nationalsozialisten in der Pogromnacht die Synagoge in der Mittelstraße verwüstet und das Inventar am folgenden Tag auf den Leinewiesen verbrannt. Außerdem plünderten sie die Wohnungen mehrerer jüdischer Familien. Diese waren auch zuvor schon Schikanen ausgesetzt. „Das Veranstaltungsprogramm soll Anregungen geben zur Auseinandersetzung mit einem lange verschwiegenen Kapitel Neustädter Geschichte“, erklärt der Arbeitskreis um den Historiker Hubert Brieden.

Die goldfarbenen Stolpersteine werden zunächst am Donnerstag, 20. September, um 10 Uhr Zwischen den Brücken geputzt. Das hat symbolische Bedeutung: Die eingravierten Namen und Lebensdaten der Verfolgten treten wieder deutlicher hervor, um in Erinnerung zu bleiben. Am folgenden Dienstag verlegt Demnig dann fünf von ihnen um 15 Uhr vor dem Haus in der Wallstraße 3. Dort lebten einst Hermann und Johanna Birkenruth mit ihren drei Kindern sowie Albert Wildau. Auch sie wurden in der Pogromnacht ausgeraubt. Hermann Birkenruth wurde verhaftet, zunächst ins Polizeigefängnis gebracht und von dort ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nach seiner Entlassung konnte er 1939 mit seiner Familie nach England fliehen. Wildau wurde ins lettische Riga gebracht und dort ermordet.

Zwei weitere Stolpersteine werden künftig vor dem Haus in der Leinstraße 21 an Erich und Gertrud Meinrath erinnen, die dort eine Schlachterei betrieben hatten. Auch Erich Meinrath war im Polizeigefängnis und im Konzentrationslager, später lebte das Ehepaar in einem sogenannten Judenhaus in Hannover. 1941 verschleppten die Nationalsozialisten beide nach Riga und brachten sie am 1. Januar 1943 um.

Eine Ausstellung mit dem Titel „Jüdisches Leben in Neustadt“ eröffnet am 24. September bei der Volkshochschule im Veranstaltungszentrum Leinepark an der Suttorfer Straße und wird dann am 6. November in den Rosenkrug an der Nienburger Straße umziehen. Sie beinhaltet nicht nur Dokumentarisches, sondern auch künstlerische Arbeiten von Kerstin Faust und Neustädter Schülern. Das Cinema im Leinepark zeit am 25. September um 19.30 Uhr den Film Sahras Schlüssel, der das Schicksal einer jüdischen Familie in Paris beschreibt. Stadtrundgänge und Lesungen zum Thema Antisemitismus, Judenverfolgung und Gedenken runden die Veranstaltungsreihe ab.

Von Bernd Haase

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