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Neustadt Mehrheit ist für Rathauspläne
Aus der Region Region Hannover Neustadt Mehrheit ist für Rathauspläne
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16:57 30.01.2019
Die Mehrheit im Ortsrat (außen) stimmt für die Ausschreibung des Rathausbaus. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Wie das neue Rathaus einmal aussehen wird? Die Bürger werden es erst zu sehen bekommen, wenn entschieden ist, welcher Entwurf umgesetzt wird. Die mangelnde Transparenz des gewählten Ausschreibungsverfahrens sorgte am Dienstagabend für Kritik. Doch das Interesse scheint auch nicht allzu groß zu sein. Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss sowie Ortsrat Neustadt hatten die gemeinsame Sitzung zum Thema Rathaus eigens in die Mensa an der Bunsenstraße verlegt, weil sie mit großem Publikumsinteresse gerechnet hatten. Sie wurden enttäuscht: Nur vereinzelte Zuhörer nahmen in den aufgebauten Stuhlreihen Platz.

Die Zuschauerreihen in der Mensa Bunsenstraße sind bei der Beratung zum Rathaus nur spärlich besetzt. Quelle: Kathrin Götze

Dennoch, die Diskussion um den geplanten Neubau, und insbesondere um das Ausschreibungsverfahren mit vorgeschaltetem Architekturwettbewerb, gab einigen Anlass zu Nachfragen und Kritik. Auch das geplante Raumprogramm wollten einige noch verändern. Ob 40 Quadratmeter für eine Tourist-Info im Foyer ausreichte, hatte in der Bürgerfragestunde Wirtschaftsförderer Uwe Hemens in Frage gestellt. In den jetzt genutzten Räumen an der Marktstraße teilen sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Tourist-Info 160 Quadratmeter. „Das reicht nicht, dann soll die Tourist-Info lieber in ihren Räumen bleiben“, sagte Grünen-Politikerin Ute Lamla. Hemens riet, sich mit Willi Rehbock von der Steinhuder-Meer-Tourismus GmbH (SMT) abzustimmen.

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Das Gebäude, das im Bereich Marktstraße Süd zwischen Lindenstraße und Am Kleinen Walle entstehen wird, soll viel Flexibilität bieten: Büroräume sollen variabel gestaltbar sein, und ein Teil des dritten Obergeschosses könnte auch erst nachträglich ausgebaut werden. Dieser Hinweis führte FDP-mann Thomas Iseke zu der Frage, ob eventuell auch noch eine Baureserve für die Bibliothek zur Verfügung stünde. Grünen-Politikerin Ute Lamla hakte ein und fragte nach, an welcher Stelle die Bibliothek eigentlich aus der Planung für das Rathaus herausgefallen sei – den Grünen ist es wichtig, die Bücherei an zentraler stelle und mit reichlich Platz neu einzurichten. Nach aktuellem Stand soll sie –zur Miete – im Gebäude am ZOB untergebracht werden, doch neuerdings diskutiert die Politik über die hohen Kosten dafür.

Der Auftrag für Rathausbau und 30 Jahre Instandhaltung soll an eine Bietergemeinschaft aus Architekten und Investoren gehen, und in einem zweistufigen Verfahren vergeben werden. Zuerst ist ein Architekturwettbewerb geplant, über dessen Sieger eine Jury aus Fachleuten und Ortskennern entscheiden soll. Die fünf besten Entwürfe gehen weiter in den zweiten Teil des Wettbewerbs, in dem die Ideen ausgestaltet und nach Funktion, Nachhaltigkeit, Qualität, Betriebskonzept und Kosten-Nutzen-Verhältnis bewertet werden. Bevor die letzte Entscheidung gefallen ist, könnten die Entwürfe nicht öffentlich präsentiert werden, hieß es in der Sitzung, Geheimhaltung gehört zum Ausschreibungsmodus.

UWG-Sprecher Willi Ostermann beantragte, die Beschlussfassung zu verschieben, um mehr Zeit für Beratungen zu haben. Die Mehrheit aus CDU und SPD will aber in der Ratssitzung am 7. Februar beschließen. Ihre Mitglieder in beiden Gremien stimmten für den Entwurf, UWG, FDP und AfD dagegen. Die Grünen enthielten sich, auch sie wollen länger beraten.

Von Kathrin Götze