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Neustadt Wartelisten für Betreuung wachsen weiter
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00:20 02.02.2019
In der Kita Stöckendrebber stehen Gummistiefel in Reih und Glied. Die Einrichtung könnte zum Sommer erweitert werden, wenn der Rat zustimmt. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder steigt stetig, Stadt und freie Träger der Einrichtungen haben größte Mühe, dem Bedarf gerecht zu werden. Auch in diesem Jahr müssen sich viele Eltern darauf einstellen, eine Absage für Krippen, Kita oder Hortplatz zu bekommen. Gleichzeitig sinnen Verwaltung, Schulen und Tagesstätten auf neue Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Der kooperative Hort, aktuell in der Michael Ende-Schule sowie der Grundschule Helstorf/Mandelsloh in Erprobung, ist nur eine von mehreren Ideen. In Eilvese hat Neustadts erste teilgebundene Ganztagsschule den Betrieb aufgenommen, weitere Schulen stehen in den Startlöchern. Für Poggenhagen ist als Übergangslösung ein pädagogischer Mittagstisch im Gespräch. Wir haben mit Neustadts Erstem Stadtrat Maic Schillack über die Situation gesprochen.

Der erste Stadtrat Maic Schillack ist für Schulen und Kindergärten zuständig. Quelle: Stadt Neustadt

Schulen und Kitas sind in Neustadt gerade eine große Baustelle - wer behält da den Überblick?

Der Rat hat den Überblick und die Entscheidungshoheit. Es ist die Aufgabe unserer Fachdienste Kinder und Jugend sowie Bildung Tag für Tag den Ratsmitgliedern alle Daten und Fakten dafür rechtzeitig an die Hand zu geben. Sie werden umfassend informiert, um Entscheidungen treffen zu können.

Wann gehen die Absagen für Betreuungsplätze raus, und wie viele werden es - in welchem Bereich gibt es die größten Lücken?

Die Zu- und Absagen für die Betreuungsplätze im nächsten Kindergartenjahr werden von der Verwaltung am 15. Februar verschickt. Genaue Zahlen kann ich Ihnen davor nicht vorlegen. Konkrete Informationen werden wir der Öffentlichkeit Mitte Februar in einer Pressekonferenz an die Hand geben. Dennoch will ich nicht verhehlen, dass wir - wie alle Umlandkommunen auch - in diesem Jahr mehr Absagen verschicken als in den Vorjahren. Unsere Wartelisten werden zunächst lang sein. Dies wird sich jedoch bis zum Sommer noch deutlich verändern. So werden beispielsweise zurzeit noch Kindergartenplätze freigehalten, weil Eltern von schulpflichtig werdenden Kindern bis zum 1. Mai eines jeden Jahres entscheiden dürfen, ob die Kinder in der Kindertagesstätte verbleiben oder eingeschult werden. Im Laufe des Jahres werden in vier Einrichtungen Plätze ausgebaut und in der Kernstadt bauen wir mit der Kita Auengärten eine neue Einrichtung.

Der Ausbau und die Qualitätssicherung der Kinderbetreuung ist für uns alle eine Mammutaufgabe und gern würden wir jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten. Doch obwohl wir kontinuierlich ausbauen, haben wir Wartelisten. Wenn man bedenkt, dass wir erst 2006 die erste städtische Krippe eröffnet haben und heute bei einer Versorgungsquote von 38 Prozent stehen, ist das ein großer Erfolg.

Im November hieß es, 150 Kinder aus dem vergangenen Jahr seien noch unversorgt mit Krippen-, Kindergarten- und Hortplätzen. Wie sieht es mit denen aus?

Diese Zahl konnten wir deutlich senken. Bis Ende des vergangenen Jahres wurden 50 neue Plätze geschaffen und frei gewordene Plätze neu belegt. Eltern, die im Vorjahr keinen Betreuungsplatz bekommen haben, wurden aufgefordert, im November erneut am Anmeldeverfahren teilzunehmen.

Woran hakt es aus Ihrer Sicht besonders bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen?

Mit der Beitragsfreiheit für Kitaplätze und der späten Wahlmöglichkeit zwischen Betreuung und Grundschule hat die Landesregierung Belastungen und Mehrarbeit produziert, die jetzt in den Kommunen zu lösen sind.

Der Erzieher-Arbeitsmarkt ist leer gefegt, wir erhalten auf Stellenausschreibungen mehrfach nicht eine einzige Bewerbung und haben so große Personalengpässe, dass wir versuchen, schon bevor eine Einrichtung überhaupt fertig gebaut ist, Personal zu akquirieren. Zudem ist es schwierig überhaupt Bauaufträge am Markt zu platzieren. Die Firmen sind ausgebucht und die Auftragsbücher voll.

Darüber hinaus werden wir mit Vorgaben aus dem Kultusministerium konfrontiert, die weitere Belastungen verursachen. So ist beispielsweise die vorschulische Sprachstandsfeststellung aus den Grundschulen komplett in die Kitas verlagert worden. Gleichzeitig ist die Reform der Erzieherausbildung vom Land noch immer nicht auf den Weg gebracht.

Der kooperative Hort, beziehungsweise die gemeinsame Nutzung von Räumen durch Schule und Hort soll zumindest baulich Entlastung schaffen. Wo entstehen da noch neue Konzepte, außer in den beiden Pilotschulen?

Die Grundschule Hagen will eine offene Ganztagsschule werden. In der Hans-Böckler-Schule erwägt man ebenso die Umwandlung zum Ganztag. In Kooperation mit der Kirche wird in Mariensee an einem neuen Konzept gearbeitet und in Poggenhagen arbeiten wir an der Einführung des „pädagogischen Mittagstischs“. Grundsätzlich liegt es immer am Engagement vor Ort. Wenn wir in Schulen und Betreuungseinrichtungen mit antiquierten Denkweisen und totaler Ablehnung konfrontiert sind, bewegt sich auch nichts.

Wie macht sich aus Ihrer Sicht das Eilveser Konzept der teilgebundenen Ganztagsschule mit anschließender Betreuung?

Das läuft ganz hervorragend. Dies ist vor allem dem hohen Engagement der dortigen Schulleitung zu verdanken. Dafür kann ich mich nur ausdrücklich bedanken.

In Poggenhagen haben Sie vorgeschlagen, den Betreuungsbedarf mit einem pädagogischen Mittagstisch zumindest übergangsweise zu decken. Wie kann so etwas aussehen?

Es könnte so aussehen, dass die verlässliche Grundschule bis 13 Uhr läuft. Danach gibt es eine außerschulische Betreuung von zwei Stunden durch pädagogische Mitarbeiter, Erzieher, Sozialassistenten oder in Jugendarbeit geschulten Kräften. Die Kinder können Mittag essen oder auch Hausaufgaben erledigen. Sie sind so bis 15 Uhr betreut.

Ist das eine Lösung für den vordringlichen Bedarf auch an anderer Stelle?

Ja, das ist ein interessantes Modell, da wir in den Horten immer wieder feststellen, dass die Kinder nach dem Mittag oder den Hausaufgaben abgeholt werde, obwohl die Betreuungszeit noch nicht ausgeschöpft ist. Das Angebot des pädagogischen Mittagstischs könnte Hortplätze für Kinder frei machen, die tatsächlich bis zum späten Nachmittag betreut werden müssen.

Was sagen Sie Kritikern, die meinen, man müsse doch nur auf Geburtenzahlen gucken, um zu sehen, wie in den Jahren darauf der Betreuungsbedarf aussieht?

Wir als Stadt sind stolz darauf, dass uns die Eltern ihre Kinder anvertrauen. Aber wir können keine Familie ersetzen. Kinderbetreuung ist zwar eine Pflichtaufgabe, es bleibt aber die individuelle Entscheidung jedes einzelnen Elternteils wann, wo und wie lange ihr Nachwuchs betreut werden soll. Deswegen sind Geburtenzahlen nicht gleich Planzahlen und ich weiß im Vorfeld nie, wie sich die Eltern entscheiden. Es gibt ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht der Eltern und anders als in den Schulen weder Kita-Bezirke noch die Pflicht, sein Kind in die Einrichtungen zu schicken.

Von Kathrin Götze

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