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Neustadt Lehrer wenden sich gegen AfD-Meldeportal
Aus der Region Region Hannover Neustadt Lehrer wenden sich gegen AfD-Meldeportal
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12:52 23.12.2018
Umstritten: Das AfD-Portal "Neutrale Lehrer". Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Die Lehrer der KGS Neustadt wenden sich in einer öffentlichen Stellungnahme geschlossen gegen ein Online-Meldeportal der AfD, in dem Schüler aufgerufen werden, Lehrer an die Partei zu melden, die aus ihrer Sicht negativ über die Partei geäußert haben. Am vergangenen Montag hat auch die AfD Niedersachsen ein solches Portal freigeschaltet. Am Gymnasium Neustadt formulierte der Personalrat eine ähnlich lautende Erklärung, der sich binnen zwei Tagen 55 Lehrer anschlossen

In der Erklärung der KGS-Lehrer heißt es: „Wir stehen als überzeugte Demokraten für die Verteidigung unseres Rechtsstaates, für ein Festhalten an den Grundwerten von Freiheit und Würde des Menschen. Wir machen aus diesem Grunde auch in der Funktion als Lehrkräfte ,Werbung’ für unsere Grundwerte, für unsere Demokratie und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.“

Es sei Aufgabe überzeugter Demokraten, sich gegen Äußerungen zu positionieren, die den Grundwerten der Verfassung widersprechen. Die Lehrer stellen sich entschieden gegen Rassismus und Extremismus jeder Art. „Wir wenden uns deshalb in aller Deutlichkeit gegen Versuche, grundlegende Prinzipien unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Frage zu stellen und die rechtmäßige Aufsicht des Staates über die Schulen an einzelne Parteien abzutreten.“

Die Methode eines „Online-Melde-Portals“ sei kategorisch abzulehnen, weil sie Denunziantentum im Stile früherer autoritärer deutscher Staaten propagiere, anstatt für eine friedliche und freiheitliche Demokratie zu werben. „Aus der Geschichte haben wir gelernt, dass Entwicklungen, die mit Denunziation und Einschüchterung beginnen, mit der Inhaftierung von Andersdenkenden in Lagern enden können“, heißt es in der Stellungnahme der Lehrer am Gymnasium.

Stellungnahme der KGS-Lehrer:

Wir, die Lehrerinnen und Lehrer der KGS Neustadt,

stehen als überzeugte Demokraten für die Verteidigung unseres Rechtsstaates, für ein Festhalten an den Grundwerten von Freiheit und Würde des Menschen. Wir machen aus diesem Grund auch in unserer Funktion als Lehrkräfte „Werbung“ für unsere Grundwerte, für unsere Demokratie und für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung:

Wir stehen klar und eindeutig zum parteipolitischen Neutralitätsgebot für Lehrkräfte und zu den im Jahr 1976 im „Beutelsbacher Konsens“ festgelegten Prinzipien.

Wir zwingen unseren Schülerinnen und Schülern daher keine Meinung auf, sondern versuchen, sie darin zu bestärken, sich auf der Grundlage unterschiedlicher, auch kontroverser Positionen eine eigene Meinung zu bilden und „Fake-News“ als solche zu erkennen. Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler – egal welcher demokratischen Partei sie sich zugehörig fühlen – bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit.

Wir betrachten es als Aufgabe überzeugter Demokraten, sich gegen Äußerungen zu positionieren, die den Grundwerten unserer Verfassung widersprechen. Entschieden stellen wir uns gegen Rassismus und Extremismus jeder Art.

Wir wenden uns deshalb in aller Deutlichkeit gegen Versuche, grundlegende Prinzipien unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Frage zu stellen und die rechtmäßige Aufsicht des Staates über die Schulen an einzelne Parteien abzutreten.

Wir, die Lehrerinnen und Lehrer der KGS Neustadt lehnen demzufolge die Methode eines „Online-Melde-Portals“ kategorisch ab, weil sie Denunziantentum im Stile früherer autoritärer deutscher Staaten propagiert, anstatt für eine friedliche und freiheitliche Demokratie zu werben.

Stellungnahme der Lehrer am Gymnasium Neustadt:

Wir Lehrkräfte am Gymnasium Neustadt verstehen das Meldeportal der AfD als Aufruf zur Denunziation, als Zensur- und Einschüchterungsversuch. Dies lehnen wir entschieden ab und fordern von der Landtagsfraktion dieser Partei die Schließung der entsprechenden Webseite.

Wir unterrichten kritisch, parteineutral – aber nicht wertneutral! Menschenverachtende und diskriminierende Positionen werden in unserer Schule grundsätzlich hinterfragend behandelt.

Wenn von Mitgliedern und Funktionären der AfD rassistische, sexistische, geschichtsrevisionistische, antisemitische oder demokratiefeindliche Äußerungen und Aktivitäten ausgehen, die unser friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft gefährden, werden wir dies auch weiterhin mit unseren Schülerinnen und Schülern thematisieren.

Aus der Geschichte haben wir gelernt, dass Entwicklungen, die mit Denunziation und Einschüchterung beginnen, mit der Inhaftierung von Andersdenkenden in Lagern enden können.

Die Lehrkräfte des Gymnasiums in Neustadt am Rübenberge

Von Kathrin Götze

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