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Neustadt Testfahrt mit dem Rad durch Neustadt
Aus der Region Region Hannover Neustadt Testfahrt mit dem Rad durch Neustadt
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00:21 22.03.2019
Wo ist hier der Radweg? Redakteurin Kathrin Götze testet die Herzog-Erich-Allee. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

 Der erste Tag nach Wochen ohne Sturm und Regen – das Fahrradfahren macht wieder Spaß, auch auf dem Weg zur Arbeit. Wobei, da gibt es Ausnahmen. Etliche Hinweise haben uns die Leser schon gegeben, und Stellen genannt, wo in Neustadt das Radfahren weniger Freude macht. Wir probieren es aus. Meine heutige Teststrecke sind Herzog-Erich-Allee und Wunstorfer Straße am Bahnhof. Der Kollege lacht mich aus: „Da willst du ohne Auto lang? Das geht doch gar nicht“, meint er.

Orientierung für Radfahrer fehlt auf der Herzog-Erich-Allee

Ganz unrecht hat er nicht: Für Radfahrer ist die Herzog-Erich-Allee offensichtlich nicht gemacht. An mehreren Stellen habe ich keine Ahnung, wo ich mich mit meinem Fahrrad einordnen soll. Beim Weg von der Bahnhofskreuzung Richtung Schloss wird mir nicht einmal klar, ob ich auf dem Fußwegabschnitt überhaupt fahren darf, ein Schild gibt es nicht. Ich steige also lieber ab, auf die Fahrbahn ausweichen kann ich ja wegen des Gitters nicht.

Verbindung zum Amtsgarten ist schlecht

Auch die Leser Astrid Schmidt-Ellerlage und Peter Lampe bemängeln: „An der Herzog-Erich-Allee zwischen Wunstorfer Straße und Amtsgericht mangelt es an einem sicheren Radweg, das gilt auch für den Abschnitt bis zur Löwenbrücke.“ Und die Verbindung zwischen Leutnantswiese und Herzog-Erich-Allee am Gerichtsparkplatz sei für Radfahrer eine Zumutung. Dort führt ein schmaler Weg zwischen Zäunen über den Parkplatz, an den Enden verhindern Barrieren die zügige Durchfahrt, man muss absteigen und drum herum schieben.

An vielen Stellen steigen Radfahrer lieber ab

Absteigen ist an vielen Stellen das Mittel der Wahl. An der Ampel der Schlosskreuzung treffe ich auf eine ältere Dame, die neben ihrem Rad auf das Signal wartet. „Ich bin 75, manchmal fühle ich mich hier einfach unsicher“, sagt sie. Auch die Landwehr-Unterführung mit dem schmalen „Sicherheitsstreifen“ auf der Fahrbahn nutze sie nicht mehr. „Man kann hier schon gut Fahrrad fahren, aber man muss sich die richtigen Wege suchen.“

Schutzstreifen wird oft ignoriert

Ich fahre zurück gen Bahnhof, probiere unterwegs, mich zum Linksabbiegen auf der Fahrbahn einzuordnen und habe es zum Glück mit rücksichtsvollen Autofahrern zu tun, die mich nicht abdrängen. An der Kreuzung mache ich einen Schlenker, wende mich auf der Wunstorfer Straße wieder gen Norden. Mit meinem flotten E-Bike-Antritt reichen mir die zwei Sekunden Radfahrer-Vorsprung an der Ampel, um vor dem Linksabbieger über die Straße zu kommen.

Der LKW-Fahrer vor mir hat offenbar noch nicht gehört, dass man Fahrradstreifen frei lassen soll. Ich klemme mich hinter ihn und bin froh, dass der Lastwagenfahrer hinter mir keine Überholversuche startet. Der dröhnende Motor reicht, um mich nervös zu machen. Da bin ich froh, als ich ins Rundeel abbiegen kann – und nicht durch die enge Landwehr-Unterführung muss.

Sanierung soll Verbesserungen bringen

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, bei der Fahrbahnsanierung der Herzog-Erich-Allee auch an Radfahrer zu denken – für mehr als Sicherheitsstreifen auf der Fahrbahn ist aber wohl kein Platz. Gedacht ist auch an einen Überweg nahe dem Amtsgericht. Ob das reicht, damit Radfahrer dort besser zurecht kommen, muss sich noch zeigen.

Stadt arbeitet an Radwegekonzept

Bei der Stadt ist aktuell ein Radwegekonzept in Arbeit. Wo es geht, sollen kleinere Umbauten umgesetzt werden, die das Radfahren einfacher machen. Da können auch Sie als Leser helfen: Wo im Radwegenetz der Stadt sehen Sie Verbesserungsbedarf? Wo gibt es unsinnige Regelungen, wo fehlen kurze Verbindungsstücke? Rufen Sie uns tagsüber unter (05032) 964315 an oder schicken Sie eine E-Mail an neustadt@haz.de.

Verkehrsplaner stellt Ergebnisse vor

Mit einem Verkehrsexperten diskutieren die Grünen am Mittwoch, 20. März, über das Radfahren in Neustadt: Verkehrsplaner Wolf-Rüdiger Runge von der Ostfalia Hochschule hat mit Studenten den Radwegebedarf für Freizeitfahrer und Rad-Pendler ermittelt. Wer zuhören und mitreden will, kann um 19 Uhr in den Ratskeller kommen.

Von Kathrin Götze

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