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Neustadt Unternehmer kämpft gegen Windkraft-Stillstand
Aus der Region Region Hannover Neustadt Unternehmer kämpft gegen Windkraft-Stillstand
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16:56 25.01.2019
Die Windkraftanlagen bei Niedernstöcken sind noch ohne Anfechtungen der Flugsicherheit errichtet worden. Quelle: Mirko Bartels
Hagen

 Seit 20 Jahren baut er Windkraftanlagen, hat auch schon früher mit Widerständen zu kämpfen gehabt. Momentan sieht sich der Hagener Alexander Jäger-Bloh Gegnern gegenüber, die einen Großteil aller Windkraft-Projekte aus dem Neustädter Land zu Fall bringen könnten. Es geht um die Frage, ob Windkraftanlagen wirklich Funkanlagen und damit die Flugsicherheit beeinträchtigen, wie Behörden befürchten.

Dass das etwa im Falle des Drehfunkfeuers namens VOR Nienburg so ist, bezweifeln Jäger-Bloh und seine Mitstreiter stark. Der Hagener ist Sprecher einer Planerallianz, deren Mitglieder rund 70 Windkraftanlagen im Neustädter Land, im Landkreis Nienburg und dem Heidekreis betreiben. Mittendrin, nahe bei Wenden, steht seit den Fünfziger Jahren das Drehfunkfeuer. Weil man davon ausgeht, dass Windkraftanlagen die Funksignale stören können, mussten lange Zeit Bauprojekte im Umkreis von drei Kilometern um die Anlage besonders geprüft werden. Dieser Prüfradius ist vor einigen Jahren auf 15 Kilometer erhöht worden, reicht nun bis Neustadt und ans Steinhuder Meer.

Alexander Jäger-Bloh ist Sprecher der Planungsallianz, die gegen die Deutsche Flugsicherung klagt. Quelle: Kathrin Götze

„Unsere und die Projekte anderer Unternehmer werden massiv behindert“, sagt Jäger-Bloh. Für bereits gebaute Windräder gilt allerdings Bestandsschutz. Auch das gibt den Betreibern zu denken. „Wenn die Anlagen das Funkfeuer wirklich stören würden, müsste man sie doch eigentlich sofort entfernen, oder?“, sagt Jäger-Bloh. Die Windkraft-Betreiber wehren sich, sind gegen die Deutsche Flugsicherung (DFS) vors Verwaltungsgericht gezogen. Politische Unterstützung finden sie etwa bei Regionspräsident Hauke Jagau und Bürgermeister Uwe Sternbeck, die im August einen offenen Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer formuliert haben. Der erhoffte Ministerentscheid ist aber bisher nicht erfolgt.

Auch für Jäger-Bloh ist klar, dass der Konflikt auf Bundesebene gelöst werden muss. Die Flugsicherung greife in Regionalplanung, Bauleitplanung und Eigentumsrecht auf einer Fläche von rund 700 Quadratkilometern ein, ohne dass ein Bauschutzbereich in einem öffentlichen Verfahren festgelegt worden wäre. Auch eine Suche nach Alternativen oder Problemlösungen vermisst der Unternehmer. Allein in der Region könnten 110 geplante Windenergieanlagen wegen des Konflikts nicht gebaut werden können, ein Verlust von 770 Millionen Kilowattstunden Stromproduktion pro Jahr.

Ohnehin sei der Luftverkehr großer Verursacher klima- und gesundheitsschädlicher Stoffe, so Jäger-Bloh. Wenn darüber hinaus noch Windenergieanlagen verhindert werde, konterkariere das die Energiewende. Und auch die gewünschte Verkehrswende habe nur mit Wasserstoff und erneuerbaren Energien Sinn. „Fände sie mit Braunkohlestrom statt, wäre der Auspuff nur woanders.“ Der Unternehmer bohrt weiter, sucht nach politischen Unterstützern. Ein nettes Signal sei es, dass der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies am nächsten Donnerstag einen Pressetermin beim Hagener Unternehmen wahrnehmen werde. „Aber damit ist es nicht getan, wir müssen weiter kämpfen.“

Von Kathrin Götze

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