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Neustadt Bürgermeisterkandidaten beantworten Besucherfragen auf der Robby
Aus der Region Region Hannover Neustadt Bürgermeisterkandidaten beantworten Besucherfragen auf der Robby
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00:19 01.05.2019
Die sieben Kandidaten für das Bürgermeisteramt: Stefan Porscha (CDU, von links), Marco Lange (parteilos), Arne Wotrubez (FDP), Christina Schlicker (SPD), Dominic Herbst (Grüne), Ralf Wetzel (Die Linke) und Jürgen Stach (parteilos). Quelle: Mario Moers
Mariensee

In 33 Tagen ist Bürgermeisterwahl in Neustadt, das war auch auf der Robby deutlich zu spüren. Die sieben Kandidaten waren kaum zu übersehen, lockten mit Zuckerwatte (FDP) und informierten an eigenen Ständen und in vielen persönlichen Gesprächen über ihre Programme. Am Sonntagmittag beantworteten alle sieben auf der Bühne ausgewählte Fragen der Messebesucher. Der große Schlagabtausch blieb dabei allerdings aus und die provokanteste Frage wollte kein Kandidat so recht beantworten.

Kaum Kritik am Amtsinhaber

„Diese Frage ist beschämend und unverschämt“, antwortete SPD-Kandidatin Christina Schlicker auf die Frage eines Besuchers, was der aktuelle Bürgermeister Uwe Sternbeck aus ihrer Sicht besonders schlecht gemacht habe. Der beobachtet die Fragerunde im Publikum und hat vermutlich kurz einen Schreck bekommen, bevor er durchatmen konnte. Alle Kandidaten zollten ihm entweder Respekt (Herbst, Porscha, Wotrubez) oder enthielten sich (Lange, Stach, Wetzel) höflich. Einzig der CDU-Kandidat hatte etwas zu bemängeln. „Ich hätte mir etwas mehr Engagement gegenüber den Uniformierten gewünscht und mehr Präsenz in der Fläche, abseits der Feste“, sagte Porscha.

Wer wird sein Nachfolger. Bürgermeister Uwe Sternbeck (schwarzes Sakko) beobachtet die Diskussion im Robby-Zelt. Quelle: Mario Moers

Auch bei den anderen Fragen, gaben sich die Kandidaten diplomatisch. Gefragt wurde etwa nach Lösungen für marode Straßen und Radwege, der Finanzierung bezahlbaren Wohnraums oder der persönlichen Qualifikation für das Amt. Insgesamt 55 Fragen haben Besucher am ersten Messetag am Stand der Stadtverwaltung eingereicht. „Viele Bürger haben uns erzählt, dass sie noch unentschieden sind, wen sie wählen“, berichtet Stadtsprecherin Pamela Klages. Fragen, die auf der Bühne nicht beantwortet werden konnten, werden in den kommenden Tagen an die Kandidaten weitergeleitet.

Kiosk ist ein Streitthema

Deutlich unterschiedliche Positionen vertraten die Kandidaten auf den Kiosk am Bahnhof angesprochen. „Wie sehen sie die (Trinker-)Szene dort“, wollte ein Besucher wissen. „Der Kiosk muss sofort entfernt werden“, antwortete der parteilose Jürgen Stach. Er verwies dabei auf die unhygienischen Umstände und das schlechte Bild, das der Bereich des Bahnhofs auch für Besucher abgebe. Porscha (CDU) sieht ebenfalls Handlungsbedarf. „Wir müssen die Szene unter Beobachtung stellen und sehen, ob man den Kiosk entfernen könnte“, sagt er. FDP-Kandidat Wotrubez schlug vor, perspektivisch die Polizeistation in die Nähe des Bahnhofsplatz zu verlegen, nicht allein wegen des Kiosks. Die übrigen Kandidaten nahmen hier deutlich Abstand von den Ideen ihrer Mitbewerber. „Ich bin viel dort, aber habe weder Gewalt noch Tumult erlebt. Diese Leute in Sippenhaft zu nehmen, finde ich nicht in Ordnung“, kritisiert Herbst (Grüne). „Es sind auch Menschen“, ergänzte Wetzel (Die Linke). Schlicker schlägt vor, durch Präventivarbeit unschöne Zustände in den Griff zu bekommen.

Kuriose Szene: Linkspartei Kandidat Ralf Wetzel muss scheinbar auf der Karte nachsehen, wo Eilvese eigentlich liegt. Quelle: Mario Moers

Für eine etwas kuriose Szene sorgte Linkspartei-Kandidat Wetzel. Auf die Frage nach einem Dorfladen in Eilvese, holte er eine Landkarte aus der Tasche. Der 62-Jährige wohnt in Laatzen, trat bereits 2014 für seine Partei bei der Bürgermeisterwahl in Pattensen an. Obwohl er als Schwimmlehrer dreimal die Woche in Neustadt tätig ist, schien ihm heute ein wenig die Ortskenntnis zu fehlen.

Eine große Diskussion mit allen sieben Kandidaten findet am 13. Mai in der Aula des Gymnasiums, Gaußstraße 14, statt. Die Veranstaltung, die gemeinsam von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Neustädter Zeitung organisiert wird, beginnt um 19 Uhr.

Von Mario Moers

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