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Neustadt Naturpark begrüßt zehn neue Mitglieder
Aus der Region Region Hannover Neustadt Naturpark begrüßt zehn neue Mitglieder
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00:23 26.11.2018
Bürgermeister und Ortsbürgermeister der Mitgliedsortschaften haben Urkunden bekommen. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Ein besonderer Tag für den Naturpark: Bei der Steinhuder Meer-Konferenz am Freitag haben die Mitgliedskommunen zehn neue Ortschaften in ihrer Mitte begrüßt. Damit wächst das Gebiet der Umweltschutz- und Marketing-Organisation der Region Hannover auf eine Gesamtfläche von 420 Quadratkilometer an. Die Erweiterung – die erste seit der Naturpark-Gründung 1974 – geht wesentlich auf Neustädter Initiative zurück.

Mit Poggenhagen, Mariensee, Neustadt, Nöpke, Hagen, Dudensen und Wulfelade stellt das Neustädter Land auch die meisten neuen Mitglieder. Auf der anderen Seite des Sees kommen Loccum, Münchehagen (beide Kreis Nienburg) und Sachsenhagen (Kreis Schaumburg) hinzu.

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Die Dörfer haben gute Gründe, sich anzuschließen. Mit Aktivitäten zum Naturschutz und zum Tourismus-Marketing helfen die Mitarbeiter der Region Hannover den Ortschaften, bei den jährlichen Steinhuder-Meer-Konferenzen werden jeweils zu bestimmten Themen neue Ideen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und Konflikte thematisiert.

2017 war die Landwirtschaft Thema der Konferenz, und Sonja Papenfuß, die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Region, berichtete von etlichen Konferenz-Initiativen, die inzwischen umgesetzt sind, „und das, obwohl dieses wahrhaftig kein einfaches Jahr für die Landwirtschaft war.“ Der Wunsch der Landwirte aus der Region, dem Publikum ihre Arbeit nahe zu bringen, treffe auf einen großen Informationsbedarf, konstatierte auch Dezernentin Christine Karrasch. Eine neue Freizeitkarte mit einer Hofladen-Route rund ums Steinhuder Meer finde reißenden Absatz, berichtete Bilge Tutkunkardes vom Team regionale Naherholung.

Die Region arbeitet auch über die Grenzen des Naturparks hinaus daran, bereits Schülern ein modernes Bild von Landwirtschaft zu vermitteln. So gibt es das Angebot „Lernort Bauernhof“ bei, das jeweils dreimal jährlich für eine Woche im Jugendgästehaus Gailhof in der Wedemark gebucht werden kann –es gibt allerdings wegen der großen Nachfrage eine lange Narteliste. Etwas ähnliches sei auch am Steinhuder Meer denkbar, meint Papenfuß. Geführte Radtouren mit Besuchen auf Höfen sowie Vorträge zu Landwirtschaftsthemen seien ebenfalls in Vorbereitung.

Für den Vertragsnaturschutz habe die Region dieses Jahr 150.000 Euro in ihrem Haushalt vorgesehen. Davon werden Entschädigungen gezahlt, wenn Landwirte Blüh- oder Brachstreifen, Altgrasstreifen, Erbsenflächen, Feldlerchenfenster und ähnliches auf ihren Flächen einrichten. Insgesamt 91 Betriebe in der Region haben sich dieses Jahr daran beteiligt, 285 Flächen mit insgesamt 150 Hektar dafür zur Verfügung gestellt.

Der Park biete eine lebendige Kulturlandschaft mit vielen Attraktionen, einen Rückzugsraum für zahlreiche gefährdete Arten – und einen einzigartigen Erholungsraum für Urlauber und Ausflügler. Oder, wie es Slam-Poet Tobias Kunze in seiner Ode an das Steinhuder Meer ausdrückte, einen Sonnenplatz an der Costa del Torf. Ob das ein Schlagwort für eine neue Marketing-Kampagne wird, ist noch offen – nach dem offiziellen Teil beschäftigten sich die Teilnehmer mit Strategien für die regionale Vermarktung im Naturpark, Motto: „Wir haben etwas zu bieten“.

Von Kathrin Götze