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Neustadt Sternbeck: Kein leichter Weg zu gutem Wasser
Aus der Region Region Hannover Neustadt Sternbeck: Kein leichter Weg zu gutem Wasser
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00:16 05.05.2017
Von Kathrin Götze
Symbolbild Quelle: Jens Büttner (Archiv dpa)
Neustadt

Der Wunsch nach Verbesserung der Nitratwerte im Trinkwasser über die geltende Norm hinaus sei nachvollziehbar, so Sternbeck in seiner Antwort. Es gebe aber keine einfache Lösung wie "Umlegen eines Hebels". Jede technische Möglichkeit, die Trinkwasserqualität zu verbessern, müsse auf ihre technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen überprüft werden, so Sternbeck weiter. Das erfordere Zeit und Augenmaß. So könnte man nicht einfach Wässer unterschiedlicher Herkunft mischen, ohne die Auswirkungen auf das Leitungssystem zu überprüfen.

Das Neustädter Stadtgebiet ist zwischen zwei Lieferanten aufgeteilt: Die Stadtwerke beliefern die Kernstadt, Poggenhagen und Suttorf mit Trinkwasser der Harzwasserwerke. Die übrigen Stadtteile werden vom Wasserverband Garbsen-Neustadt versorgt. Die Brunnen des Verbands enthalten mehr Nitrat als das Wasser der Harzwasserwerke - so kam in der Diskussion auch der Vorschlag, einfach einen Verbindungshahn zwischen beiden Systemen zu öffnen. Das wird unter anderem dadurch erschwert, dass der Druck unterschiedlich hoch ist.

Technische Maßnahmen zur Denitrifizierung verringerten überdies nicht nur den Nitratgehalt im Wasser, sondern auch den an anderen Mineralien, so Sternbeck. Wasserverbandschef Reinhard Niemeyer sagt dazu, niemand wolle wohl destilliertes Wasser trinken.

Auch verwaltungstechnisch ist das Anliegen nicht so leicht umzusetzen, wie es sich mancher vorstellt: Die Wasserlieferung sei nicht Gegenstand von Verträgen, sondern herrschaftliche Aufgabe, so Sternbeck. Damit ist die Stadt Neustadt nicht Kunde des Wasserverbands, sondern eines von mehreren Mitgliedern. Gesteuert wird der Verband über Verbandsausschuss und Verbandsvorstand. In den Ausschuss entsendet der Rat aus Neustadt neben Sternbeck auch die Ratsmitglieder Thomas Stolte (CDU) und Josef Ehlert (SPD). Der Vorstand besteht auch sieben gewählten Mitgliedern, aus Neustadt gehört Christina Schlicker dazu.

Fragesteller Willi Ostermann (UWG) ist zufrieden mit Sternbecks Antwort: "Er hat uns nicht nur Antworten gegeben, sondern auch deutlich gemacht, dass er sich beim Wasserverband dafür einsetzen will, Verbesserungen zu erreichen", sagt Ostermann, "damit sind wir auf gutem Weg."

Kompromiss zum Wasserwerk Schneeren vorgeschlagen

Eifrig diskutiert wurde in den vergangenen Wochen auch der Antrag der Harzwasserwerke auf weitere Trinkwasserentnahme aus dem Wasserwerk Schneeren. Die Stadtverwaltung hat nun vorgeschlagen, die Genehmigung für 3 Millionen Kubikmeter jährlich zunächst auf zehn Jahre zu begrenzen. Während dieser Zeit sollte genau überprüft werden, ob die Entnahme Auswirkungen auf das nahe Tote Moor hat, das aktuell wiedervernässt wird.

Weil sie negative Auswirkungen befürchtete, hatte die Verwaltung zunächst vorgeschlagen, die Entnahme auf 2 Millionen Kubikmeter zu begrenzen. Ortsräte und Ratspolitiker hatten aber für die gewünschte Genehmigung plädiert.

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