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Neustadt Pazifist Biederbeck spricht in Wunstorf über Kriegsgefahr
Aus der Region Region Hannover Neustadt Pazifist Biederbeck spricht in Wunstorf über Kriegsgefahr
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00:30 25.05.2018
Ein Banner weist am Fliegerhorst auf den Tag der Bundeswehr hin. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt/Wunstorf

Er betätigt sich seit vielen Jahren als radikaler Pazifist und Mahner für den Frieden. Da kann der Neustädter Gerhard Biederbeck eine Großveranstaltung wie den „Tag der Bundeswehr“ nicht unkommentiert lassen. Mit einem Vortrag in der Wohnwelt am Bahnhof Wunstorf will er auf die Kriegsgefahr hinweisen, die seiner Meinung nach vom Fliegerhorst ausgeht. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 24. Mai, um 19 Uhr in dem Kulturzentrum, Bahnhofstraße 93, in Wunstorf.

Gerhard Biederbeck Quelle: Nadine Schley (Archiv)

Führende amerikanische, russische und deutsche Militärs, Wissenschaftler und Journalisten warnten vor der Gefahr eines dritten Weltkriegs, so Biederbeck. „Im Ernstfall wäre der Fliegerhorst und damit die Neustädter und Wunstorfer Bevölkerung schnelles erreichbares Ziel eines russischen Angriffs“, meint er. Es stelle sich die Frage, ob die großen Investionen dort mehr dem Frieden oder der wachsenden Kriegsgefahr dienten.

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Dem geht Biederbeck in seinem Referat nach, in dem er jüngste politische und militärische Entwicklungen analysiert und die wachsende Bedeutung und die Aktivitäten des Fliegerhorsts betrachtet. Als überraschende Erkenntnis seiner Recherchen weist Biederbeck vorab darauf hin, dass er bei Militärs größere Verantwortung und Sorge vorgefunden habe als bei vielen verantwortlichen deutschen Politikern.

Biederbeck arbeitet seit 1981 gegen „fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft“, wie er sagt, er hat 1991 eine Konversionsstudie für den Fliegerhorst Wunstorf erarbeitet, als der Standort auf der Kippe stand. Diese Studie sollte die Möglichkeit aufzeigen, die bestehende Infrastruktur für zivile statt militärische Zwecke zu nutzen. Im Anschluss an den Vortrag gibt es Zeit für Diskussionen, gern auch kontrovers, wie Biederbeck sagt.

Von Kathrin Götze