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Pattensen Ein Bestatter wird zum Ermittler
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13:31 11.03.2018
Erik Wikki liest aus seinem Krimi "Hügel-Die Falle" in der Stadtbücherei Pattensen Quelle: Andrea Weber
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Pattensen-Mitte

 Vor ausverkauftem Haus präsentierte das Büchereiteam von Pattensen den Autoren Erik Wikki mit seinem neuesten Krimi „Hügel – Die Falle“. Knapp 40 Zuschauer hatten sich in der Stadtbücherei eingefunden, um dem Autoren bei seiner anderthalbstündigen Lesung zu lauschen, die mit schauspielerischen Elementen, Tonaufnahmen aus dem gleichnamigen Hörbuch und Beschreibungen über das Schriftstellerleben sehr abwechslungsreich und fesselnd gestaltet war. 

Autor ist im März in Laatzen zu Gast

Erik Wikki wurde 1966 in Recklinghausen geboren und lebt heute im Emsland. Nach 20 Jahren in einem kaufmännischen Beruf, sattelte er um auf seine eigentliche Passion: das Schreiben. Auf seiner Homepage bekennt er: „Ich möchte mit Leib und Seele Geschichten erzählen.“ Nach seinem Debüt „Papenburger Puppenspieler“ und dem Nachfolgeroman „Wehmutstropfen“ liegt jetzt mit „Hügel – Die Falle“ sein drittes Buch vor. Ein Krimi in Kurzgeschichtenform, der im Bestattermilieu spielt.

Wikki erzählt, dass er ein gutes Drittel seiner Auftritte in Bestattungsunternehmen abhält. Ein Veranstaltungsort, der auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig erscheint, aber gut ankommt und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Wer sich davon selbst überzeugen möchte: Am 8. März ist der Autor im Bestattungsunternehmen Puschmann in Laatzen zu Gast. Es ist dem Autoren ein Anliegen, die Menschen ohne emotionales Leid in die Trauerhallen zu ziehen und zu zeigen, dass man auch an solchen Orten lachen darf. So lag für ihn das Thema seines neuesten Werkes dann auch fast zwangsläufig in dieser Umgebung.

Es geht um Mord, und der Ermittler ist ein Bestatter. Das Buch besteht aus sechs Einzelgeschichten, die jede auch für sich gelesen werden können – auch in nicht chronologischer Reihenfolge. Liest man sie allerdings der Reihe nach, ergibt sich ein Roman daraus. Die Technik erinnert an Fernsehserien, bei denen einzelne, in sich abgeschlossene Folgen zusammen ein großes Ganzes bilden. awe

Bei seiner Lesung in der Stadtbücherei Pattensen trug Erik Wikki die komplette erste Geschichte des Buches vor. Mit ruhiger, akzentuierter Stimme entführte er die Zuhörer in die Räume eines Bestattungsunternehmens, in der der Chef des Hauses, von seiner Frau umgebracht und aufgebahrt wurde. Durchsetzt mit schauspielerischen Elementen, in denen Wikki gekonnt in die Rolle jeder Figur schlüpfte und diese mit unterschiedlicher Ausdrucksweise, Stimme und Temperament zum Leben erweckte. Das Publikum hing an seinen Lippen, die spannenden Passagen wurden immer wieder durch Passagen mit teils recht schwarzem Humor aufgelockert, bei denen die Zuhörer befreit auflachen konnten. Also bei weitem kein todernster Vortrag. 

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Erik Wikki spielte mit den Charakteren im Buch, man konnte kaum glauben, dass dort vorn nur ein einzelner Mann stand, um das Publikum in diese Kriminalwelt zu entführen. 

Auch das Hörbuch wurde in die Lesung mit eingebunden. Unterschiedliche Dialogpassagen wurden als Mitschnitte eines Diktiergerätes eingespielt und sorgten für Abwechslung. Immer wieder unterbrach Wikki seine Lesung, um die Zuhörer mit humorvollen Einblicken in sein Autorenleben zu erfreuen. 

Erik Wikki unterhielt sein Publikum anderthalb Stunden lang mit seinem abwechslungsreichen Vortrag, der beim Publikum gut ankam. Gabriele Fleischer und Peggy Janda aus Pattensen sind Stammgäste bei den Veranstaltungen der Stadtbücherei. Sie mussten sich erst „einhören“. Sagten aber: „Das ist etwas völlig anderes, als wir bisher hier gesehen haben, ist gewöhnungsbedürftig.“ Die Lesung selbst kam gut bei den beiden an: „Das macht er richtig gut.“ Lediglich die Thematik sei etwas schwierig, besonders, wenn es um das Bestattungswesen und das Herrichten von Toten geht. Nach Ende der Veranstaltung verließen sie hochzufrieden den Veranstaltungsort: „Die zweite Hälfte hat uns viel besser gefallen.“ 

Zum Ende seiner Lesung bat der Schriftsteller um Applaus für das Organisationsteam der Stadtbücherei und bedankte sich für die gute Vorbereitung, das persönliche Engagement und die herzliche Betreuung. Büchereileiterin Cornelia Schneider verabschiedete den Autoren mit einem kleinen Präsent und wies auf den zweiten der Termin der Veranstaltungsreihe hin. Am 26. April wird Sigrid Hunold-Reime aus ihren Büchern lesen.

Von Andrea Weber

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