Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Neustadt Zukunft der Windenergie steht auf dem Spiel
Aus der Region Region Hannover Neustadt Zukunft der Windenergie steht auf dem Spiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:58 18.07.2018
Windräder prägen das Bild im Neustädter Land maßgeblich mit. Quelle: Bartels
Neustadt

Wenn Alexander Jäger-Bloh aus dem Fenster seines Hauses und Firmensitzes in Hagen blickt, sieht er ein einzelnes Windrad. Der Vorgänger war eines der ersten im Neustädter Land und wurde längst durch ein leistungsstärkeres Exemplar ersetzt. Das will Jäger-Bloh auch an weiteren Standorten tun, darf es aber derzeit nicht. „Wenn das so bleibt, wird Neustadt windkraftfreie Zone“, sagt der Unternehmer.

Alexander Jäger-Bloh zeigt auf Karte, wo die Konfliktradien verlaufen. Quelle: Haase

Jäger-Bloh ist Geschäftsführer der Deangruppe und außerdem Sprecher der „Planerallianz“, in der sich insgesamt vier Projektentwickler aus der Windenergiebranche zusammengetan haben. Sie wollen erreichen, dass die Deutsche Flugsicherung die Modernisierung der Windparks im Einzugsbereich des Funkfeuers Wenden im Kreis Nienburg nicht mehr blockiert.

Es geht um das sogenannte Repowering. Dabei werden in die Jahre gekommene Windräder ab- und neue aufgebaut. Die erreichen eine Höhe von mehr als 200 Metern und haben größere Rotoren als die Altanlagen. „Die Faustformel lautet, dass sich die Stromausbeute dadurch verzehnfacht“, sagt Jäger-Bloh. Darauf sei die Branche auch angewiesen, weil die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz Anfang 2021 ausläuft und die Betreiber dann ihren Strom über die Börse verkaufen müssen – zu ungünstigeren Konditionen als heute. „Mit den alten Anlagen ist das unwirtschaftlich“, erklärt der 60-Jährige.

Der Konflikt hat Tragweite. Von den 72 Windenergieanlagen im Neustädter Land sind 51 reif für das Repowering, also drei Viertel des Bestandes. Würden leistungsstärkere Anlagen errichtet, würde auch deren Gesamtzahl sinken. „Allein im Windpark Bevensen-Büren-Laderholz entfielen 20 Stück, übrig blieben fünf“, bilanziert Jäger-Bloh.

Ob es so kommt, liegt derzeit in der Hand von Gerichten. Die Deutsche Flugsicherung hat vor einigen Jahren den Sicherheitsradius um ihren Funkfeuer von drei auf 15 Kilometer erweitert. Seitdem hat die Region Hannover Genehmigungsanträge der Windbranche abgelehnt. „Wir machen das nicht gern, aber die Rechtssprechung ist derzeit auf Seiten der Flugsicherung“, sagt Sprecher Klaus Abelmann. Sämtliche Windparks im Neustädter Land liegen in der Verbotszone.

Die Planerallianz will sich damit nicht abfinden, sondern mindestens die alte Drei-Kilometer-Regelung, noch lieber aber einen Kilometerradius erstreiten. Deutschland beschreite mit dem großen Radius innerhalb Europas einen Sonderweg, Regularien würden selektiv zum Nachteil der Windenergie ausgelegt. Mehr noch: „Das Funkfeuer in Wenden entspricht nicht moderner Technik, sondern befindet sich auf dem Stand aus der Zeit der Röhrenradios“, kritisiert Jäger-Bloh. Das Funkfeuer ermögliche keine satellitengestützte Flächennavigation über GPS, wie sie heute im Flugverkehr üblich sei. Ein Kompromissvorschlag, der den Austausch des Systems gegen eines zum Gegenstand hat, das Konflikte mit Windrädern ausschließt, sei abgebügelt worden. „Dabei hat die Flugsicherung an einem anderen Standort genau das gemacht“, sagt Jäger-Bloh.

Die Flugsicherung erklärt, die Funkfeuer würden benötigt, weil es noch keine gesetzliche Verpflichtung gebe, Satellitennavigation in Flugzeugen einzusetzen. Außerdem müsse man Ersatz vorhalten, falls das GPS einmal ausfalle.

Mit der komplexen Angelegenheit befasst sich das Verwaltungsgericht Hannover und muss sich dabei durch Gutachten wühlen. Bei einem ersten Termin hat es sich Mitte April vertagt; Jäger-Bloh erwartet eine Entscheidung im Verlauf des Jahres. Dann wird man einen Fingerzeig erhalten, ob Neustadt windkraftfreie Zone wird.

Von Bernd Haase

Noch ist Hochsommer 2018, aber der Museumsverein ist schon weiter. Er hat jetzt seinen Jahreskalender für 2019 aufgelegt. Die Motive stammen aus der Zeit von 1900 bis 1960.

17.07.2018

Mit einem Online-Marktplatz will die Wirtschaftsförderung den Standort Neustadt stärken. Spätestens im September soll das Angebot im Internet verfügbar sein.

17.07.2018

Mit einer Informationskampagne will die Stadt auf den Bürgerentscheid zum Rathaus einstimmen. Dabei macht sie keinen Hehl aus der von ihr favorisierten Lösung – einem Standort an der Marktstraße.

17.07.2018